100 Schreibtipps, die es in sich haben!

Die Sache mit den Schreibtipps stellt sich manch einer ganz einfach vor …

Andreas, sag mal: du bist doch Schreibtrainer.“

Stimmt. Unter anderem auch das.“

Und? Hast du einen Tipp für mich?“

Hmm … Nun ja … Kommt darauf an …“

Wo liegen die Chancen, wo die Gefahren von Schreibtipps?

Für welchen Bereich des Kreativen Schreibens (und des nicht ganz so kreativen ebenfalls) eignet sich welcher Tipp?

Wie solltest du am besten mit ihnen umgehen?

All das erfährst du in diesem Artikel!

Was sollen Schreibtipps eigentlich bringen?

Inhalt

Selbstverständlich brauchst du Schreibtipps nur, wenn du dein Schreiben nachhaltig verbessern möchtest. Dann jedoch sind sie Gold wert.

Wie kommt das?

Aus den Fehlern anderer lernen

Die richtigen Schreibtipps zur richtigen Zeit ermöglichen es dir, aus den Fehlern anderer zu lernen. Auch wenn Schreiben eine sehr individuelle Angelegenheit ist, scheitern doch viele an ähnlichen Stellen. Weshalb also das Rad neu erfinden?

Die Komplexität des Schreibens erkennen

Manch einer ist sich nicht dessen bewusst, dass er den ein oder anderen Schreibtipp nötig hätte. Läuft doch alles. Seite um Seite entsteht. Vielleicht sogar das ein oder andere Buch.

Weshalb bloß möchte niemand etwas davon lesen?

Weshalb finde ich keinen Verlag?

Wieso stoße ich bloß auf höflich verpacktes Desinteresse?

Nun ja, gut Schreiben ist keine ganz einfache Sache. Vielmehr gibt es zahlreiche Ebenen, die hierbei eine Rolle spielen.

Kennst du die wichtigsten Schreibtipps, so wird dir auch die Komplexität des Schreibens bewusst. Es gibt also noch viel zu erlernen. Erst, wenn wir dies klar ist, kannst du erfolgreich starten.

Verstehen, was wirklich wichtig ist

Gut gemeinte Ratschläge gibt es viele. Doch nicht immer handelt es sich um gute Ratschläge. Ganz ähnlich verhält es sich mit Schreibtipps.

Greifst du dir wahllos den ein oder anderen Schreibtipp heraus, kann dies für dein Schreiben sogar hinderlich sein. Nicht jeder Tipp passt schließlich zu jedem Text. Erst recht nicht zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt. Und auch deine eigene Art als Autor ist dafür relevant, welcher Schreibtipp der richtige für dich ist.

Orientiere dich an den Bereichen, in denen du schriftstellerische Ambitionen hegst. Möchtest du Kurzgeschichten schreiben, ein Sachbuch verfassen, deine Autobiografie zu Papier bringen oder also Romancier reüssieren?

Führe dir jeweils die Schreibtipps zu Gemüte, die für dein Vorhaben relevant sind. Achte des Weiteren darauf, an welcher Stelle deiner Entwicklung du gerade stehst.

Nun sollte klar sein, wie wertvoll die richtigen Schreibtipps für dich sein können.

Also los: Hier kommen 100 Schreibtipps, mit denen du in der Lage bist, dein Schreiben auf ein neues Level zu heben!

Allgemeine Schreibtipps

Etabliere durch Freies Schreiben einen starken Schreibfluss!

Unabhängig davon, was du schreibst, ist dies der vielleicht wichtigste Schreibtipp. Dein persönlicher Schreibfluss bedeutet, dass eine starke Verbindung zwischen deinen Bewusstseinsinhalten und dem Stift auf Papier bzw. den Fingern auf der Tastatur besteht. Du kannst den Fluss jederzeit anzapfen, um Text zu produzieren. Dies ist die Basis, um an deinen Schreibfähigkeiten zu arbeiten.

Nimm dir eine feste Seitenzahl vor. Nun heißt es täglich drauflos schreiben und aus einem Schreib-Rinnsal nach und nach einen mächtige Strom machen.

Integriere das Schreiben auf stimmige Weise ins Leben!

Nicht jede Art und Weise, das Schreiben ins Leben zu integrieren, passt zu jedem. Mancher schreibt gerne morgens. Andere schreiben am liebsten nachts.

Manch einer kann überall schreiben, andere benötigen einen ganz bestimmten Schreibort dafür.

Finde heraus, wie du das Schreiben stimmig in dein Leben integrierst. Achte darauf, was für dich funktioniert, und was nicht. Nimm dir Zeit, um Routinen zu etablieren.

Setze achtsames Schreiben zur Bewusstwerdung ein!

Achtsamkeit hilft dir beim Schreiben enorm. Du nimmst lebendiger wahr, was um dich herum passiert. So erschaffst du eine stetige Quelle der Inspiration.

Du nimmst auch besser wahr, wie es dir selbst geht. Dies ist hilfreich, um über lange Zeit hinweg erfolgreich zu schreiben. Setze also Übungen des achtsamen Schreibens ein, um deine Achtsamkeit zu stärken.

Bring die Macht des Tagebuchschreibens in deinen Alltag!

Egal, ob du Sachbücher, Geschichten, deine Autobiografie oder Romane schreiben möchtest: regelmäßiges Tagebuchschreiben hilft dir weiter.

Du übst dich darin, schriftlich zu reflektieren. Du stärkst deine Ausdrucksweise und deinen Schreibstil. Nicht zuletzt gewöhnst du dich daran, täglich zu schreiben. Alles Kompetenzen, die du für dein Schreiben brauchst.

Schreib lieber häufig ein wenig statt ganz viel auf einmal!

Die Idee ist verlockend: du schließt dich ein paar Wochen ein und hast danach dein Buch geschrieben. Sehr realistisch ist sie allerdings nicht, zumindest, wenn du keine Schreibpraxis hast.

Besser ist es, du schreibst regelmäßig, selbst wenn es nur ein paar Seiten sind. Am allerbesten ist es, wenn du dich täglich an deine Schreibwerk setzt. So trainierst du deinen Schreibmuskel. Falls doch einmal eine Intensivphase nötig sein sollte, ist es so wahrscheinlicher, dass diese von Erfolg gekrönt ist.

Nutze die Macht der Textüberarbeitung!

Viele werdende Autoren sind frustriert, wenn sie sich mit ihren Vorbildern vergleichen. Das, was sie schreiben, kommt ihnen furchtbar schlecht vor.

Das Problem: Sie vergleichen ein unfertiges Manuskript mit einem abgeschlossenen und lektorierten Werk eines Profis.

Was sie nicht auf dem Schirm haben ist die Macht der Überarbeitung. Sei dir dessen bewusst, dass alles, was du schreibst, unfertig ist.

Das befreit ungemein.

In der Überarbeitungsphase kannst du dein Geschriebenes immer noch auf ein höheres Level bringen und ihm den nötigen Feinschliff verleihen.

Behalte die Schreibmotivation im Blick!

Ohne Motivation wird das Schreiben zur Qual. Halte die Flamme in deinem Inneren am Brennen:

  • Achte auf dein Thema: Ist es noch relevant für dich?
  • Richte dir eine Schreibumgebung ein, die dich motiviert.
  • Umgib dich mit Menschen, die dir ein positives Feedback geben und dich in deinem Tun bestärken.

Dies sind nur drei Möglichkeiten von vielen weiteren.

Was erhöht deine Lust zu schreiben?

Schließ dich einer Schreibgruppe an!

Eine Schreibgruppe bringt viele Vorteile mit sich:

  • Du bekommst Feedback zu deinen Texten.
  • Die Schicksalsgemeinschaft der Schreibenden lädt dazu ein, Schwierigkeiten miteinander zu teilen.
  • Du bekommst gute Schreibtipps, die anderen geholfen haben.
  • Ihr fühlt euch durch eure Tätigkeit miteinander verbunden und steigert eure Lust zu schreiben.

