Eine gute Geschichte schreiben – 10 hilfreiche Aspekte!

Du hast Lust eine Geschichte zu schreiben, die deine Leser begeistert.

Doch wurde nicht alles schon geschrieben, was geschrieben werden kann?

Wie gelingt es dir, eine wirklich packende, innovative Geschichte zu schreiben?

Mit Hilfe der folgenden 10 Aspekte bringst du eine wirklich gelungene Geschichte zu Papier.

PDF Geschichte schreiben 6 Merksätze

Aspekt 1: Anfangen zu schreiben

Manchmal fällt es uns schwer, ins Schreiben zu kommen. Der Alltag hat uns häufig fest im Griff. Umso wichtiger ist es, ein paar Hilfsmittel und Herangehensweisen zu kennen, die den Einstieg erleichtern.

Noch bevor du weißt, welche Geschichte du schreiben möchtest, solltest du überhaupt zu schreiben beginnen. Ist dieser erste Schritt geschafft, kommst du in einen Schreibfluss und alles wird leichter.

Doch wie gelingt es dir am einfachsten, aus dem Alltag heraus ins Schreiben zu kommen?

Der Kreativ-Flow beim Geschichte schreiben

Deine Ideen müssen nicht immer gut sein, damit du am Ende eine gute Geschichte schreibst.

Im Gegenteil.

Es ist viel wichtiger, überhaupt Ideen zu haben, und zwar möglichst oft und viele. Denn wenn du dich so häufig wie möglich in deinen Kreativ-Flow begibst, wird immer mal wieder auch eine gute Idee dabei sein. Und manchmal sogar eine herausragende, mit der du daraufhin weiterarbeiten kannst.

Jeder Anfang ist leicht

Wichtig ist, dass du überhaupt mit dem Schreiben beginnst. Der Anfang beim Schreiben muss nicht gleich der Anfang deiner Geschichte sein. Das lässt sich später immer noch ändern.

Hier einige Ideen, womit du beginnen kannst, wenn du Lust hast eine Geschichte zu schreiben:

  •  Notiere die Gedankengänge einer bestimmtem Figur
  •  Mache ein Brainstorming zu einem Thema
  •  Sammle verschiedene interessante Situationen deines Lebens
  •  Lass unterschiedliche Figuren aufeinander treffen und beobachte, was passiert
  •  Erstelle eine Liste mit möglichen konfliktiven, humoristischen oder romantischen Situationen
  •  Kombiniere einen Handlungsort, einen Konflikt und eine Figur miteinander
  •  Spiele mit Story Cubes

Geschichten schreiben – eine Frage der Einstellung

Es ist wichtig, dass du Lust hast, deine Geschichte zu schreiben. Doch das ist noch keine Erfolgsgarantie.

Um wirklich dran zu bleiben, um eine Geschichte erfolgreich zu Ende zu schreiben, braucht es noch mehr:

  • Du solltest genügend Zeit zum Schreiben finden, um das Geschichten-Schreiben in deinen Alltag zu integrieren.
  • Du solltest darauf achten, konzentriert bei der Sache zu bleiben. Mit dem richtigen Schreibfokus wirst du erfolgreicher schreiben.
  • Wenn du einmal unmotiviert bist und Probleme hast, die Geschichte zu Ende zu schreiben, solltest du wissen, wie du dich wieder motivierst.

Aspekt 2: Ein Thema für deine Geschichte finden

Sowohl die geeignete Haltung als auch konkrete Methoden helfen dir dabei, ein gutes Thema für deine Geschichte zu finden. Hier ist eine Auswahl der besten Strategien.

Ideen für deine Geschichte sammeln

Erwarte nicht von dir, immer gleich auf die eine geniale Idee zu kommen, aus der ein fantastischer Text entsteht.

Das ist auch überhaupt nicht nötig.

Sammle lieber alles, was dir einfällt, ohne es zu bewerten. Du kannst dazu ganz klassisch ein Notizbuch bei dir tragen oder du legst eine Datei an, in der du alles abtippst, was dir in den Sinn kommt.

