Schreibzeit – wie du sie in dein Leben bringst!

Du würdest gerne schreiben – doch kommst viel zu selten dazu. Dein Problem lautet: Du hast keine Zeit!

Doch stimmt das wirklich? Oder ist das bloß eine Ausrede? Was hilft dir wirklich, um eine regelmäßige Schreibzeit in deinem Leben zu etablieren?

Finde es mit diesem Artikel heraus!

Schreibzeit – Versuch einer Definition

Was ist mit Schreibzeit eigentlich gemeint? Die Antwort scheint klar: Die Zeit, in der du schreibst.

Klingt banal und ist es auch. Deshalb wollen wir den Begriff noch etwas näher fassen. Gemeint ist hier eine regelmäßige Schreibzeit. Mit Schreibzeit ist ein Zeitfenster gemeint, dass du auch wirklich zum Schreiben nutzt.

Vielleicht möchtest du ein Buch schreiben. Dazu gehören unterschiedliche Tätigkeit, wie zum Beispiel die Ideenfindung, das Erstellen eines Schreibplans, die Buchrecherche, das eigentliche Schreiben und schließlich die Überarbeitung.

Um all das geht es hier nur am Rande. Im Fokus stehen die Phasen, in denen du tatsächlich schreibst.

Das bedeutet nicht, dass die anderen Aspekte beim Bücherschreiben unwichtig seien. Durch die Konzentration auf dieses enge Verständnis von Schreibzeit soll jedoch verhindert werden, dass du dich selbst betrügst.

Die Hauptsache beim Schreiben ist immer noch Schreiben.

Stellen wir uns vor, du sitzt regelmäßig am Schreibtisch, liest dich durch die Weltgeschichte, blickst aus dem Fenster und guckst den Eichhörnchen zu. Dann kannst du dir zwar einreden, du hättest dich mit deinem Buchprojekt beschäftigt. De facto stimmt dies jedoch nicht oder kaum.

Eine regelmäßige Schreibzeit, in der du tatsächlich schreibst, ist der Treibstoff für deine Produktivität. Ohne sie wird es nichts mit deinem Schreibvorhaben. Ist sie jedoch gewährleistet, so steht deinem Traum vom Schreiben nichts mehr im Weg.

Was also musst du beachten, um deine regelmäßige Schreibzeit zu etablieren?

Keine Zeit zu schreiben – bloß eine Ausrede?

Eine der größten Hürden, denen ich beim Schreibcoaching immer wieder begegne, lautet wie folgt:

„Ich habe einfach keine Zeit!“

Doch ist das tatsächlich eine Hürde? Oder handelt es sich bloß um eine Ausrede?

Gehen wir davon aus, dass du frei entscheiden kannst, was du tust und was du lässt, dann muss dies einfach eine Ausrede sein. Denn Zeit haben wir ja alle gleich viel. Wir nutzen sie nur für unterschiedliche Dinge.

Nun leben wir jedoch nicht in einer idealen Welt. Vielleicht musst du schlichtweg Geld verdienen und tust es nicht oder noch nicht mit dem Schreiben.

Oder dein privates Umfeld hält dich auf Trab. Nicht jede Verpflichtung lässt sich gegen das Schreiben in Stellung bringen. Nur, weil du dich liebevoll um deine Kinder kümmerst, und deshalb nicht zum Schreiben kommst, heißt das noch lange nicht, dass das Schreiben nicht wichtig genug für dich ist.

Dennoch: Häufig verschwenden wir überraschend viel Zeit mit Dingen, die uns nicht wirklich wichtig sind. Das kann verschiedene Ursachen haben: Unsere Prioritäten sind uns nicht klar, wir haben uns schlechte Gewohnheiten zu eigen gemacht oder können Wichtiges von Unwichtigem nicht unterscheiden.

Betrifft dieses Problem auch dein Schreiben? Das Etablieren einer Schreibzeit kann Wunder wirken!