Eine geeignete Schreibgruppe findest du zum Beispiel über Kleinanzeigen, durch den Besuch eines Schreibseminar oder in passenden Foren oder Gruppen im Netz

Geh auf Schreibreise!

Manchmal brauchen wir einen Tapetenwechsel, um uns richtig konzentrieren zu können.

Weshalb nicht einmal eine Reise unternehmen, die ganz dem Schreiben gewidmet ist?

Gönnst du dir den Luxus, ein paar Tage oder Wochen in einem Hotel zu verbringen, kannst du dich sogar ganz und gar auf dein Vorhaben konzentrieren.

Zusätzlich zu den praktischen Vorteilen, gibst du deinem Schreiben so eine wichtige Bedeutung. Dies stärkt letztlich dein Selbstbewusstsein als Autor.

Such dir professionelle Unterstützung!

Manchmal kommen wir beim Schreiben nicht alleine weiter. Psychische Hürden (Selbstzweifel, Schreibblockaden, Ablenkung) oder handwerkliche Hürden (mangelhafter Stil und Ausdruck, fehlender roter Faden, keine Ideen) stehen uns im Weg.

Ist dies bei dir der Fall, kann eine professionelle Unterstützung Wunder wirken. Informiere dich über die Arbeit im Schreibcoaching oder in Schreibseminaren.

Entwicklungen, für die du alleine Jahre gebraucht hättest, können so innerhalb weniger Monate vonstatten gehen.

Stärke dein Selbstverständnis als Autor.

Beantworte dir folgende Fragen:

  • Was macht dich und dein Schreiben aus?
  • Wozu schreibst du eigentlich?
  • Welche Träume möchtest du dir mit dem Schreiben erfüllen?
  • Wo siehst du dich in ein paar Jahren?
  • Was möchtest du beim Thema Schreiben noch lernen?

Die Antworten helfen dir dabei, dein Selbstverständnis als Autor zu klären. So nimmst du dein Schreiben ernst und stärkst deine Motivation.

Studiere Schreibratgeber und probier kontinuierlich Übungen aus!

Schreibpraxis ist wichtig, doch Schreibtheorie ist keinesfalls unnötig. Lies kontinuierlich Schreibratgeber und kombiniere deine Lektüre mit praktischen Übungen.

Nimm dir also einen Ratgeber vor und probier Stück für Stück aus, was darin vorgeschlagen wird. Mach deine eigenen Erfahrungen. Übernimm jene Methoden und Übungen in deine Schreibgewohnheit, mit denen du klarkommst. Verwirf das, was für dich nicht funktioniert.

Sei ständig auf der Suche nach Ideenkeimen!

Die Vorstellung, alle guten Ideen seien bereits verbraucht, geht an der Realität vorbei. Schließlich ändert sich die Welt andauernd. Es kann also niemals sein, dass alle guten Ideen bereits gedacht wurden, da stetig neue Möglichkeiten entstehen.

Geh wachsam und achtsam durch die Welt. Notiere dir mögliche Ideenkeime.

Selbst, wenn du aus den meisten Einfällen niemals etwas machst: Allein durch das Sammeln von Ideen wirst du darin besser, Ideen zu entwickeln

Beachte beim Schreiben und Überarbeiten die Leserlenkung!

Unabhängig davon, was du schreibst: Du solltest deine Leser stets im Blick haben. Schließlich macht es einen Unterschied, ob du für ein akademisches Publikum oder Kinder schreibst, ob du Thriller-Fans oder Liebhaber von Liebesromanen ansprichst, ob du deine Autobiografie für deine Familie oder für ein weltweites Publikum verfasst.

Nimm deine Leser beim Schreiben an die Hand.

Sei dafür beim Schreiben dein erster Leser und frage dich stets, ob du als solcher alles verstehst.

Schreib fokussiert!

Wir leben in einer Welt voller Ablenkungsquellen. Da ist es besonders wichtig, sich explizit auf das Schreiben zu konzentrieren. Schalte alle Störungen aus und definiere Zeiten, in denen du nichts anderes machst als zu schreiben.

Verfolge klare, motivierende Schreibziele!

Gute Ziele sind solche, an die du glaubst und die du realistischerweise aus eigener Kraft erreichen kannst. Ist dir das schließlich gelungen, motiviert dies ungemein.

Definiere deine Ziele und schreib sie dir auf. Herrscht bei deiner Motivation einmal Flaute, kannst du dich auf sie besinnen.

Richte dir einen motivierenden Schreibort ein.

Motivation lässt sich auch aus einem Schreibort ziehen. Richte ihn dir so ein, wie du ihn brauchst.

Die einen stehen auf ein gemütliches Eckchen, die anderen arbeiten am besten in einer eher kargen Umgebung.

Vielleicht setzt du dich auch ins nächste Café, da dich der Tumult inspiriert?

Oder brauchst du absolute Ruhe? Dann werden Oropax deine Freude.

Was es auch ist – finde heraus, wie und wo du am besten schreibst und richte dich entsprechend ein.

Finde die zu dir passende Schreibsoftware!

Es gibt zahlreiche technische Möglichkeiten, unseren Schreibprozess zu unterstützen. Heutzutage muss es nicht mehr die einfache Textverarbeitungssoftware sei.

Programme wie Papyrusautor, yWriter oder Scrivener wurden extra für Autoren entwickelt. Lade dir kostenfreie Versionen herunter, probier in Ruhe aus, was zu dir passt und nutze deren Vorteile für dein schriftstellerisches Schaffen.

Bau immer wieder Phasen des Drauflosschreibens ein!

So wichtig Planung und Struktur auch sein mögen – schreib hin und wieder einfach drauflos. Überrasche dich selbst. So durchbrichst du die Routinen und sorgst dafür, dass dein Schreiben immer frisch bleibt.

Verknüpfe Schreibphasen mit Bewegungsphasen!

Möchtest du deine Produktivität massiv steigern? Dann schreib intensiv, z.B. eine Stunde, und mache daraufhin eine Pause. Diese solltest du mit Bewegung verbringen, z.B. einem kurzen Spaziergang. Dann setzt du dich wieder an den Schreibtisch und schreibst eine weitere Stunde usw.

Auf diese Weise verlängerst du deine Ausdauer. Außerdem sortiert sich dein Bewusstsein während der Bewegungseinheit. Körper und Geist lassen sich hier ganzheitlich denken. Vermeide es, in dieser Zeit neuem Input, insbesondere digitalen Medien, ausgesetzt zu sein.

Schreibtipps, um gute Geschichten zu schreiben

Steigt direkt in die Handlung ein!

Gerade in kurzen Geschichten solltest du dir lange Einführungen sparen. Der szenische Einstieg direkt ins Geschehen macht meist neugierig. So hast du den Leser bereits nach wenigen Sätzen am Haken.

Stell einen Konflikt ins Zentrum!

Geschichten, in denen nichts passiert, langweilen meist. Doch auch Geschichten, in denen ganz viel passiert, was nur lose miteinander zu tun hat, reißen die Leser meist nicht vom Hocker.

So machst du es besser: Konfrontiere deine Figur mit einem Konflikt, der sie in Atem hält. Alles, was ihr passiert, sollte mit diesem zu tun haben.

Probier es mit einem offenen Ende!

Häufig gibt ein geschlossenes Ende so viel vor, dass sich die Leser selbst keine Gedanken mehr machen. Bei einem offenen Ende hingegen bleibt viel Interpretationsspielraum übrig.

Übertreibe es damit jedoch nicht. Eine sachte Andeutung zum Schicksal der Figuren, die zugleich nicht alles verrät, ist häufig die beste Wahl.

Informiere dich über das Schreiben einer Kurzgeschichte!