Jetzt oder später

Eine Ideensammlung kann dir als Fundus für spätere Überlegungen dienen, denn nicht jede Idee musst du auf der Stelle verwirklichen. Vielleicht stößt du aber auch auf ein Thema, das du sofort anpacken möchtest. Denn manchmal bildet ein Einfall den Keim eines großartigen Textes, mit dem du am besten gleich beginnst.

Offen bleiben

Wenn du von dir erwartest, dass jeder Einfall genial ist, setzt du dich unnötig unter Druck. Am Ende erreichst du das Gegenteil und erstickst so jede Kreativität im Keim. Sag dir lieber, dass alles erlaubt ist, und jede Idee gut genug, um notiert zu werden – die beste Voraussetzung, um eine gute Geschichte zu schreiben!

Bewährte Methoden

Die folgenden Methoden helfen deinem Einfallsreichtum auf die Sprünge, indem sie dich von deinen üblichen Denkmustern befreien und die Schreibblockaden lösen. Sie versetzen deine Nervenzellen in die Lage, Ungewohntes miteinander zu kombinieren, Assoziationen zu entwickeln oder Altbekanntes aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Du hast nun eine Idee und ein Thema – aber wie fängst du nun mit der eigentlichen Geschichte an?

Aspekt 3: Ein guter Anfang für deine Geschichte

Irgendwann ist es so weit: Du hast dich für eine Idee entschieden und nun möchtest du mit dem Schreiben beginnen.

Vielleicht weißt du schon genau, was in deiner Geschichte passiert. Vielleicht hast du aber auch erst eine vage Idee und hoffst, dass sich der konkrete Handlungsverlauf während des Schreibprozesses entwickelt.

Wie auch immer – der Anfang deiner Geschichte sollte überzeugen. Denn von ihm hängt ab, ob der Leser den Text nach wenigen Sätzen wieder zur Seite legt oder fasziniert weiterliest.

Doch wie schaffst du das?

Was macht einen guten Anfang aus?

Den Leser packen

Der Anfang deiner Geschichte sollte die Aufmerksamkeit deines Lesers erregen. Er benötigt erst einmal einen Grund überhaupt weiterzulesen. Um dies zu erreichen, ist alles erlaubt. Das Einzige, was verboten ist, ist zu langweilen.

Am einfachsten gelingt dies, indem du direkt in einer brenzligen Situation einsetzt. Nichts ist uninteressanter als Gleichförmigkeit. Gleich zu Beginn solltest du also einen Hinweis darauf geben, dass in deiner Geschichte etwas Außergewöhnliches geschehen ist, geschehen wird oder gerade dabei ist zu geschehen.

Dem Leser Orientierung bieten

Der Leser muss nicht sofort verstehen, was passiert. Du kannst ihn mit einigen Dingen ruhig im Ungewissen lassen. Dennoch solltest du es damit nicht übertreiben. Es ist wichtig, ihn zumindest so weit mit den Figuren und der Situation vertraut zu machen, dass er eine ungefähre Ahnung davon hat, was gerade geschieht.

Wenn beim Lesen nach mehreren Sätzen immer noch vollkommene Ahnungslosigkeit herrscht, was eigentlich los ist, benötigt der Leser verdammt gute Gründe, um überhaupt weiterzulesen. Verständlich zu machen, worum es geht, reicht für einen guten Anfang sicherlich nicht aus.

Alles im Vagen zu lassen jedoch führt früher oder später dazu, dass der Leser den Text genervt aus der Hand legt.

Auf deine Geschichte neugierig machen

Die wohl wichtigste Funktion des Anfangs ist es, den Leser in die Geschichte zu ziehen. Er sollte neugierig darauf sein, wie es weitergeht. Nur dann liest er weiter.

Doch wie gelingt das?

Wenn die handelnden Figuren keine Relevanz für den Leser haben, ist er auch nicht an ihrem Schicksal interessiert. Es ist ihm egal, ob es den Figuren gut oder schlecht geht. Das Handeln der Figuren sollte also so lebendig werden, dass der Leser in der Lage ist, sich mit ihnen zu identifizieren.

