Gute Geschichten erzählen – 10 simple Tricks!

Die Kraft des Geschichtenerzählens ist in einer ganz bestimmten Situation besonders lebendig. Ich nenne sie den Lagerfeuer-Moment.

Um euch herum herrscht finstere Nacht. Das Feuer knistert, irgendwo ruft ein Käuzchen. Und einer erzählt eine Geschichte. Ihr rückt noch näher zusammen und alle lauschen gebannt.

Was passiert als nächstes? Gelingt es dem Helden den Drachen zu töten? Oder wird er untergehen?

Um eine solche Situation zu erleben, brauchst du nicht auf Klassenfahrt gehen oder zu einer Expedition in die Wildnis aufbrechen. Du benötigst noch nicht einmal ein Lagerfeuer.

Wenn jemand eine gute Geschichte erzählt, entsteht eine ähnliche Energie in allen möglichen Lebenslagen.

Die Zuhörer sind ganz bei der Sache. Sie identifizieren sich mit dem Protagonisten und verstehen ohne großes Nachdenken, worum es geht. Vor allem aber wollen sie wissen, ob die Geschichte gut ausgeht und wie dies gelingt. Und sie rücken näher zusammen.

Das Erzählen von Geschichten, oder auch Storytelling, ist tief in unsere kulturelle Identität eingeschrieben.

Doch viel zu häufig ist uns dies in unserem Alltag zu wenig bewusst.

In einer Zahlenkultur, in der er es schon in der Schule vor allem um Messbares geht, wird die Macht der Narration häufig unterbewertet. Dies setzt sich im Berufsleben fort. Und selbst im privaten Bereich sind wir viel zu oft schrecklich verkopft.

So vernachlässigen wir die Macht guter Geschichten. Dabei helfen sie dir dabei, dich selbst zu verstehen, deine Inhalte anschaulich rüber zu bringen und dein Publikum zu erreichen.

Wie aber erzählst du nun gute Geschichten?

Die folgenden zehn Punkte helfen dir weiter!

Tipps fürs Erzählen guter Geschichten

Die Geheimwaffe für gute Ideen …

… ist Achtsamkeit!

Mach die Augen auf. Nimm wahr, was um dich herum geschieht. Was siehst, hörst, riechst und fühlst du? Welche Menschen begegnen dir? Wer von ihnen könnte eine interessante Figur abgeben? Was treibt sie an?

Betrachte auch deinen eigenen Geist. Welche Themen beschäftigen dich? Mit welchen Hoffnungen und Ängsten sind diese verbunden? Was verbindest du mit Lebensglück? Was kann dir dabei helfen, es zu erreichen? Und was hält dich davon ab?

In allem, was dir begegnet, stecken Ideen für gute Geschichten. Du musst bloß lernen, sie zu erkennen!

Einen guten Anfang finden

Was macht einen guten Anfang aus?

Spare dir am besten lange Vorreden. Der Leser sollte gleich “angefixt” werden. Das erreichst du am einfachsten, indem du Lust auf mehr machst.

Schmeiß den Zuhörer oder Leser mitten in eine Situation hinein. Wirf mit dem ersten Satz eine Frage auf. So will dein Publikum wissen, was als nächstes kommt.

Doch Vorsicht: Verursache keinesfalls zu viel Verwirrung. Wenn wir gar nicht begreifen, worum es überhaupt geht, schalten wir recht schnell ab.

Du solltest deinem Publikum deshalb etwas Orientierung bieten, z.B. indem ungefähr klar ist, worum es geht. Aber eben auch nicht vollkommen. Das Ziel eines guten Anfangs ist es, neugierig auf den Rest der Geschichte zu machen.

Einen Konflikt zu Grunde legen

Ein Konflikt entsteht immer dann, wenn eine Figur etwas will und dafür gute Gründe hat, dies aber nicht ohne Weiteres bekommt. Du benötigst also einen Helden, ein Ziel und Hindernisse, die diesem im Weg stehen. Zusammen ergibt dies den Konflikt.