Die Merkmale klassischer Kurzgeschichte bieten eine bewährte Orientierung fürs Geschichtenschreiben. Selbst, wenn du keine Kurzgeschichte schreiben möchtest, solltest du dir diese zu Gemüte führen. Auch einzelne Elemente lassen sich für dein eigenes Schreiben wunderbar nutzen.

Beschränke dich auf wenige Figuren und Orte!

Spielen zu viele Figuren in deiner Geschichte eine Rolle, wird es schnell unübersichtlich. Auch zu viele Handlungsorte solltest du vermeiden. Konzentriere dich lieber auf den Konflikt einer Hauptfigur und, falls möglich, auf einen Handlungsort.

Geh möglichst sparsam mit Beschreibungen um!

Langatmige Beschreibungen haben in den wenigsten Geschichten etwas zu suchen. Sie verstellen den Blick auf die Handlung und lenken häufig bloß ab.

Konzentriere dich auf das Nötigste, um die Stimmung und die Motivation deiner Figuren auf den Punkt zu bringen.

Bau eine überraschende Wendung ein!

Eine überraschende Wendung als zentrales Element der klassischen Kurzgeschichte lässt sich auch fürs Geschichtenerzählen im Allgemeinen nutzen. Weiß der Leser bereits zu Beginn, wie der gesamte Verlauf der Geschichte sein wird, so ist Langeweile vorprogrammiert.

Positioniere deine überraschende Wendung in der zweiten Hälfte der Geschichte und überrasche mit ihr dein Publikum.

Gestalte die Figurenbeziehungen mit wenigen Worten!

Die notwendige Knappheit beim Schreiben einer Geschichte im Kontrast zum Roman erfordert auch bei der Gestaltung der Figurenbeziehungen Konzentration.

Was macht diese vor allem aus?

Beantworte die Frage ganz klar für jede Beziehung, die in deiner Geschichte eine Rolle spielt! Vermittle sie dem Leser durch punktuelle Hinweise, ohne allzu explizit zu werden.

Nutze die Macht der Dialoge!

Nicht nur beim Romanschreiben, auch in Geschichten können gute Dialoge das Salz in der Suppe sein. Lass die Figuren so sprechen, wie sie nun mal sprechen. So werden Konflikte besonders lebendig. (Alles Wichtige zum Dialogeschreiben findest du hier …)

Wähl einen passenden Titel, der neugierig macht!

Der Titel deiner Geschichte ist keinesfalls egal. Zum einen sollte er zur Handlung passen, zum anderen solltest du mit ihm nicht alles verraten. Wähl einen Titel, bei dem deine Leser unbedingt wissen wollen, was dahintersteckt.

Vermeide unnötige Ausschweifungen!

Beim Kreativen Schreiben ist es wichtig, unnötiges wegzulassen. Beim Geschichtenschreiben gilt dies besonders.

Du hast nicht den Platz, alle Nebenschauplätze zu beackern. Konzentriere dich auf die Hauptsache und bleib diszipliniert dabei.

Deute Hintergründe der Figur an!

Die notwendige Knappheit beim Schreiben einer Geschichte bedeutet nicht, dass die Hintergründe deiner Figuren egal sind. Deute prägende Hintergründe an der passenden Stelle an, wenn dies zur Spannung oder zum Verständnis beiträgt. Bleibe jedoch nach Möglichkeit kurz und knapp.

Verzichte möglichst auf Rückblenden!

Häufig sind Rückblenden kein geeignetes Mittel beim Geschichtenschreiben. Sie führen schlichtweg zu weit weg von der eigentlichen Situation.

Nichtsdestotrotz kann es Ausnahmen geben. Hier sollten die Rückblenden allerdings zum unerlässlichen Kern deiner Geschichte gehören und keinesfalls die Persönlichkeit deiner Figuren lediglich illustrieren.

Charakterisieren die Figuren durch wenige Details!

Kläre für dich, was deine Figuren ausmacht, welche äußeren und inneren Eigenschaften sie haben und wie diese in der Geschichte zutage treten. Verzichte jedoch darauf, sie innerhalb der Geschichte ausführlich zu charakterisieren. Weise lieber auf wenige sprechende Details hin, den Rest denkt sich der Leser.

Nutze die Macht der Symbolik!

Literarische Texte zeichnet im Besonderen aus, dass das Gemeinte nicht mit dem Gesagten identisch ist. Nutze Symbole, um diese Möglichkeit in deiner Geschichte auszuschöpfen.

Was kann eine symbolische Bedeutung in sich tragen? Z.B. Gegenstände, Bilder, Texttitel, Songtitel, Kleidungsstile und vieles mehr. So versiehst du die oberflächliche Handlung deine Geschichte mit einem mächtigen Subtext.

Lass die Handlung Bände sprechen!

Am wirkungsvollsten beschreibst du deine Figuren, indem du sie eindrücklich handeln lässt. Sag z.B. nicht, dass dein Held ein ganz böser ist, lass ihn sich entsprechend verhalten. So gestehst du dem Leser eine besonders aktive Rolle ein, da du ihm die Deutung überlässt.

Vermeide Bewertungen und Kommentare!

In den meisten Fällen sind Bewertungen und Kommentare des Figurenhandelns für die Wirkung deiner Geschichte kontraproduktiv. Der Leser fühlt sich so häufig bevormundet. Anstatt sich ein eigenes Urteil zu bilden, gibt der Erzähler vor, wie das Geschehen zu verstehen ist. Vermeide diese bewertenden Einordnungen und vertraue ganz auf deine Erzählkraft.

Verzichte auf eine explizite Moral!

In eine moderne Geschichte gehört keine explizite Moral. Eine solche stände dem Sinn und Zweck eines literarischen Textes entgegen.

Sag niemals direkt, was du vermitteln möchtest. Sonst bräuchtest du keine Geschichte schreiben. Der erhobene Zeigefinger behindert den Lesespaß und entfacht unnötig Widerstand.

Biete dem Leser die nötige Orientierung!

Achte darauf, dass die Knappheit deines Erzählens nicht auf Kosten der Orientierung geht. Die Leser sollten wissen, wo sich die Figuren befinden, und was geschieht.

Punktuelle Desorientierung und mangelnde Klarheit können durchaus lohnende Gestaltungsmittel sein. Übertreibe es damit jedoch nicht, um deine Leser nicht auf dem Weg zu verlieren.

Wähle zwischen Ich-und Er/Sie-Perspektive!

Bei der Erzählsituation hast du auch beim Geschichtenerzählen theoretisch alle Möglichkeiten. Der auktoriale Erzähler ist jedoch in dieser Form wenig verbreitet. Üblicher und meist auch besser geeignet ist eine personale Erzählperspektive oder ein Ich-Erzähler. Probier beides aus und triff eine bewusste Entscheidung auf Basis der Wirkung, die du jeweils erzielst.

Einen guten Roman schreiben – 20 Schreibtipps

Entscheide dich für ein Genre!

Roman ist nicht gleich Roman. Ob du einen Krimi, ein Jugendbuch oder einen Science-Fiction-Roman schreiben möchtest, macht einen Unterschied. Auch die Einordnung in E- oder U-Literatur sollte dir klar sein. So vermeidest du von Anfang an, dass dein Werk am Ende unverkäuflich ist.

Bring den Kern deiner Geschichte auf den Punkt!

Wenn du weißt, worum es in deinem Roman geht, hilft dir das enorm. Auch wenn während des Schreibens die ein oder andere Herausforderung auf dich wartet, verlierst du den Kern deiner Geschichte so nie aus dem Blick.

Mach dir also klar, wer deine Hauptfigur ist, was sie unbedingt erreichen möchte und welche Hindernisse ihr dabei im Weg stehen.

Lern deine Figuren gut kennen!