So bist du nicht länger in ständigem Konflikt mit dir selbst. Dir ist nun ganz klar, wann du wie viel schreibst.

Doch vielleicht bist du noch nicht so ganz von dem Konzept überzeugt. Möchtest lieber schreiben, wenn dich die Muse küsst. Denn Kreativität auf Knopfdruck – geht das überhaupt?

Schreibzeit als Katalysator deiner Kreativität

Mit der Kreativität ist das so eine Sache. Sie hat den Ruf, etwas Unberechenbares, Launisches, ja Magisches zu sein. Und in der Tat: gehst du immer bloß dieselben eingetretenen Pfade, kann von Kreativität keine Rede sein.

Das heißt allerdings nicht, dass sich deine Kreativität nicht beeinflussen ließe!

Die Regelmäßigkeit ist entscheidend

Zwar ist nicht garantiert, dass du in jedem Moment kreativ sein kannst, in dem du es willst. Indem du dich jedoch regelmäßig auf konzentrierte Weise deiner kreativen Tätigkeit widmest, erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, etwas Kreatives zustande zu bringen.

Aus diesem Grund ist die Regelmäßigkeit so entscheidend. Vielleicht probierst du die hier vorgeschlagenen Methoden ein paar Mal aus. Dabei stellst du fest: So richtig gut klappt es mit deiner Schreibzeit immer noch nicht.

Schnell kommst du zu dem Schluss, dass all dies für dich nicht funktioniert. Du kannst einfach nur schreiben, so denkst du, wenn dir danach ist.

Hierbei besteht die Gefahr, dass du zu schnell aufgibst. Es bedarf nämlich etwas Übung, um kreative Tätigkeiten zu einem festen Bestandteile deines Lebens zu machen.

Die meisten Forscher gehen von etwa 66 Tagen aus, um neue Gewohnheiten zu etablieren. Ist dies erst einmal geschafft, geht vieles leichter. Und nicht nur das: die regelmäßige Schreibzeit führt dazu, dass du dich auch außerhalb derselben mit deinem Projekt befasst.

Unverhofft Einsichten und Erfolge

Dein Geist kennt keine Auszeit. Kreative Prozesse vollziehen sich häufig unbewusst. So verläuft deine Schreibzeit vielleicht etwas dröge, uninspiriert und ergebnislos. Doch kaum bist du vom Schreibtisch aufgestanden, kommt dir während des Rasenmähens ein genialer Gedanke. Oder während des Duschens, des Spazierengehens oder Autofahrens.

Nun könnte man meinen, Kreativität auf Knopfdruck funktioniere eben nicht.

Doch dein Einfall wäre dir kaum gekommen, hättest du deine Schreibzeit nicht etabliert. Denn nur dadurch hat es in dir weitergearbeitet.

Wir merken uns also: Wann genau welches kreative Feuerwerk zündet, lässt sich nicht vorhersehen. Doch damit dies überhaupt passiert, erschreibst du dir mit deiner Schreibzeit die Silvesterraketen.

Digitale Demenz als Gefahr für deine Schreibzeit

Mit dem Begriff der digitalen Demenz weist der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer auf eine Gefahr der Digitalisierung hin. Indem wir ständig Impulsen ausgesetzt sind, die unsere Aufmerksamkeit für sich beanspruchen, fällt es uns schwer, uns auf eine Sache zu konzentrieren. Nach und nach leidet dabei unsere Auffassungsgabe, unsere Achtsamkeit sowie das Erinnerungsvermögen. Im Extremfall kann von einer neuen Art der Demenz – eben der digitalen Demenz – gesprochen werden.

Was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Die konstruktive Arbeit an einem Text erfordert einen gewissen Fokus. In Zeiten von Social Media, ständiger Erreichbarkeit und mobilem Internet gelingt dieser nur durch eine aktive Entscheidung. Die Ablenkung muss schließlich durch nicht unbeträchtliche Anstrengungen neutralisiert werden.