Sobald eine grundlegende Identifikation vorhanden ist, nimmt der Leser Anteil am Geschehen. Besonders gut gelingt dies, wenn sich die Figuren in einer emotional aufreibenden Situation befinden. Es sollte also um etwas gehen, die geschilderte Handlung sollte emotional relevant sein – in welcher Weise auch immer.

Schließlich ist auch noch eine gewisse Offenheit der Handlung nötig, um den Leser neugierig zu machen. Wenn bereits offensichtlich ist, wie etwas enden wird, gibt es keinen Grund weiterzulesen. Indem du den Ausgang der Situation im Vagen hältst, gibst du dem Leser einen Grund weiterzulesen.

Balance zwischen Rätselhaftigkeit und Orientierung finden

Ein guter Anfang wirft beim Leser Fragen auf. Er möchte wissen, was genau geschieht, geschehen ist oder geschehen wird. Oder auch, was mit einer Figur eigentlich los ist. Somit gleicht das Lesen auch immer dem Lösen eines Rätsels.

Zugleich solltest du es damit nicht übertreiben. Ist der Anfang deiner Geschichte zu unverständlich, wird das Lesen müsam.

Entsprechend sollte es dein Ziel sein, eine gute Balance zwischen Rätselhaftigkeit und Orientierung des Lesers zu finden.

Doch es gibt so viele verschiedene Geschichten – welche Art von Geschichte möchtest du schreiben?

Aspekt 4: Arten von Geschichten

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Geschichten, von dem literarisch anspruchsvollen Kunstwerk bis zur reinen Unterhaltungsliteratur. Sei dir darüber im Klaren, welche Art von Geschichte du schreiben möchtest.

Die hier genannten Arten von Geschichten sind nicht streng getrennt voneinander zu sehen. Mischformen und Abwandlungen sind nicht nur möglich sondern wahrscheinlich.

Dennoch solltest du dir einen Überblick über typische Erzählmuster und besonders verbreitete Arten von Geschichten verschaffen. So kannst du mächtige Erzähltraditionen nutzen, um deine ganz eigenen Geschichten zu schreiben.

Eine autobiographische Geschichte schreiben

Das eigene Leben bietet sich als Inspirationsquelle an. Dies bedeutet nicht, dass du eins zu eins nacherzählen solltest, was dir passiert ist. Vielmehr gibt es eine große Bandbreite autobiographischen Schreibens, die sich von der vagen Idee bis zur literarischen Verarbeitung prägender Ereignisse erstreckt.

Besonders geeignet für packende autobiographische Geschichten sind Erfahrungen, die dich geprägt haben. Es können Konflikte oder humoristische Anekdoten sein, die du als Ausgangsbasis für dein Erzählen nutzt.

Wichtig ist jedoch in jedem Fall: Es sollte etwas passieren!

Weniger geeignete als Stoff packenden Erzählens ist der als gleichförmig erlebte Alltag ohne Hochs und Tiefs.

Ideen zum autobiographischen Schreiben im Allgemeinen helfen dir weiter.

Märchen schreiben

Märchen bieten traditionsreiche Handlungsstrukturen, die uns immer noch faszinieren. Deshalb können wir sie für unser eigenes Schreiben nutzen und mit ihrer Hilfe den Leser fesseln.

Deine Geschichte muss auf diese Weise jedoch noch lange nicht traditionell oder gar altmodisch daherkomen. Vielmehr lassen sich die Erzählmuster von Märchen auch vorzüglich für modernes Erzählen nutzen und abwandeln.

Am Beispiel von Rotkäppchen zeige ich dir, wie du auf der Basis der Tradition ein modernes Märchen schreibst.

Kurzgeschichten schreiben

Bei Kurzgeschichten handelt es sich häufig um literarisch anspruchsvollere Geschichten.

Die short story, die vor allem aus der englischsprachigen Tradition kommt, kennt recht klare Regeln. Meist gibt es einen direkten Einstieg in die Handlung, die sich auf einen Konflikt ohne Nebenstränge konzentriert. Zugleich bieten Kurzgeschichten meist auch viel Raum zur Interpretation.