Nur, wenn du deine Figuren so richtig gut kennst, kannst du sie auch für die Leser lebendig werden lassen. Nimm dir entsprechend Zeit dafür, sie kennen zu lernen. Lebendige Romanfiguren erschaffst du, indem du ihre geheimsten Wünsche, Gedanken und Ängste kennst. Leg nicht einfach fest, wie sie zu sein haben, sondern betrachte sie, als wären sie echte Menschen. Nach und nach werden sich ihre Eigenschaften so herauskristallisieren.

Finde die passende Erzählperspektive!

Bei der Erzählperspektive deines Romans kannst du zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten entscheiden. Wählst du einen auktorialen Erzähler, einen Ich-Erzähler, eine personale Erzählweise oder möchtest du multiperspektivisch erzählen?

Achte bei der Entscheidung darauf, was am besten zu deiner Idee passt. Nicht jede Möglichkeit ist gleich gut geeignet, deine Story packend rüberzubringen.

Entwickle eine eigene Erzählweise!

Eine Geschichte lässt sich auf unterschiedlichste Weise erzählen. Häufig findet man erst während des Schreibprozesses heraus, welcher Erzählstil am besten passt.

Nimm diese Suche als Prozess an. Achte auf die Wortwahl, den Textrhythmus, den Einsatz bildhafter Sprache, rhetorischer Mittel und vieles mehr.

Gelingen dir Passagen, die dich von der Erzählweise her überzeugen? Mach dir klar, was sie auszeichnet, und setzt diese Erzählweise im gesamten Roman um.

Nutze eine bildhafte Sprache!

Eine besonders schöne Möglichkeit des literarischen Schreiben liegt im Gebrauch einer bildhaften Sprache. Metaphern, Allegorien oder Symbole verleihen deinem Text eine Ebene der übertragenen Bedeutung. Nicht das, was direkt gesagt wird, sondern der Interpretationsspielraum tritt so beim Lesen in den Fokus. Schöpfe diese Möglichkeit auf eine Weise aus, die zu dir und deinem Projekt passt.

Lies die Romane deiner Idole!

Um deine schriftstellerischen Fähigkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist es unerlässlich, dass du viel liest.

Lies jedoch nicht irgendwas.

Orientiere dich an den Autoren, die in deinem Genre unterwegs sind und die dir imponieren.

Was genau begeistert dich an ihren Texten?

Analysiere die erzählerische Gestaltung der Romane und setz das ein oder andere Element auch in deinem Text um!

Leg ein Romantagebuch an!

Einen Roman schreiben – das ist kein Nine-to-Five-Job. Versenkst du dich so richtig in dein Projekt, nimmt dich diese Tätigkeit ganz und gar ein. Vermutlich hast du jedoch auch noch andere Dinge im Leben zu tun.

Kommt dir ein Einfall für deinen Roman, während du gerade deinem Brotberuf nachgehst, die Kinder abholst oder mit Freunden unterwegs bist?

Führe ein Romantagebuch mit dir, in dem du all deine Einfälle und Gedanken notierst. So entwischt dir keine Idee und dein Projekt entwickelt sich stetig weiter, ganz egal, wo du dich gerade befindest.

Schreib einen Pitch!

Durch einen Pitch weckst du in wenigen Sätzen Interesse für dein Projekt. Der Pitch bringt deine Grundidee auf den Punkt und erzeugt im besten Fall ein Spannungsmoment.

Nimm diesen Schritt nicht auf die leichte Schulter. Probier Verschiedenes aus, teil deine Versionen mit anderen Menschen und überarbeitet diese.

So wird dir selbst immer klarer, was dich an deinem Romanprojekt fasziniert. Dies erhöht die Lust zu schreiben. Des Weiteren gehst du damit den wichtigsten Schritt, um deinen Roman potentiellen Interessenten vorstellen zu können. (Siehe auch: einen Pitch schreiben.)

Schreib einen Plot!

Der Roman als literarische Forum kann durchaus ausufernde Ausmaße annehmen. Häufig besteht er aus

  • mehreren Erzählsträngen
  • einer Vielzahl an Figuren
  • Irrungen und Wirrungen
  • Rückblicken
  • Exkursen
  • und vielem mehr.

Da fällt es manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Umso wichtiger ist es, einen Plot zu schreiben, in dem du die wichtigsten Handlungsschritte der Geschichte benennst. Das macht es dir leichter, Spannung zu erzeugen und im Schreibprozess einen roten Faden zu haben. (Siehe auch: einen Plot schreiben.)

Stell deiner Figur Hindernisse in den Weg!

Nichts ist langweiliger als eine Figur, die ihre Ziele problemlos erreicht.

Mach es deinem Helden nicht zu einfach! Stell ihm oder ihr ernsthafte Hindernisse in den Weg!

Diese sollten sowohl im äußeren, als auch im Inneren liegen. Die Leser sollten wirklich daran zweifeln, ob die Herausforderungen, denen sie begegnet, zu bewältigen sind.

Kläre die Figurenbeziehungen!

Der Figurenkonstellation kommt zentrale Bedeutung für dein Romanprojekt zu:

  • In welchem Verhältnis stehen die einzelnen Figuren zueinander?
  • Wer ist deinem Helden wohlgesonnen?
  • Wer steht seinen Zielen im Weg?
  • Welche Figur ist bloß scheinbar ein Freund oder bloß scheinbar ein Feind?

All diese Fragen solltest du in deinen Planungen beantworten, um eine fesselnde Story zu entwickeln.

Beachte Eigenschaften deiner Figuren!

Sowohl das Äußere deiner Figuren als auch das Innere ist entscheidend: Wie sehen sie aus und wie sind sie drauf? Dies sollte dir möglichst vor dem eigentlichen Schreiben bewusst sein.

Wichtiger als ein Steckbrief, in dem jedes kleinste Detail geklärt ist, ist dein Gespür für die Figur. Leg dich nicht zwanghaft auf bestimmte Eigenschaften fest, finde besser mit viel Geduld heraus, wie deine Figur tickt.

Bezogen auf die inneren Eigenschaften hilft häufig ein Blick auf die Vergangenheit: Welches einschneidende Ereignis hat sie geprägt und zu dem gemacht, der sie heute ist?

Verleih dem Figurenhandeln Plausibilität!

Wenn wir verstehen, weshalb eine Figur so handelt wie sie handelt, finden wir eine Geschichte realistisch. Und nur wenn wir sie in diesem Sinn realistisch finden, bleibt der Lesespaß erhalten.

Ist es tatsächlich psychologisch plausibel, wie sich deine Figuren verhalten? Sind ihre Reaktionen durch ihren Charakter und ihre Vorerfahrungen erklärbar?

Falls du zum Schluss kommst, dass dies nicht immer so ist, modifiziere deine Geschichte entsprechend.

Vermeide typische Stilfehler!

Einerseits sollte dein Erzählstil ein eigener sein. Jede Geschichte erfordert eine eigene Erzählweise und jeder Autor hat andere Vorlieben. Andererseits gibt es einige typische Fehler, die immer wieder gemacht werden, z.B.:

  • das exzessive Verwenden von Adjektiven oder Adverbien
  • langatmige Beschreibungen
  • die Tendenz zu unnötigen Satzmonstern.

Setze dich mit den Aspekten guten Stils auseinander und vermeide diese Stolperfallen!

Finde das Gleichgewicht zwischen Freiem Schreiben und Planung!

Ist es besser einfach drauflos zu schreiben oder benötigt ein Roman eine sorgfältige Planung?

Diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Sie hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab und von dem konkreten Romanprojekt, an dem du arbeitest.

Wichtig ist es, beide Aspekte auf dem Schirm zu haben: das freie Schreiben sowie die Planungsebene. Entwickle deine ganz eigene Kombination aus beiden Element.

Wechsle gekonnt zwischen den Ebenen!