Zugleich bietet das Etablieren einer regelmäßigen Schreibzeit ein Gegengewicht zu unserem sonstigen Lebenswandel. Die Konzentration auf das Schreiben, die regelmäßige Beschäftigung mit einem Bereich kann auch ein Vorbild für andere Lebensaspekte sein. So setzen wir der digitalen Verzettelung Achtsamkeit und Fokussierung entgegen.

Von der Schreibzeit in den Schreiberfolg

Vielleicht hast auch du etwas Bestimmtes mit deinem Schreiben vor. Du schreibst nicht nur, um zu schreiben. Du willst damit etwas erreichen. Der genaue Zweck kann dabei ganz unterschiedlich sein.

Was Schreiberfolg bedeutet

Vielleicht möchtest du deine Autobiografie verfassen oder du möchtest einen Roman schreiben. Vielleicht hast du vor, einen Blog zu erstellen und regelmäßig mit Inhalt zu füttern oder deine Persönlichkeitsentwicklung durch kreatives Schreiben voranzutreiben. Vielleicht hast du sogar berufliche Ambitionen, möchtest Schriftsteller werden oder als Sachbuch-Autor reüssieren.

Was es auch ist – deine regelmäßige Schreibzeit bietet die Basis deines Schreiberfolgs.

Doch wie kommst du durch die Schreibzeit in deinen Schreiberfolg?

Auch hier entscheidet die Regelmäßigkeit

Verbindest du mit dem Schreiben größere Ambitionen, so lässt sich der Zenit deines Erfolgs nicht mit einem Handstreich erobern. Stetes Tropfen höhlt den Stein – diese Quintessenz gilt auch für dein Schreiben. Nur, indem du Schritt für Schritt, möglichst täglich, schreibst, kannst du den Gipfel erklimmen.

Ein Roman hat zu viele Seiten, um ihn in wenigen Tagen zu schreiben. Für eine eigene Schreibstimme, die dich von allen anderen abgrenzt, bedarf es zu vieler Schreibstunden, um sie in Windeseile zu entwickeln. Eine Leserschaft, die begeistert deinem Blog folgt, baust du nicht eben mal in ein paar Tagen auf.

Deine Schreibzeit ist entsprechend kein Nice-to-have. Es ist keine Option, zu der es eine ernsthafte Alternative gäbe. Sie ist vielmehr die Grundvoraussetzung, wenn du es ernst meinst mit deinem Schreiben.

Welche konkreten Methoden können dich dabei unterstützen, deine Schreibzeit zu etablieren?

Zeitmanagement für deine gelungene Schreibzeit

Schreibzeit-Methode 1: Die Ablenkungsliste

Absolute Konzentration auf das Schreiben ist zwar ein hehrer Wunsch, doch bleibt wohl für immer eine Illusion. Es ist ganz normal, dass du zwischendurch auch mal an etwas anderes denkst.

Wichtig ist nicht, dass dir nichts anderes durch den Kopf geht, wichtig ist, dass du dich dadurch nicht aus dem Konzept bringen lässt.

Die Ablenkungsliste bietet dir einen Ort, an dem all deine Gedanken Platz finden können, ohne dass sie dich aus dem Schreibfluss katapultiert.

So geht es:

Leg einfach ein Blatt Papier bereit. Immer, wenn dir ein Gedanke kommt, dem du nachgehen möchtest, ein Impuls, der dich von deinem Schreibvorhaben abbringt, notiert du ihn. Anstatt aufzustehen und den Fernseher einzuschalten schreibst du also: Fernseher anschalten. Anstatt den Internet-Browser anzuklicken und die Aktienkurse zu checken notiert du: Internet Browser anklicken. Anstatt dir etwas zu essen zu machen, notierst du: Essen machen.

Deine Gedanken und Impulse finden damit Gehör, denn du schreibst sie dir auf. Du brauchst sie nicht länger verdrängen und dich über sie ärgern. Stattdessen gibst du ihnen einen Platz und machst einfach weiter.