Für die Qualität deiner Geschichte ist der Konflikt die alles entscheidende Basis. Je überzeugender du ihn gestaltest, umso leichter wird es dir fallen, dein Publikum mit deiner Story zu fesseln. Wie gelungen dein Konflikt ist, hängt von jedem einzelnen seiner Bestandteile ab, sowie davon, wie diese zusammenwirken.

Starke Ziele

Nur wenn deine Figur ihr Ziel unbedingt erreichen will, handelt es sich um ein gutes Ziel. Wenn du etwas nicht wirklich willst, strengst du dich auch nicht dafür an. Somit liegt hier der Treibstoff für deine Geschichte, ohne den sie daher kommen würde wie eine lahme Ente.

Ein gutes Ziel zeichnet sich dadurch aus, dass es zu deiner Figur passt. Es hat immer mit einer Eigenschaft oder einem Mangel von ihr zu tun.

Ein paar mögliche Kombinationen aus Figur und Ziel:

Ein armer Schlucker erfährt, wo ein Schatz vergraben liegt und möchte diesen unbedingt bergen.

Einer Forscherin wird ihre revolutionärste Erfindung geklaut, die sie sich unbedingt wiederholen möchte.

Ein verletzter Fußballspieler hofft auf eine Wunderheilung, um bei der WM mitmachen zu können.

Nur zusammen mit der jeweiligen Figur funktionieren die Ziele. Den armen Schlucker interessiert die Wunderheilung kein Stück, denn er erfreut sich bester Gesundheit. Und die Forscherin pfeift auf materielle Werte und hat ausschließlich biochemische Formeln im Kopf. Dem Fußballspieler wiederum ist die Wissenschaft egal, das Runde muss einfach bloß ins Eckige (und zwar am besten im WM-Finale).

Starke Hindernisse

Ohne Hindernisse wäre deine Geschichte so schnell vorbei, dass es gar keine Geschichte wäre. Erst, indem du deiner Figur Steine in den Weg legst, entsteht Spannung.

Wirklich starke Hindernisse wirken unüberwindbar. Um schließlich doch erfolgreich zu sein, muss dein Held an ihnen wachsen. Herausforderungen und Hürden sind damit auch die entscheidenden Zutaten, um deiner Figur die Möglichkeit zu geben sich zu entwickeln.

Hindernisse können äußerlich oder innerlich sein. Am besten ist es, wenn beides miteinander zusammenhängt.

Die Wissenschaftlerin, der die Erfindung geklaut wurde, muss also herausfinden, wo sich die Diebe verschanzt haben. Und wenn sie entdeckt, dass sich dies am anderen Ende der Welt aufhalten, muss sie erst ihre Reise- und Flugangst überwinden, um sich das Objekt der Begierde wiederzuholen.

Deine Figur aktiv werden lassen

Erträgt deine Figur einfach bloß, was ihr zustößt, und wird vom Schicksal hin und her geworfen? Dann ist es schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Außerdem wirken Ereignisse schnell konstruiert, wenn diese bloß von außen auf deinen Helden einprasseln.

Das Publikum verknüpft sich viel leichter mit Charakteren, die aktiv handeln und ihr Schicksal in die Hand nehmen. Wenn wir etwas riskieren, können wir spektakulär scheitern, aber auch siegen. Dann geht es wirklich um was!

Und nur, wenn wir für sie etwas aufs Spiel gesetzt haben, schätzen wir Erfolge tatsächlich wert. Deine Figur sollte sich entsprechend unbedingt aus ihrer Komfortzone begeben!

Überraschende Wendungen

Alles läuft von vorne bis hinten gradlinig ab. Das Publikum vermutet, wie die Geschichte weitergeht und dann kommt es tatsächlich haargenau so.

Damit ist deine Geschichte vor allem eines: langweilig.