Das Verhältnis zwischen der Planung, dem eigentlichen Schreiben und der Überarbeitung deines Romans muss nicht das eines Nacheinanders sein. Begreife die drei genannten Aspekte besser als Ebenen. Je nach Bedarf kannst du zwischen ihnen wechseln.

Hier ein paar Beispiele:

  • Verlierst du dich einmal im Schreiben, hilft ein Blick auf das große Ganze.
  • Merkst du beim Überarbeiten, dass eine Passage noch überhaupt nicht stimmt, geht es zurück in den Schreibfluss.
  • Kommst du bei der Planung nicht weiter, musst du vielleicht einfach mal drauflos schreiben, um deine Figuren besser kennenzulernen.

Integriere verschiedene Textformen in deinen Roman!

Was ein Roman ist und was nicht lässt sich nicht allgemeingültig festlegen. Eine der fantastischen Möglichkeiten beim Romanschreiben liegt darin, alle möglichen Textformen integrieren zu können.

Du solltest hierbei nicht wahllos vorgehen, sondern nur zu deiner Story passende Elemente wählen. Abgesehen davon, bist du jedoch ganz frei.

Hier ein paar Beispiele dafür, was sich alles in deinen Roman integrieren lässt:

  • Briefe
  • E-Mails
  • Chats
  • Einkaufslisten
  • Freundschaftsbucheinträge
  • Schulaufsätze
  • Zeitungsartikel
  • Protokolle
  • Tagebucheinträgen
  • Traumtagebucheinträge
  • Spickzettel

Welche Textformen fallen dir noch ein, die sich in deinen Roman integrieren lassen?

Denke in Spannungsbögen!

Um einen spannenden Roman zu schreiben benötigst du nicht nur einen roten Faden für das gesamte Projekt. Auch der Aufbau der einzelnen Kapitel und Absätze sollte entsprechend gestaltet sein.

Hilfreich hierfür ist es, in Szenen denken:

  • Wo möchte deine Figur jeweils hin?
  • Wie kommt es dann tatsächlich und weshalb?
  • Wie geht es der Figur zu Beginn der Handlungseinheit und wie geht es ihr am Ende?

Die Antworten auf diese Fragen helfen dir bei einem spannenden Aufbau!

Lass deine Figuren eine Entwicklung durchlaufen!

Interessante Romanfiguren bleiben in den seltensten Fällen immer dieselben. Besser ist es meist, sie durchlaufen eine Entwicklung.

Diese Entwicklung sollte nicht willkürlich sein, sondern sich aus der Handlung ergeben. Insbesondere die Konfrontation mit Herausforderungen und echte Tiefschläge und Niederlagen sind für die Entwicklung deiner Figur von Bedeutung.

Ein Sachbuch schreiben – 20 passende Schreibtipps

Werde dir bewusst, wofür du Experte bist!

Stell dir einmal folgende Fragen:

  • Wofür stehst du?
  • Was zeichnet dich im Besonderen aus?
  • Bei welchen Themen kannst du die Welt bereichern?

Die Antworten helfen dir dabei, deinen ganz persönlichen Schwerpunkt zu definieren. Ist dir dieser erst einmal klar, kannst du dir eine ganze Reihe möglicher Sachbuchthemen erschließen.

Mach dir klar, welche Art Sachbuch du schreiben möchtest!

Sachbuch ist nicht gleich Sachbuch. Es macht einen großen Unterschied, ob du ein Expertenbuch, ein erzählendes Sachbuch oder einen Ratgeber schreiben möchtest. Definiere an erster Stelle, was du mit deinem Buch erreichen möchtest: informieren, deine Erfahrungen teilen oder deine Leser bei ihrer Transformation unterstützen?

Werde dir deiner Zielgruppe bewusst!

Noch wichtiger als beim literarischen Schreiben ist es beim Schreiben eines Sachbuchs, eine konkrete Zielgruppe zu definieren.

Stell dir deinen idealen Leser vor. Für wen genau schreibst du?

Diese Entscheidung hat Auswirkungen auf die Auswahl der Inhalte, deren Anordnung sowie die Schreibweise. Sie ist entsprechend von allerhöchster Wichtigkeit.

Definiere den Ausgangspunkt und das Ziel deiner Leser!

Unabhängig davon, welche Art Sachbuch du schreibst, solltest du für dich klären, wo genau du deine Leser abholst und wohin du sie bringst:

  • Was setzt du an Vorwissen voraus?
  • Welche Zusammenhänge musst du erst noch erläutern?
  • Wo sollen deine Leser nach der Lektüre stehen?

Die Antworten auf diese Fragen sind unerlässlich für die Gesamtplanung deines Projekts.

Nimm die Leser Schritt für Schritt an der Hand!

Schreibst du einen Ratgeber, so solltest du stets die Entwicklung deines Lesers im Auge behalten:

  • Welches Problem lässt ihn zu deinem Buch greifen?
  • Auf welche Art hilfst du ihm dabei es zu lösen?
  • Welche konkreten Schritte muss er dafür gehen, welche Methoden anwenden?

Begleite ihn Stück für Stück auf diesem Weg.

Entwickle einen fesselnden roten Faden!

Im erzählenden Sachbuch teilst du deine Erfahrungen mit deinen Lesern. Diese können sich auf eine bestimmte Lebensphase oder auf explizit angestrengte Recherchen beziehen.

Erzähle nicht alles, was du erlebt hast. Reihe nicht sämtliche Episoden, die dir relevant erscheinen, aneinander.

Triff eine Auswahl und gestalte deren Präsentation dramaturgisch. Hier können Plotmodelle zum Einsatz kommen, die du sonst eher beim Romanschreiben nutzt.

Konzentriere dich aufs Relevante!

Bist du in deinem Sachbuch deine Expertise unter Beweis stellen und über einen speziellen Bereich informieren? Beschränke dich dabei aufs Wesentliche!

Wen genau sprichst du mit deinen Ausführungen an? Wie detailliert möchtest du über einzelne Aspekte informieren?

Behalte stets deine Zielgruppe im Auge, selbst wenn du ein Grundlagenwerk für einen bestimmten Themenbereich verfasst.

Werde konkret!

Eine häufige Gefahr beim Verfassen von Sachtexten liegt darin, zu allgemein zu schreiben. Sprachlich äußert sich dies häufig durch eine Vielzahl an Nominalisierungen und Passivkonstruktionen. Die Lektüre wird so schnell trocken.

Schreibe stattdessen möglichst konkret:

  • Wer tut an welcher Stelle was?
  • Woran zeigt sich dieses oder jenes Phänomen?
  • Was genau ist daran für den Leser relevant?

Reichere den Sachtext durch Geschichten an!

Auch in einem Sachbuch kannst du Geschichten erzählen. Sachinformationen und Erzählen widersprechen sich nicht. Im Gegenteil: treffende Geschichten veranschaulichen deine Ausführungen und halten die Leser bei der Stange. Und sie bieten Anschauungsmaterial, um deine Sachinformationen konkret werden zu lassen.

Nutze Quellen auf stimmige Weise!

Die Arbeit mit Quellenangaben und Zitaten lässt sich unterschiedlich gestalten. Ob du dich für Fußnoten, Endnoten oder allgemeinere Hinweise im Fließtext entscheidest, hängt von deiner Zielgruppe ab.

Durch das Verwenden von Zitaten und Verweisen verleihst du deinen Ausführungen zusätzlich Gewicht. Andererseits machen sie den Text häufig schwerer lesbar.

Finde ein Gleichgewicht zwischen Fachlichkeit und Leichtigkeit. Setze die Entscheidung, die du hier getroffen hast unbedingt konsequent im gesamten Manuskript um

Arbeite mit Anwendungsbeispielen!