Dies hat den Vorteil, dass du dich nicht länger in einem Kampf mit dir selbst befindest. Des Weiteren könnte ja an dem ein oder anderen Gedanken etwas dran sein. Doch in diesem Moment ist dies schlichtweg nicht angesagt. Du hast dir schließlich etwas anderes vorgenommen. Die Impulse müssen also noch etwas warten. Später nimmst du dir dann deine Liste zur Hand.

Manch ein Gedanke, manch ein Impuls, der an Dringlichkeit nicht zu übertreffen scheint, wird sich im Nachhinein als Illusion entpuppen. Vielleicht warst du in deinem Schreibprojekt einfach bloß an einem schwierigen Punkt und deshalb schien dir die Alternative zum Schreiben so reizvoll. Um so wichtiger, ihr nicht sofort nachzugehen.

Schreibzeit-Methode 2: Störquellen ausschalten

Früher gab es einen einfachen Ratschlag für deine konzentrierte Schreibzeit: „Steck das Telefon aus!“

Heute gehört ein wenig mehr dazu. Viele von uns sind es schließlich gewohnt, auf jede Handy-Nachricht immer gleich zu antworten. Es geht nicht mehr nur um den einen Anruf, der dich herausreißen kann. Es geht um einen ständigen Fluss an Impulsen, die scheinbar eine sofortige Reaktion deinerseits erfordern.

In einer Welt, in der wir ständig Stimuli ausgesetzt sind, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist eine technische Lösung umso wichtiger.

Hast du dir vorgenommen, eine oder zwei Stunden konzentriert zu schreiben? Doch es fällt dir schwer, dabei zu bleiben?

Dann zieh das Internetkabel. Stell dein Handy auf lautlos. Versetz es in den Flugmodus. Installiere ein Programm, das für eine gewisse Zeit nur dein Schreibprogramm funktionsfähig hält, und alle anderen Funktionen deines Computers blockiert.

Sprich: Tu alles, was nötig ist, um ungestört schreiben zu können.

Schreibzeit-Methode 3: Sich selbst überlisten

Stell dir vor, du sitzt abends da und bist frustriert. Dein Schreibprojekt stockt und das seit Wochen. Dabei hast du dir so große Ziele gesetzt!

Doch wenn du deine bisherigen Ergebnis betrachtest, bist du unzufrieden. Wieso geht es nicht schneller voran? Du willst am liebsten alles auf einmal. Zehn Seiten täglich sollten es also schon seit. Mindestens. Besser 20!

Du nimmst dir also vor, am nächsten Tag so richtig viel zu schaffen. Schließlich musst du alles, was du bisher verpasst hast, wettmachen. Du gehst ins Bett und redest dir ein: Morgen wird alles besser!

Vorsicht: Mit dieser Einstellung ist die Gefahr groß, dass es mit deinem Schreiben auch weiterhin nicht läuft.

Setz dich nicht länger vor den sprichwörtlichen Schreibberg, den es zu erklimmen gilt. Stell es lieber geschickter an!

Ist es dir bisher nicht gelungen, überhaupt an deinem Projekt zu arbeiten, dann nimm dir lieber erst einmal drei Seiten täglich vor anstatt 20. Dafür jedoch zu einer bestimmten Zeit. Zum Beispiel gleich morgens.

Erst, wenn du deine drei Seiten geschrieben hast, belohnst du dich mit einem Frühstück.

Oder du verknüpfst das Schreiben deiner drei Seiten mit etwas, worauf du dich ohnehin freust. Zum Beispiel deinen Morgenkaffee.

Anstatt dich immer wieder vor eine unangenehme und unrealistische Herausforderung zu stellen, verwandelst du deine tägliche Schreibeinheit so in etwas Positives.