Nach einer weniger strengen Definition kann man unter einer Kurzgeschichte auch einfach eine kurze Geschichte verstehen. Im deutschen Sprachraum als Erzählungen bekannt kann der Umfang zwischen wenigen Zeilen und mehreren Seiten variieren.

Abenteuergeschichten schreiben

Abenteuergeschichten basieren meist stark auf der Handlung und deren Verlauf. Sie spielen häufig in fremden Welten oder fernen Ländern.

Hierbei können Elemente aus der Heldenreise verwendet werden.

Es gibt also einen zentralen Helden, der auszieht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Auf dem Weg dorthin stellen sich ihm Hindernisse in den Weg. Ein Hauptteil der Handlung besteht daraus, dass der Held sich diesen Hindernissen stellt und versucht sie zu überwinden.

Gruselgeschichten schreiben

In Gruselgeschichten werden typische Mittel benutzt, um den Leser oder den Zuhörer in Schaudern zu versetzen. Häufig basieren Gruselgeschichten auf einer mündlichen Erzähltradition.

Inhaltliche Details, um gruselig zu erzählen, sind typische Schauplätze wie alte Schlösser, unheimliche Dachböden oder Verließe. Zu einem geeigneten Ort kommen finstere oder angsteinflößende Figuren. Es sollten während des Handlungsverlaufs Andeutungen gemacht werden, die die Spannung erhöhen.

Auf sprachlicher Ebene lässt sich das Gruseln unterstützen, indem z.B. lautmalerisch gearbeitet wird.

Häufig haben Gruselgeschichten ein überraschendes Ende, dort löst sich die Spannung.

Liebesgeschichten schreiben

Es gibt unterschiedliche Varianten typischer Liebesgeschichten. Zentral ist meistens ein Konflikt, durch welchen der Liebe etwas im Weg steht. Die Frage ist, ob die Liebenden zueinander finden.

Ein Klassiker: Zwei Liebende sind durch bestimmte Unterschiede getrennt und können nicht zusammen sein (Romeo und Julia).

Auch sehr beliebt sind Dreiecksgeschichten: Hier ist meist einer zuviel, woraus sich Konfliktpotential ergibt.

Die unerfüllte Liebe tritt also in allen möglichen Formen auf und bietet immerzu Stoff für Konflikte, die nicht nur äußerlich bleiben, sondern in der Lage sind, die ganze Person zu erschüttern.

Eine Sammlung großer Liebesgeschichten hilft dir bei der Inspiration und bietet eine gute Übersicht über die typischen Muster.

Saisonale Geschichten schreiben

Bestimmte Anlässe eignen sich wunderbar dafür Geschichten zu schreiben. Hierbei lassen sich die typischen Bräuche, Symbole und Motive dieser Zeit in die Geschichte einbauen.

Bereits vorhandene Sommer- oder Weihnachtsgeschichten bieten sich auch als Ausgangspunkt an, um eine eigene Geschichte zu schreiben. Wieso nicht einmal die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel ganz anders erzählen? Oder eine andere klassische Weihnachtsgeschichte?

Diese Anleitung für eine gelungene Weihnachtsgeschichte hilft dir weiter!

Aspekt 5: Spannend schreiben

Es gibt nicht das eine Rezept um spannend zu schreiben. Die Spannung entsteht beim Lesen durch die unterschiedlichsten Dimensionen der Geschichte.

Es gibt auch nicht nur die eine Art der Spannung.

Neben der „suspense“-Spannung, die in der Spannungsliteratur (Thriller, Krimis) ganz entscheidend ist, kann auch die Formulierungskunst einen Text spannend machen.

Vielleicht lässt sich am besten durch die Langeweile verstehen, was es mit der Spannung auf sich hat: Der Leser ist in die Geschichte und in das Geschehen involviert, sie lässt ihn nicht gleichgültig, sie langweilt ihn nicht – auf welche Weise auch immer dies erreicht wird.