Was können deine Leser mit den Informationen, die du ihnen gibst, konkret anfangen? Reichere deine Überlegungen mit konkreten Beispielen an:

  • Welche Klienten, Kunden oder Patienten haben bereits von deinen Ideen profitiert?
  • Haben dir Leser Erfahrungen zurückgemeldet?
  • Auf welche Weise lässt sich ein konkreter Aspekt ins Leben integrieren?

Gib den Lesern Methoden an die Hand!

Dein Sachtext sollte nicht allein aus Fließtext bestehen. Ergänze deine Ausführungen durch konkrete Methoden und Übungen.

Insbesondere in Ratgebern bleibt es so nicht alleine beim Lesen. Die Leser kommen vielmehr ins Machen.

Doch auch beim informierenden oder im erzählenden Sachbuch lassen sich entsprechende Impulse setzen. Sollen es keine Übungen sein, die über den Stoff hinausgehen, so könnten etwa Reflexionsfragen zum gerade Gelesenen am Ende eines Kapitels stehen.

Entwickle einen passenden Schreibstil!

Was guter Stil ist, hängt von mehreren Faktoren ab: von deiner Zielgruppe, deinem Thema, deinen persönlichen Schreibvorlieben.

Einen Flirtratgeber solltest du nicht im trockenen Duktus einer biologischen Abhandlung verfassen. In einem populärwissenschaftlichen Werk über Astrophysik wirkt der ein oder andere flapsige Ausdruck eher Fehlerplatz.

Beschränke dich bei der Entwicklung deines eigenen Stils nicht auf ein einzelnes Projekt. Denk lieber auf der Ebene deines Gesamtwerks. Vielleicht interessieren sich die Leser deines Buchs ja auch für deinen nächsten Werke.

Mach dir klar, was du erreichen möchtest!

Worum geht es dir mit deinem Sachbuch:

  • Willst du dich als Experte profilieren?
  • Möchtest du deine Haltung zu einem Thema klären?
  • Möchtest du mit deinem Wissen und deinen Erfahrungen Menschen helfen?
  • Wenn alles auf dich zutrifft: Was steht im Vordergrund?

Wenn du weißt, worum es dir eigentlich geht, prägt dies deine Schritte.

Wie du für dich Erfolg definierst, hängt maßgeblich davon ab. Nur, wenn dir klar ist, was du willst, kannst du am Ende feststellen, ob du es erreicht hast.

Greife auf Fallbeispiele zurück!

Das Einbinden von Fallbeispielen ist bei Sachbuch-Autoren umstritten. Manch einer fürchtet sich davor, dass die Leser die Seiten überblättern, um im Haupttext fortzufahren. Doch das muss nicht so sein.

Fallbeispiele helfen dabei, deine Ausführungen vom Abstrakten zum Konkreten zu bringen. Ein Fallbeispiel muss nicht immer relativ isoliert vom Haupttext stehen. Du kannst es in diesem aufgreifen und während des gesamten Buchs immer wieder darauf zurückkommen. So wird auch das trockenste Thema anschaulich gemacht.

Integriere passende Interviews!

Eine schöne Möglichkeit für mehr Abwechslung in deinem Sachbuch besteht darin, Interviews mit Experten zu führen. Übernimm einzelne Passagen (mit deren Erlaubnis), statt sie nur als Recherche zu nutzen. So bringst du mehr Abwechslung in dein Projekt und verleihst deinen Überlegungen zusätzlich Glaubwürdigkeit.

Illustriere mit Sprüchen oder Zitaten!

Kurze Sprüche, Zitate oder Aphorismen regen zum Nachdenken an. Eine schöne Möglichkeit besteht darin, sie einzelnen Kapiteln oder Teilen deines Buchs voranzustellen. Es ist nicht unbedingt notwendig, direkt auf sie zurückzukommen. Ohne dies explizit einzufordern, zeigen sie dem Leser einen möglichen Bedeutungsraum auf.

Achte bei der Auswahl auf die Zuverlässigkeit deiner Quelle sowie auf den Hintergrund der zitierten Person. Du solltest unterstützen können, wofür diese im Allgemeinen steht. Sonst verkehrt sich der positive Effekt in sein Gegenteil.

Entwickle eine stimmige Gliederung!

Eine stimmige Gliederung ist das A und O für die Stringenz deiner Ausführungen. Nicht erst am Ende bietet sie in Form eines Inhaltsverzeichnisses den Lesern Orientierung. Auch schon während des Schreibprozesses kommt ihr große Bedeutung zu.

Anhand deiner Gliederung kannst du die Grundfesten deines Buchprojekts hinterfragen:

  • Stehen die einzelnen Themenbereiche in einem stimmigen Verhältnis zueinander?
  • Passen Ausdruck und Stil der einzelnen Überschriften zueinander?
  • Ergibt das Gesamtbild einen überzeugenden Zusammenhang oder fehlen an der ein oder anderen Stelle noch wichtige Schritte?

Führe in deine Ausführungen ein!

Der Beginn deines Buchs entscheidet maßgeblich darüber, ob sich ein Verlag dafür interessiert. Und auch deine Leser beginnen meist mit dem Anfang.

Werden sie dein Buch bis zum Ende lesen?

Oder legen Sie es schon nach wenigen Sätzen wieder zur Seite?

Wie machst du von Beginn an deutlich, dass dein Buch für sie relevant ist?

Bring gleich am Anfang auf den Punkt, welchen Vorteil die Lektüre mit sich bringt:

  • Welche Erkenntnis kannst du versprechen?
  • Welche Veränderung geht mit der Lektüre einher?
  • Welche Erfahrungen möchtest du teilen?

Entwickle ein einzigartiges Gesamtkonzept!

Weshalb sollte die Welt nicht auf dein Buch verzichten? Die Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, ob dein Sachbuch im Meer des Beliebigen wie ein Stein versinkt oder ob es wie ein Heißluftballon in den Himmel empor steigt und von Weitem zu sehen ist.

Kläre für dich, was an deinem Konzept einzigartig ist.

Welchen anderen Büchern ähnelt dein Buch und an welcher Stelle geht es über diese hinaus? Welche Lücke schließt du mit deinem Projekt?

Findest du (noch) keine Antwort auf diese Fragen, solltest du dein Vorhaben entsprechend modifizieren. Nur, wenn es dem bereits Vorhandenen etwas Relevantes hinzufügt, hat es eine Daseinsberechtigung auf dem Markt.

Eine Autobiografie schreiben – die 20 wichtigsten Schreibtipps

Nimm die Erinnerungsarbeit ernst!

Das Schreiben einer Autobiographie ist nicht immer eine Leichtigkeit. Manche Phasen unseres Lebens sind uns nicht ohne Weiteres zugänglich. Der Stoff ist damit nur scheinbar klar:

„Aber ich hab das doch selbst erlebt!?“

In Wahrheit bist du längst nicht mehr derselbe.

Entsprechend besteht die Herausforderung darin, dir Zugang zu deiner Erinnerung zu verschaffen.

Reise an wichtige Orte deines Lebens!

Die Reise an wichtige Orte unseres Lebens kann uns dabei helfen, die Erinnerung anzuregen. Besondere Bedeutung kommt hier der Sinneswahrnehmung Riechen zu.

Probier es am besten selbst einmal aus:

  • Setz dich in die altes Klassenzimmer. Sauge den Duft (oder Mief) einer Umkleidekabine in dich auf.
  • Besuch die Eisdiele, in der du als Kind immer warst, und bestell so wie damals ein Schokoladeneis.
  • Reise in den Garten deiner Kindheit und schnupper den Duft deiner Lieblingsblumen.

Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Welche Geschichten fallen dir ein? Wie fühlt sich das an?

Indem du an wichtige Erinnerungsorte reist, nimmst du Kontakt mit deinem früheren Ich auf …

Sprich mit für dich wichtigen Menschen!