Wenn deine Geschichte wiederum auf einmal in eine komplett andere Richtung geht als bisher, dies aber vollkommen willkürlich erscheint, verliert das Publikum ebenfalls das Interesse. Dann wirkt deine Story einfach nur hanebüchen und konstruiert.

Überraschende Wendungen dürfen also keinesfalls willkürlich sein. Unerwartet müssen sie sein, das schon, doch am überzeugendsten sind sie, wenn sie mit dem Handeln deiner Figur zu tun haben.

Der arme Schlucker, der nichts mehr möchte als Geld, findet am Ende zwar seinen Schatz, doch dieser stellt sich als vollkommen wertlos heraus. Damit hat keiner gerechnet, denn die ganze Zeit war die Rede davon, welche Reichtümer in ihm erhalten sind. Doch im Nachhinein ist total plausibel, dass der enttäuschte Held allzu gerne auf eine Lügengeschichte hereingefallen ist. Seine Wünsche haben ihm die Sicht auf die Realität verstellt.

Witzig erzählen

Humor kann die Geheimzutat sein, um aus einer guten Geschichte eine wirklich unterhaltsame Story zu machen. Welche Art Humor zu deiner Geschichte passt, hängt vom Thema, der Hauptfigur und deinen persönlichen Neigungen ab.

Selbstverständlich eignet sich witziges Erzählen auch nicht für jede beliebige Story. Du solltest unbedingt ein gewisses Feingespür walten lassen, welche Art Humor bei welchem Publikum auf welche Weise wirkt.

Entscheidest du dich dafür, deine Geschichte witzig zu erzählen? Dies kann ganz Unterschiedliches bedeuten!

  • Du kannst Slapstick-Momente einbauen.
  • Gelungene Wortspiele können witzig wirken.
  • Absurde Missverständnisse erheitern das Publikum.
  • Humorvolle Dialoge lassen deine Zuhörer oder Leser schmunzeln.
  • Komische Figuren ziehen komische Situationen an.

Spannung erzeugen

Spannung lässt sich beim Geschichtenerzählen auf vielfache Weise erzeugen. Ein wirklich guter Konflikt ist für eine spannende Story die wichtigste Voraussetzung. Doch er ist noch längst keine Garantie, dass du auch insgesamt spannend erzählst.

Spannung aufbauen gleicht einem Spiel mit dem Publikum. Versuche, das Interesse zu wecken, indem du Andeutungen machst und ein paar Informationshäppchen darbietest. Doch halte zugleich wichtige Punkte zurück. Und mit jeder offenen Frage, die geklärt wird, sollten neue Fragen aufkommen.

Überzeugend Spannung aufbauen gleicht einem Balanceakt. Denk am besten an die Funktionsweise von Pfeil und Bogen. Hängt der Faden durch, kannst du nicht schießen. Spannst du ihn zu straff, wird er reißen. Doch findest du ein stimmiges Gleichgewicht zwischen beiden Extremen steigt deine Geschichte wie ein Komet in die Luft und alle verfolgen die Flugbahn gebannt.

Ein gutes Ende

Bei offenen Enden ist unklar, ob deine Figur am Schluss erfolgreich sein wird oder scheitert. Bei geschlossenen Enden hingegen ist klar, ob die Geschichte als Komödie oder Tragödie endet. Selbstverständlich gibt es noch alle möglichen Varianten dazwischen.

Ob dein Ende ein gutes Ende ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig sind insbesondere:

  • der Kontext, in dem du deine Geschichte zum Besten gibst
  • die Grundstimmung, die du mit deiner Geschichte vermitteln möchtest
  • den Anspruch, den du mit ihr verfolgst.

Auch ein offenes Ende kann ein gutes Ende sein, wenn du ein literarisches Meisterwerk zu Papier bringst, mit dem du deine Leser zum Nachdenken anregen willst. Doch beim Erzählen einer Anekdote in der Kaffeepause stößt es wohl auf wenig Gegenliebe, wenn du deine Zuhörer im Unklaren lässt, wie die Geschichte ausgeht.