Figuren und Handlung

Eine Identifikation des Lesers mit den Figuren deiner Geschichte ist eine Grundvoraussetzung für Spannung. Wenn ihn nicht interessiert, von wem du erzählst, ist er auch nicht darauf gespannt, wie es deiner Figur ergeht. Sorge also durch eine sorgfältige Figurengestaltung dafür, dass der Leser die Chance hat, sich mit den Handelnden zu verknüpfen.

Auch die eigentliche Story gehört zur absoluten Basis deiner Geschichte. Deine Geschichte sollte einen wie auch immer gearteten Konflikt beinhalten. Nur so ist relevant, was passiert. Ein Konflikt, der zur Figur passt, verleiht deiner Geschichte eine Spannungskurve, die das Lesen zur Achterbahnfahrt machen kann.

Informationsvermittlung

Durch geschickte Verfahren der Informationsvermittlung lässt sich Spannung erzeugen. Hinweise auf das Geschehen und dessen Hintergründe machen den Leser neugierig, das Verschweigen weiterer Details bringt ihn dazu weiterzulesen.

Auch gezielt eingesetzte Erzähl-Techniken sorgen für Spannung – allerdings nur, wenn bereits eine gewisse Grundspannung vorhanden ist. Wir können z.B. auf einmal in Zeitlupe erzählen oder an einer entscheidenden Stelle von der Vergangenheit in die Gegenwart wechseln. Dies wirkt aber nur, wenn der Leser ohnehin schon am Fortgang der Geschichte interessiert ist.

Erzählperspektive

Der große Bereich der Erzählperspektive bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, deine Geschichte spannend zu gestalten.

Durch unterschiedliche Erzähler kannst du mit Widersprüchen arbeiten oder du nutzt die eingeschränkte Sicht eines Erzählers, um wichtige Fragen offen zu lassen.

Auch die Erzählstruktur deiner Geschichte kann für mehr Spannung beim Lesen sorgen. Eine story lässt sich auf unterschiedliche Weise gestalten. Du kannst mit dem Anfang anfangen, von hinten nach vorne erzählen oder scheinbar wild hin und her springen. Wenn deine Strukturierung motiviert und schlüssig ist, können Abweichungen von der gewohnten chronologischen Erzählweise die Spannung deiner Geschichte beträchtlich erhöhen.

Aspekt 6: Lebendig schreiben

Kennst du diese gruseligen Behördenschreiben, die man drei Mal liest und sie dann wieder weglegst, ohne etwas verstanden zu haben? Oder Gesetzestexte?

Das, was hier eigentlich gemeint ist, versteckt sich hinter Fremdwörtern und endlosen Nominalisierungen. Nimm diese Phänomene als abschreckende Beispiele, denn so soll deine Geschichte gerade nicht sein.

Aber was macht einen lebendigen Text dann aus?

Stilfragen

Arbeite an deinem Schreibstil, um möglichst lebendig und anschaulich zu schreiben. Nichts tut einer Geschichte schlechter als abstrakte, ins Allgemeine abgleitende Ausführungen. Werde lieber konkret und genau. Doch mach dir nicht zu viel Sorgen – guten Stil kann  man lernen!

Und vermeide Sprachkitsch! Denn der wirkt geschmacklos und bemüht. Lerne also Kitsch zu erkennen und ihn zu vermeiden.

Um eine lebendige Geschichte zu schreiben, solltest du wissen, wer dein Erzähler ist. Nur so kannst du überprüfen, ob die Ausdrucksweise und der Sprachstil in sich stimmig sind und zu deiner Geschichte passen, oder ob du dies überarbeiten musst.

Konkrete Gefahren

Es gibt einige sprachliche Phänomene, auf welche du ganz konkret achten solltest. Diese Vorschläge sind keine Gesetzmäßigkeiten, sondern lediglich Hinweise auf mögliche stilistische Stolpersteine beim Schreiben deiner Geschihte.