Beim Schreiben deiner Autobiografie bist du nicht auf dich allein angewiesen. Sprich mit Menschen, die für dich wichtig sind oder es einmal waren. Nutze die Gelegenheit, um mit alten Freunden Kontakt aufzunehmen oder Verwandte anzurufen, mit denen du lange nicht gesprochen hast. Unterhalte dich über alte Zeiten und gemeinsame Erlebnisse – durch die Gespräche wirst du sehr wahrscheinlich in deiner Erinnerungsarbeit unterstützt.

Durchforste alte Fotos!

Alte Fotoalben oder Fotokisten sind eine wahre Schatzgrube für deine Autobiografie. Höchstwahrscheinlich wirst du auf Begebenheiten und Situationen treffen, die du nicht mehr auf dem Schirm hattest. Nimm sie als Anlass, kurze Szenen oder sonstige Erinnerungstexte zu schreiben.

Studiere alte Briefe und weitere Schriftstücke!

Das waren noch Zeiten, als Briefe schreiben etwas Alltägliches war. Vielleicht findet sich irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden eine Kiste mit alter Korrespondenz. Ansichtskarten sind selbstverständlich ebenso relevant.

Vielleicht schreibst du aber auch über die letzten Jahre oder Jahrzehnte. Dann ist ein Email-Archiv von unschätzbarem Wert.

Begib dich in die Situationen hinein, in denen du damals gesteckt hast. Vielleicht möchtest du sogar einzelne Fragmente in deine Autobiografie einbauen?

Beschäftige dich mit den Hochs und Tiefs deines Lebens!

Eine kraftvolle Methode beim Schreiben deiner Autobiografie besteht darin, eine Vogelperspektive auf dein Leben einzunehmen:

Stell dir vor, dein Lebenslauf sieht aus wie ein Fluss. Du blickst von oben auf ihn herab, manchmal verläuft er gerade, manchmal schlängelt er sich durch die Landschaft und hin und wieder gibt es einen Knick.

Wo liegen die Hochs in deinem Leben? Wo die Tiefs? Identifiziere die Momente, in denen du besonders glücklich oder unglücklich warst. Hier liegen höchstwahrscheinlich emotional aufgeladene Ausgangspunkte, um autobiografisch zu schreiben.

Beginn mit kleinen Textfragmente!

Das Vorhaben, ein ganzes Buch zu schreiben, kann Angst machen. Viele schrecken vor all der Arbeit zurück und zweifeln daran, ob sie dazu tatsächlich in der Lage sind.

Mach dir zu Beginn nicht zu viele Gedanken. Fang lieber mit kleinen Textfragmenten an. Sie müssen noch nicht in einem stringenten Zusammenhang steht. Um diesen herzustellen hast du im weiteren Verlauf immer noch Zeit. Hauptsache, du kommst erst einmal ins Schreiben!

Sorge dich nicht allzu sehr um die Struktur!

Beim Schreiben der eigenen Autobiografie sorgen sich viele um deren Struktur. Das Ganze soll am Ende schließlich einen roten Faden beinhalten!

Meist sind die Sorgen unbegründet. Dein Leben verfügt automatisch über einen Zusammenhang. Schließlich sind alle Erlebnisse ein und derselben Person widerfahren. Sammle zuerst eine gewisse Anzahl an Erinnerungstexten, versetz dich so intensiv wie möglich in frühere Situation hinein. Sobald du dich in dein Projekt hineingeschrieben hast, kannst du dir viel besser Gedanken über die Struktur machen. Schließlich soll diese zu deiner Schreibweise passen.

Setze Plotmuster ein!

Hast du bereits einige Seiten deiner Autobiografie verfasst und ein Gespür dafür bekommen, wie du sie erzählen möchtest? Das ist ein guter Moment, um auf die Planungsebene zu wechseln.

Ist dir im Großen und Ganzen klar, welchen Ausschnitt deines Lebens, welche Geschichte du erzählen möchtest? Bewährte Plotmuster können dir dabei helfen, den vorhandenen Stoff in eine stringente Struktur zu überführen. Insbesondere die Heldenreise eignet sich unter Umständen dafür. (Siehe auch: einen Plot schreiben.)

Entwickle die Struktur aus dem Schreibfluss heraus!

Die Planung auf der Plotebene ist für deine Autobiografie nicht unbedingt nötig. Du kannst deren Struktur auch aus dem Schreiben heraus entwickeln.

Ordne die bereits entstandenen Erinnerungstexte um Oberthemen herum an. Frag dich nun, welche weiteren Themen du bearbeiten möchtest. Positioniere diese so, wie es dir plausibel erscheint. Füge eventuell einen Prolog oder Epilog, Übergänge oder Exkurse hinzu. Schon kann eine stimmige Struktur entstanden sein.

Begibt dich mit Kreativmethoden auf Spurensuche!

Würde die Erinnerung offen zutage liegen, wäre das Schreiben einer Autobiografie eine recht einfache Sache. Meist ist dem jedoch nicht so. Viele Ereignisse liegen in der Erinnerung verschüttet. Kreative Methoden können dir dabei helfen, die notwendige Erinnerungsarbeit zu betreiben.

Versuche es zum Beispiel mit folgenden Methoden:

  • Eine Mindmap erstellen
  • Ideen in Form von Clustern sammeln
  • Brainstormen
  • Die Walt-Disney-Methode anwenden
  • Ein Akrostychon zu einem Begriff deiner Wahl erstellen
  • Gedichte schreiben, z.B. Elfchen, die dein Gefühl zu einer bestimmten Phase auf den Punkt bringen
  • Collagen erschaffen, aus Fotos, Zeitungsartikeln oder Ausschnitten aus Illustrierten
  • Wortfelder zu Oberthemen deines Lebens erstellen

Unternimm Gedankenreisen!

Gedankenreisen sind eine schöne Möglichkeit, um sich in sich selbst zu versenken. Sie unterstützen dich dabei, zu entspannen und regen deine Fantasie an.

Zuerst konzentriert du dich auf die Umgebung, wendest dich dann deiner Atmung zu, schließt die Augen und schickst schließlich deinen Geist auf Reisen.

Angeleitete Gedankenreisen bieten dazu einen guten Einstieg. Mit etwas Übung kann man die Methode jedoch auch alleine durchführen.

Setz Erzählstrukturen für einzelne Kapitel ein!

Nicht nur für deine Autobiografie im Ganzen ist die Struktur von Bedeutung. Auch für einzelne Kapitel oder Teile sind entsprechende Überlegungen relevant.

Hier ein paar beliebte Möglichkeiten:

  • Stell ein wichtiges Ziel, das du erreichen möchtest, ins Zentrum eines Kapitels.
  • Schildere die Entwicklung einer wichtigen Beziehung anhand verschiedener Begegnungen.
  • Erzähle ein prägendes Ereignis, indem du es überraschend in den Erzählfluss einbrechen lässt.
  • Stell Fragen an den Beginn eines Kapitels, die du in dessen Verlauf zu beantworten suchst.
  • Spring anhand überzeugender Assoziationen zwischen unterschiedlichen Situationen deines Lebens hin und her.
  • Beschreibe aktuelle Erlebnisse und löse Erinnerungsfetzen durch bestimmte Sinneseindrücke aus.
  • Stell einen Wendepunkt in die Mitte eines Kapitels, an dem sich Glück in Unglück oder Unglück in Glück wandelt.
  • Setz sanfte Cliffhanger ans Ende eines Kapitels, um den Leser neugierig darauf zu machen, was folgt.

Sammle Bedeutungsschnipsel!

Nicht nur persönliche Erinnerungsstücke können das Schreiben deiner Autobiografie unterstützen. Mach dich auch auf die Suche nach kulturellen Erinnerungen:

  • Welche Bücher hast du in welchem Alter gelesen?
  • Welche Themen waren in der Zeitung relevant?
  • Welche Platten hast du gehört?
  • Welche Zeitschriften gelesen?