Mach dir möglichst schon zu Beginn des Erzählens bewusst, wie dein Ende aussehen soll. Ein gutes Ende zeichnet sich letztlich vor allem dadurch aus, dass es zum Rest der Geschichte passt. Im Nachhinein sollte es auf jeden Fall einleuchtend erscheinen, auch und gerade, wenn das Ende eine Überraschung bereit hält.

Spontan Geschichten erzählen versus planen

Geschichten erzählen – das kann bedeuten, ganz spontan und assoziativ ein aktuelles Erlebnis in zu Worte fassen, oder auch, einen 500 Seiten dicken Roman zu plotten und zwar bis ins kleinste Detail. Das sind zwei Extremfälle, keine Frage.

Doch sie zeigen deutlich auf, dass es beim Geschichtenerzählen zwei wichtige Strömungen gibt: Die Storyentwicklung am Reißbrett sowie das intuitive Fabulieren.

Mündlich erzählen oder schriftlich

Mündliches Erzählen sollte tendenziell einfacher strukturiert sein als das Geschichtenerzählen in Texten. Denk immer daran, dass man dir folgen muss ohne umzublättern oder innezuhalten. Entsprechend sind auch eine angepasste Sprechweise und ein angemessenes Tempo essentiell, damit dir deine Zuhörer nicht verloren gehen.

Dabei ist es jedoch keinesfalls so, dass mündliches Erzählen immer spontan und schriftliches Erzählen immerzu mit Vorausplanung vonstatten gehen. Das freie Schreiben ist ein gutes Beispiel dafür, wie auch beim Geschichtenschreiben assoziatives Erzählen zum Einsatz kommt. Und zurechtgelegte Anekdoten, die Menschen immer wieder erzählen, zeigen, dass wir auch im mündlichen Bereich vorausplanen.

Anekdoten versus Spontanität

Es bringt viele Vorteile mit sich, wenn du dir eine Sammlung an Anekdoten zurecht legst.

Du kannst dein Leben gezielt durchforsten und nach aussagekräftigen Begebenheiten Ausschau halten. Hierbei solltest du dir überlegen, was du erzählen möchtest und was lieber nicht. Je nach Anlass kannst du die ein oder andere Geschichte darbieten.

Doch Vorsicht: Du solltest dir merken, was du bereits wo erzählt hast.

Ansonsten wirst du schnell der Geschichten-Opa, der die immer gleichen Storys zum Besten gibt, während die Zuhörer nach außen hin lächeln und innerlich gähnen.

Romane und Geschichten schreiben

Im Kreativen Schreiben ist das Ineinander aus Planung und Spontanität besonders komplex. Egal ob du vorhast, Geschichten, Romane oder autobiographisch zu schreiben. Eine gewisse Vorausplanung und freies Schreiben sollten immerzu Hand in Hand gehen.

Beim Schreiben eines Romans kannst du so zuerst einen Plot schreiben. Doch beim Verfassen des Erstentwurfs musst du dich nicht zwanghaft daran halten, sondern solltest dir erlauben, spontane Einfälle einzubinden. Spätestens wenn der rote Faden droht verloren zu gehen, solltest du allerdings wieder auf die Planungsebene wechseln.

Anwendungsbereiche des Geschichtenerzählens

Das Geschichtenerzählen ist nicht auf einzelne Lebensbereiche beschränkt. Es ist vielmehr als Grundprinzip unseres Selbst- und Weltverständnisses zu sehen. Wir begreifen uns selbst am allerbesten in Form von Geschichten und ebenso die Themen, mit denen wir uns beschäftigen.

Somit ließe sich eine schier endlose Liste möglicher Anwendungsbereiche erstellen. Hier nun eine kleine Auswahl, wie du das Geschichtenerzählen konkret in dein Leben bringst.