  • Aus dem Schulunterricht kennen viele noch das Lobpreisen von Adjektiven für eine vielschichtige Ausdrucksfähigkeit. Es kann zwar nicht schaden viele Adjektive zu kennen und sie lassen sich hin und wieder auch gut in einem Text einbauen. Häufig verhindern sie jedoch, dass der Leser das Geschehen tatsächlich erlebt. Anstatt als Autor zu behaupten, dass eine Figur so oder so ist, solltest du dies besser durch deren Handeln und Denken zeigen.
  • Viele starke Verben helfen dabei, sich auf die Handlung zu konzentrieren. Lass deine Figuren etwas tun und wähle gerne auch ausgefallene Verben. Dies bringt etwas Abwechslung ins Spiel.
  • Formuliere möglichst aktiv und vermeide das unreflektierte Verwenden das Passivs. Nur wenn es wichtig ist zu zeigen, dass jemand tatsächlich eher vom Leben getrieben wird als selbst etwas zu tun, sollte das Passiv vermehrt zum Einsatz kommen.
  • Versetze dich in deine Figuren hinein und lass dies in deine Sätze einfließen. Nutze hierzu die unterschiedlichen Sinneseindrücke, um das Erleben deiner Figuren in deiner Geschichte rüberzubringen.
  • Auch der Einsatz direkter Rede macht deine Geschichte lebendig und kurzweilig. Diese Passagen sollten allerdings nicht zu lang sein sondern gezielt und mit Bedacht eingesetzt werden, um deren Kraft nicht zu verbrauchen. Gespräche, in denen Konflikte oder zumindest Verstimmungen auftreten, eignen sich meist eher als der Austausch von Belanglosigkeiten.
  • Verwende sprachliche Bilder wie Metaphern, Symbole oder Vergleiche um deiner Geschichte eine literarische Tiefendimension zu verleihen. Sei hierbei jedoch vorsichtig und vermeide abgeschmackte clichehafte Ausdrücke – sonst droht Kitschgefahr!

Aspekt 7: Geschichten gemeinsam mit anderen schreiben

Schreiben in einer Schreibgruppe, z.B. im Rahmen einer Schreibwerkstatt, ist ein motivierendes und lustvolles Erlebnis.

Besonders gut lässt sich hier an die mündliche Erzähltradition anküpfen. So kann man z.B. kreisum eine Geschichte erzählen und bekommt so ein gutes Gespür dafür, welche Handlungsbögen funktionieren.

Doch darüber hinaus lässt sich das Arbeiten in der Gruppe in allen Phasen des Schreibens nutzen. Von der Ideenfindung, über die Plotentwicklung bis zur Überarbeitung der Geschichten können sich die einzelnen Autoren hier wunderbar ergänzen.

Zu einem ganz besonderen Erlebnis wird das Geschichten-Schreiben in der Gruppe, wenn die Geschichte tatsächlich aus einem gemeinsamen kreativen Prozess heraus entsteht.

Hierfür können z.B. gemeinsam Cluster erstellt werden oder jede Person notiert einen Anfangssatz und gibt diesen weiter.

Aspekt 8: Ein gutes Ende für deine Geschichte

Von dem Ende deiner Geschichte hängt die Interpretation deiner Geschichte bedeutend ab. Hier kannst du entscheiden, wie du den Leser zurücklässt und worum es dir letztlich geht. Du hast hier die Möglichkeit, deine Geschichte zu einer runden Sache zu machen oder den Leser mit tausend Fragen im Kopf zurücklassen.

Wie entscheidest du dich?

Offen und geschlossen

Grob lassen sich zwei unterschiedliche Arten von Enden unterscheiden: ein offenes Ende und ein geschlossenes Ende.

Beim offenen Ende ist unklar, was mit den Figuren geschieht und wie die Geschichte ausgeht. Beim geschlossenen Ende sind die wichtigsten Konflikte beendet und die Ungewissheit hat sich geklärt. Dies ist wohlgemerkt unabhängig davon, ob die Geschichte gut oder schlecht ausgeht.

Ein offenes Ende lässt den Leser häufig unzufrieden zurück. Vor allem, wenn er beim Schicksal des Protagonisten mitfiebert, kann es nerven nicht zu erfahren, wie die Sache für diesen endet. Andererseits bietet ein offenes Ende viel Interpretationsspielraum und erzeugt somit den Eindruck einer literarisch anspruchsvollen Geschichte.