Erstelle eine Sammlung all der Schnipsel, die für dich von Bedeutung sind. Sie helfen dir dabei, dich in bestimmte Zeiten zu begeben.

Wie ging es dir, als du eine einschneidende Meldung zum ersten Mal gehört hat?

Wie hast du dich gefühlt, als du zum ersten Mal zu deinem Lieblingssong tanztest?

Schreib darüber!

Versetz dich in andere Personen hinein!

Das Schreiben einer Autobiografie bedeutet immer auch Verarbeitung der eigenen Erfahrungen. Nicht auf jede Epoche schauen wir mit Stolz zurück. Manche Menschen haben wir verletzt oder enttäuscht.

Versetz dich in andere Menschen hinein. Du wirst nie wissen, wie sie sich tatsächlich gefühlt haben. Es trägt jedoch zum heilsamen Aspekt dieser Schreibarbeit bei, wenn du nicht allein bei dir bleibst.

Selbst wenn du es damals nicht warst, versuche zumindest jetzt empathisch zu sein.

Betrachte schwere Phasen des Lebens konstruktiv!

Arbeitest du ernsthaft an deiner Autobiografie, lässt sich der Blick auf schwierige Zeiten nicht vermeiden. Was einmal passiert ist, lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Im Schreiben hast du jedoch die Chance zu fragen, was dich die schweren Stunden des Lebens gelehrt haben. Solltest du hier zu keinem Ergebnis kommen, besteht zumindest die Möglichkeit, sich mit dem Leid zu versöhnen.

Kurz gesagt: Versuch konstruktiv mit den Tiefs deines Lebens umzugehen. Dann liegt im autobiografische Schreiben die Möglichkeit Wunden zu heilen.

Arbeite mit Listen!

Listen erstellen ist die vielleicht einfachste Schreibmethode, die man sich denken kann. Du notierst eine Überschrift, nimmst dir eine bestimmte Anzahl an Punkten vor und schreibst diese dann untereinander auf. So wie bei einem Einkaufszettel. Gerade, weil die Methode so einfach ist, ist sie so mächtig.

Wende diese Methode in den unterschiedlichsten Momenten deines autobiografischen Schreibens an.

Hier ein paar Vorschläge für mögliche Listen:

  • meine Lieblingsplatten
  • meine Lieblingsbücher
  • meine glücklichsten Momente
  • meine traurigsten Momente
  • Situationen, über die ich herzhaft gelacht habe
  • Peinlichkeiten Teil 1
  • Peinlichkeiten Teil 2
  • Dinge, die ich nie mehr erleben möchte
  • Momente der Liebe und Geborgenheit

Wechsle zwischen erlebendem und erzählendem Ich

Beim autobiografischen Schreiben verdoppelst du dich gewissermaßen. Du schreibst über dich. Bist erzählendes und erlebendes Ich. Zugleich bist du heute nicht mehr der gleiche wie damals.

Daraus entsteht ein stetiges Wechselspiel zwischen erzählendem und erlebendem Ich. Nutze das Gestaltungspotenzial, das daraus erwächst. Hinterfrage kritisch, was du damals gedacht hast. Fühl dich in dein früheres Ich hinein. Oder geh auf Distanz, je nachdem, wie es sich für dich richtig anfühlt …

Variiere zwischen „ich“ und „er“ bzw. „sie“!

Die Möglichkeit, deine Autobiografie in der Ich– oder Er/Sie-Perspektive zu schreiben wurde bereits erwähnt. Du musst dich jedoch nicht für eine davon entscheidend. Du kannst auch zwischen beiden variieren.

Dies ermöglicht es dir, Nähe aufzubauen oder subtil auf Distanz zu gehen. Möglicherweise kannst du dich in bestimmte Situation so hinein fühlen, dass du ich schreiben kannst. Andere Phasen sind dir jedoch vielleicht so fern, dass du es bevorzugst, in der dritten Person zu schreiben.

Erzähl nur das Erzählenswerte!

Wenn wir bewusst durchs Leben gehen, machen wir eine Vielzahl an Erfahrungen. Nicht alles kann Platz in unserer Autobiografie finden.

Triff eine Auswahl.

Triff sie bewusst.

Ansonsten läuft du Gefahr, dich in Nebensächlichkeiten zu verlieren und so die Aufmerksamkeit fürs Wesentliche einzubüßen.

So gehst du mit den Schreibtipps um

Nur Schreibtipps, nach denen du fragst, sind gute Tipps

Nichts ist kontraproduktiver als gute Ratschläge, nach denen keiner gefragt hat. Sehr leicht stellt sich Trotz oder Widerstand ein, wenn du ungewollte Tipps bekommst. Das ist bei Schreibtipps nicht anders.

Entsprechend solltest du mit dieser Liste verfahren. Es ergibt keinen Sinn, dir alle Schreibtipps auf einmal einzuprägen und dir verbissen deren Umsetzung vorzunehmen. So ist dein Scheitern vorprogrammiert.

Wähle lieber einen bestimmten Bereich, identifiziere dein Beratungsanliegen und such nach dem passenden Schreibtipp.

Im persönlichen Kontakt gilt das gleiche. Nur wenn dich jemand nach deiner Meinung zu einem Text fragt, solltest du diese kundtun.

Andersherum ist es genauso: Such explizit nach den Menschen, auf deren Meinung du etwas gibst. Bitte Sie nach der Lektüre deines Textes um den ein oder anderen Schreibtipp. Überlege dir davor jedoch gut, wen du fragst.

Die Grenzen der Schreibberatung

Beratung stößt immer da an ihre Grenzen, wo eine individuelle Lösung notwendig ist. Nur du weißt letztlich, was für dich richtig ist. Das gilt für das Schreiben ebenso wie für jeden anderen Lebensbereich.

Entsprechend ist Autoren– oder Schreibcoaching häufig die bessere Wahl, als eine reine Schreibberatung. Hier steht deine persönliche Entwicklung im Zentrum. Dir werden keine vorgegebenen Schritte vermittelt, vielmehr erarbeitest du diese selbst und wirst dabei von deinem Coach unterstützt.

Häufig kommt es nicht allein auf den richtigen Schreibtipp an. Wichtig ist auch, die einzelnen Schreibtipps – die zum Teil widersprüchlich wirken – in ein konstruktives Miteinander zu überführen. Zudem ist die gemeinsame Arbeit an deinen konkreten Texten die Voraussetzung, um als Autor nachhaltig zu wachsen.

Jedes Schreibprojekt ist anders, kein Tipp ein Gesetz

Wie viele Schreibtipps du auch bekommst, nie darfst du dabei vergessen: Keiner von ihnen gilt absolut. Jeder Schreibtipps muss immer zu dir passen und zu der Situation, in der du dich gerade befindest.

Nicht selten ist es nötig, genau das Gegenteil von dem zu machen, was manch ein Schreibtipp behauptet:

  • Vielleicht sitzt du gerade an einem Romanprojekt, das eben keine Planung durch Plotstrukturen benötigt.
  • Vielleicht möchtest du deine Figuren gerade nicht vor dem eigentlichen Schreiben kennenlernen, da die Neugierde auf sie die hauptsächliche Triebfeder für das Schreiben deiner Geschichte ist.
  • Vielleicht verzichtest du in deinem Sachbuch explizit auf konkrete Anwendungsbeispiele, da es sich um ein Grundlagenwerk handelt.

Du siehst: Kein Schreibtipp ist ein Gesetz.

Bleibe stets achtsam. Integriere den ein oder anderen Schreibtipp in deine Praxis. Vertraue dabei jedoch stets auf dein Gespür und deine Erfahrung, die Zeile für Zeile reichhaltiger wird.

Welchen Schreibtipp findest du am wichtigsten? Teile ihn in den Kommentaren!

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