Ein Abend mit Freunden

Wenn du dich mit Freunden triffst, die du nicht so oft siehst, erzählt ihr euch vielleicht, was es so Neues gibt. Doch diese Schilderungen aus Urlaubsreisen, Alltagssorgen oder Gedanken können auf andere häufig eintönig wirken. Versuche einmal jeden Aspekt, über den du berichten willst, in eine unterhaltsame Geschichte zu verwandeln. Du wirst sehen, wie viel leichter sich deine Zuhörer mit deinen Erfahrungen verknüpfen.

Das Prinzip von Geschichten kann dir auch tiefe Gespräche statt oberflächlichen Smalltalk ermöglichen. Frag doch einmal, welche Ziele deine Freunde verfolgen und welche Hindernisse ihnen im Weg stehen. Sehr schnell erwachsen hieraus geradezu philosophische Runden.

Geschichtenerzählen macht aber auch einfach bloß Spaß. Nutze es als eine Art Gesellschaftsspiel, indem ihr zusammen reihum eine Geschichte erzählt. Jeder darf zum Beispiel bloß einen Satz sagen oder drei Wörter. Noch spannender ist es, wenn ihr zu Beginn Vorgaben macht, welche drei Wörter in der Geschichte vorkommen müssen oder zu welchem Genre sie gehören soll.

Geschichten für und mit Kindern erzählen

Kinder lieben Geschichten. Im besten Fall identifizieren sie sich mit den Figuren, begleiten sie durch ihre Abenteuer und lernen so viel Neues.

Entsprechend wichtig ist das Identifikationspotential des Helden. Außerdem sollte der Stoff angemessen für das Alter sein.

Schon allein im Bereich Wortschatz, Weltwissen und Psychologie lernen Kinder durch Geschichten unglaublich viel. Doch Geschichten haben auch das Potential, bestimmte Botschaften oder Lehren zu vermitteln. Beim Märchenschreiben wird dies besonders deutlich. Hier gehört die Moral zur Textsorte dazu.

Doch beim Geschichtenerzählen für Kinder solltest du vorsichtig sein. Steht die zu vermittelnde Botschaft zu sehr im Zentrum, gerät leicht das gute Erzählen aus dem Blick. Dann kommt die Geschichte mit erhobenem Zeigefinger daher und die Freude am narrativen Erleben verpufft.

Eine wundervolle Möglichkeit besteht darin, gemeinsam mit Kindern Geschichten zu erzählen. Je nach Alter kann man sich Satz für Satz abwechseln, die Kinder dazu einladen, bestimmte Vorgaben zu machen oder gezielte Fragen in den Erzählablauf einbetten. So wird das Geschichtenerzählen zum interaktiven Abenteuer.

Deine Botschaft erfolgreich vermitteln

Botschaften können alle Vorschläge zur Veränderung und Weiterentwicklung, sei es im gesellschaftlichen, kulturellen, privaten oder beruflichen Bereich. Auch Haltungen, Bedürfnisse und Werte, die dir am Herzen liegen kannst du durch Geschichten transportieren.

  • Bist du Abteilungsleiter und möchtest du dein Team von einer bestimmten Innovation überzeugen? Dann schildere ihnen anhand einer Geschichte, was du dir davon versprichst.
  • Bist du noch Teenager und möchtest deine Eltern vom Urlaub am Meer anstatt in den Bergen überzeugen? Dann erzähle ein paar Anekdoten davon, wie gut es dir im letzten Urlaub an der Costa Brava gefallen hat.
  • Setzt du dich für mehr Toleranz und Zwischenmenschlichkeit in der Gesellschaft ein und willst andere davon überzeugen mitzumachen? Dann erzähl anhand von Fallbeispielen, wie sehr bürgerliches Engagement Bedürftigen helfen kann.

Was auch immer deine Botschaft ist – erst indem du sie in eine stimmige Geschichte einbettest, erweckst du sie zum Leben. Anstatt abstrakt zu bleiben, wirst du konkret. Dein Publikum kann sich so mit den Figuren identifizieren und mit deinen Anliegen verknüpfen.