Deus ex machina

Bei diesem Verfahren wird die Lösung des Konflikts quasi erzwungen wird. Aus dem Nichts ergibt sich eine Situation, die in der bisherigen Handlung in keinster Weise angelegt war.

Dieses Verfahren ist für den Leser meist vollkommen unbefriedigend.

Entsprechend sollte dieser Trick im Allgemeinen vermieden werden, außer du möchtest dieses Phänomen satirisch aufgreifen. Falls nicht, erzeugt eine solche Lösung beim Leser das Gefühl, die Geschichte sei schlecht gemacht.

Deine Entscheidung

Die Entscheidung, wie die Geschichte enden soll hängt vom Autor ab. Alles ist erlaubt, was dem Ziel der Geschichte entspricht. Dies kann entweder im Sinn von Literatur als Unterhaltung oder als Kunst verstanden werden.

Die Unterscheidung zwischen einem offenen Ende und einem geschlossenen Ende ist dabei stark verkürzt. Es sind natürlich alle möglichen Spielarten dazwischen denkbar. Die Einschätzung, welches Ende am besten zu der Geschichte pass, liegt beim Autor.

Aspekt 9: Die Geschichte überarbeiten

Überarbeitungsschritte

Es ist nicht allein mit dem Schreiben deiner Geschichte getan. Fast genauso wichtig ist es, sie zu überarbeiten. Meist sind mehrere Durchgänge nötig, um das Beste aus deiner Geschichte herauszuholen.

Indem du dir bei der Überarbeitung unterschiedliche Schwerpunkte setzt, wird dein Vorgehen besonders effektiv. Du kannst hierfür zwischen unterschiedlichen Ebenen unterscheiden.

Der Plot / Die Handlungsstruktur

Hier geht es um die eigentliche Story. Funktioniert die Handlung? Passt das Geschehen zu den Charakteren? Trägt die Spannungskurve den Leser durch die Geschichte?

Achte beim Lesen auf mögliche Brüche, langatmige Passagen oder unplausible Wendungen. Modifiziere gegebenfalls die Stellen, an denen deine Story nicht funktioniert.

Der Stil

Zur stilistischen Überarbeitung gehören alle Aspekte der Sprache, die über die reine Normsprachlichkeit (Grammatik und Rechtschreibung) hinausgehen. Am allerwichtigsten ist hierbei die Frage, ob der jeweilige Stil zu der Geschichte passt.

Welche Stimmung soll erzeugt werden? Welche Sprechweise passt zu den Figuren? Funktionieren die sprachlichen Bilder, die du verwendest?

Achte anhand dieser Leitfragen darauf, wie du die Möglichkeiten lebendigen Schreibens umsetzt (siehe oben) und modifiziere den Text gegebenenfalls.

Normsprachlichkeit

Kümmer dich erst am Ende gezielt um mögliche Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler. Gib deine Geschichte gegebenenfalls einem Freund oder Bekannten zum Lesen, der sich damit auskennt oder beauftrage einen erfahrenen Lektor. Manchmal wird man bei den eigenen Texten betriebsblind und erkennt die naheliegendsten Fehler nicht mehr.

Überarbeiten in der Gruppe

Wenn du dich mit anderen Autoren in einer Schreibwerkstatt zusammentust, könnt ihr gemeinsam an euren Texten arbeiten. Beim Vorlesen empfiehlt es sich hierfür unterschiedliche Beobachtungsaufträge zu erteilen. Je nach Art der Geschichte bietet sich hierfür z.B. an gezielt auf den Spannungsaufbau, den Stil, die Figuren, die direkte Rede etc. zu achten.

Eine solche Arbeitsteilung hilft enorm dabei, auf Details einzugehen und den Text aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick zu bekommen.

Das Feedback sollte jedoch immer wertschätzend sein, Kritik und Überarbeitungsvorschläge sollten nur erfolgen, wenn der Verfasser dies ausdrücklich wünscht. Nur so kann eine gemeinsame ÜBerarbeitung effektiv werden, ohne dass persönliche Betroffenheit entsteht.

Eine Frage der Phasen

Sehr hilfreich ist es, wenn du deine Geschichte nach dem Schreiben ein wenig liegen lässt und erst nach einigen Tagen wieder zur Hand nimmst. Ausgeruht und mit etwas Abstand fallen häufig mehr Dinge auf als direkt nach dem Schreiben. Es wird dir mit mehr Distanz auch besser gelingen, dich in potentielle Leser hineinzuversetzen. So bekommst du ein Gespür dafür, was in deiner Geschichte schon funktioniert und was nicht.

Trenne also unbedingt Schreib- und Überarbeitungsphasen, um bei beiden Arten der Beschäftigung die besten Ergebnisse zu erreichen.

Aspekt 10: Den eigenen Autorentyp kennen

Jeder Autor ist anders. Deshalb gibt es auch keine zwei Geschichten, die auf genau dieselbe Weise entstehen. Wichtig ist es, dass du deinen eigenen Weg findest beim Schreiben. Gute Geschichten zu schreiben bedeutet auch, sich selbst besser kennenzulernen.

Was funktioniert für dich?

Inspirationsquellen

Um Geschichten zu schreiben gibt es unendlich viele Inspirationsquellen.

Finde heraus, welche davon für dich funktionieren.

Eine erste Idee kann aus deinem Alltag, aus den Medien, aus Geschichtsbüchern, aus Romanen oder aus Erzählungen stammen. Und dies ist nur eine kleine Auswahl möglicher Quellen.

Woher stammten bisher die Ideen für deine Geschichten?

Begib dich gezielt in Situationen, die dich inspirieren. Forsche nach möglichen Konflikten, die etwas in dir auslösen und dich berühren. So begibst du dich in deinem Leben immer wieder in einen Kreativmodus und wirst sicherlich von der ein oder anderen Idee überrascht, selbst wenn du es überhaupt nicht erwartest.

Planen und Schreiben

Manche Autoren planen ihre Geschichte detailiert, bevor sie beginnen zu schreiben. Andere schreiben einfach drauflos und sind dabei selbst gespannt, wie sich die Sache entwickelt.

Dies sind zwei Extreme. Die tatsächliche Arbeitspraxis liegt meist irgendwo dazwischen.

Es gibt hier keine richtige oder falsche Methode. Es gibt nur deine Methode. Der Vorteil an einer detailierten Vorausplanung ist, dass du einen packenden Spannungsbogen entwerfen kannst, der tatsächlich aufgeht. Der Nachteil ist, dass es schwierig sein kann so in einen Kreativmodus zu schalten, bei dem deine Assoziationskraft voll zur Entfaltung kommt.

Finde für dich heraus, wie viel Planung du wirklich benötigst, um mit dem Schreiben zu beginnen.

Eine gute Möglichkeit ist es auch, immer wieder zwischen den beiden Ebenen zu wechseln. So kannst du dich einerseits immer wieder in den Schreibflow begeben und andererseits auf die Metaebene schauen, falls du einmal feststeckst.

Dein Arbeitsflow

Im Laufe der Zeit bildet sich beim Schreiben meist eine typische Arbeitsweise heraus. Vielleicht funktioniert es für dich besonders gut, mit einem kleinen Brainstorming einzusteigen. Oder du wählst als Ausgangspunkt für gewöhnlich die extremsten Erlebnisse deines eigenen Lebens.

Finde heraus, was für dich funktioniert, doch bleib zugleich flexibel.

Es lohnt sich, die eigene Arbeitsweise immer mal wieder zu modifizieren. So kannst du dich einerseits zu den Methoden zurückbegeben, die für dich funktionieren, falls der Kreativprozess einmal stoppt. Andererseits lässt dich dich auch auf neue Schreibweise ein und eröffnest dir damit die Chance auf wirklich innovativen Geschichten.

Nun aber ran an Stift und Papier – Viel Spaß und Erfolg beim Schreiben deiner Geschichte!

 

Was ist für dich beim Geschichten-Schreiben besonders wichtig?

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