Deine Produkte verkaufen

Gute Geschichten erzählen – dies ist ein ungemein effektives Mittel, um deine Produkte leichter zu verkaufen. Doch Vorsicht: Es geht hier keinesfalls darum, den Leuten etwas aufzuschwatzen. Gerade durch das Erzählen von Geschichten stellst du auf unaufdringliche Weise heraus, was die Vorteile deines Produkts sind und welche Veränderung du mit ihm in die Welt bringen möchtest.

Hier ein paar mögliche Erzählmuster:

  • Die Geschichte anderer Käufer, was ihre Ziele und Hindernisse waren, und wie dein Produkt es geschafft hat, dass sie diese erreicht haben.
  • Die Geschichte von dir, was dein Ziel war, welche Hindernisse du überwinden musstest und wie es dir am Ende gelungen ist, indem du dein Produkt erschaffen hast.
  • Die Geschichte davon, wie es ohne dein Produkt und den Nutzen, den dieses bringt, für deine potentiellen Kunden weiterlaufen wird (nicht so gut vermutlich).
  • Eine bildhafte Geschichte, die nur in losem Zusammenhang mit deinem Produkt steht, jedoch dessen Image oder das deiner Marke verkörpert.
  • Die Geschichte einzelner Mitarbeiter deiner Firma und von dem, was diese antreibt.

Werde zum Geschichtenerzähler

Gute Geschichten erzählen – das lernt man nicht an einem Tag. Doch du musst dafür auch keine Ausbildung machen, Bücher studieren oder Schreibseminare besuchen. Es reicht aus, wenn du das Geschichtenerzählen in deinen Alltag integrierst und so deine Kompetenzen immer weiter verfeinerst.

Gelegenheiten zum Geschichtenerzählen bieten sich zuhauf!

  • beim Smalltalk mit Kollegen
  • beim Telefonieren mit Freunden
  • beim Schreiben guter Texte
  • beim Familienfrühstück am Sonntag Vormittag
  • während des Besuchs deiner Tanten
  • im wöchentlichen Meeting mit deiner Arbeitsgruppe
  • auf dem Wochenmarkt
  • beim Spazierengehen
  • also eigentlich immer, wenn du dich an andere Menschen richtest
  • und sogar wenn du dich mit dir selbst beschäftigst, etwa beim Tagebuchschreiben oder beim autobiographischen Schreiben.

Dies ist keine Aufforderung dazu, den Leuten auf die Nerven zu gehen. Quatsch sie bitte nicht voll, ohne wahrzunehmen, ob sie dir gerne zuhören. Integriere das Geschichtenerzählen lieber in die Gespräche, die du ohnehin führst.

Du wirst schnell feststellen: Man kann dir viel besser folgen, wenn du nicht nur in abstrakten Kategorien denkst, sondern in Storys!

“Was machst du beruflich?”, wirst du auf einer Party gefragt.

Nun setzt du nicht mehr wie früher zu einem fundierten, jedoch staubtrockenen Fachvortrag an. Stattdessen erzählst du, wie du deine Berufung gefunden hast, welche Glücksmomente du bei der Arbeit erlebst oder auch von den witzigsten Pannen. Keiner gähnt mehr, verdreht die Augen oder nippt verlegen an seinem Getränk. Stattdessen hängen die Leute an deinen Lippen.

Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Als Geschichtenerzähler gelingt es dir spielend, auch die komplexesten Inhalte greifbar zu machen sowie dich und die Welt zu verstehen. Außerdem baust du ganz leicht eine Verbindung zu Anderen auf. Indem du dich täglich darin übst zu erzählen, wirst du Stück für Stück besser darin. Irgendwann merkst du nicht einmal mehr, dass du gerade eine Geschichte erzählst.

Welche Geschichten erzählst du am liebsten?

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