Schreibzeit-Methode 3: Soziale Motivation

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Das heißt: Wir setzen uns in Bezug zu anderen Menschen. Was diese von uns halten, entsprechend von Bedeutung für uns.

Dies lässt sich als Methode nutzen, um deine Schreibzeit zu etablieren. Erzähl anderen von deinem Schreibvorhaben. Nimm sie mit ins Boot. Das macht es dir leichter, deine Pläne in die Tat umzusetzen.

Doch Vorsicht: Nicht jeder Mensch ist der richtige, um ihn ins Vertrauen zu ziehen.

Wende dich an Menschen, die dir nahe stehen und bei denen du ein gutes Gefühl hast. Falls sie einmal nachfragen, ob du heute schon geschrieben hast, sollte das okay für dich sein.

Wenn du andere Menschen ins Vertrauen ziehst, bringt dies gleich mehrere Vorteile mit sich. Dein Vorhaben bekommt für dich mehr Verbindlichkeit. Des Weiteren darfst du auf mehr Verständnis dafür hoffen, dass du dich regelmäßig zurückziehst und von niemandem gestört werden willst.

Darüber hinaus lässt sich soziale Motivation durch Schreibkollegen erreichen. Besuch doch einmal ein Schreibseminar. Für viele wirkt es Wunder, sich mit anderen zu ihrem Schreiben und ihren Schreibgewohnheiten inklusive Schreibzeiten auszutauschen.

Oder hast du schon einmal über Schreibcoaching nachgedacht?

Hier hast du einen Experten als Gegenüber, der deine Texte liest, dir ein Feedback gibt und dich motiviert, das Vorhaben Schreibzeit in die Tat umzusetzen.

Schreibzeit-Methode 4: Persönliche Motivation

Weshalb genau möchtest du schreiben? Die Gründe dafür können ganz unterschiedliche sein.

Vielleicht planst du eine Karriere als Romanautor. Du siehst dich im Scheinwerferlicht auf dem Blauen Sofa der Frankfurter Buchmesse sitzen. Hast etwas aus deiner Schreibleidenschaft und deinem Schreibtalent gemacht. Die Massen liegen dir zu Füßen …

Oder du hast dieses eine Anliegen, das du der Menschheit vermitteln möchtest. Doch es zieht dich nicht in die Öffentlichkeit. Am liebsten möchtest du im Verborgenen bleiben. Nur dein Thema, das soll endlich einen prominenten Platz im öffentlichen Diskurs erhalten.

Vielleicht geht es dir aber auch nicht ums Schreiben an sich. Vielmehr siehst du es als eine Art Marketingtool. Du bietest eine Dienstleistung an, mit deren Hilfe Menschen von A nach B gelangen. Nun möchtest du deiner Zielgruppe gewinnbringenden Content kostenfrei zur Verfügung stellen, um sie auf das Angebot aufmerksam zu machen. So versprichst du dir eine begeisterte Leserschaft, die du mit Leichtigkeit in eine zahlende Kundschaft verwandeln kannst.

Du siehst: die Motivation für dein Schreiben kann ganz unterschiedlich sein. Doch worin auch immer sie liegt – sie sollte dir bewusst sein!

Verknüpfe dich mit dem Kern deiner Motivation. Nur, wenn du weißt, wofür du schreibst, wird dieses Wofür auch zur Kraftquelle.

Es fällt viel leichter, dich zu einer regelmäßigen Schreibzeit zu motivieren, wenn du weißt, wofür du es tust. In dem Kern deiner Motivation steckt auch meist das Ziel, das du mit dem Schreiben erreichen willst. Sollte es dir manchmal schwer fallen, dich an den Schreibtisch zu setzen, so kannst du dir immer dein Wofür vor Augen führen!

Schreibzeit-Methode 5: Klar Ziele

Deine persönliche Motivation im Sinn deines großen Ziels ist das eine, das kleine, tägliche Schreibziel ist das andere. Es gibt Ziele, die dich unterstützen und motivieren, und solche, die eher hinderlich sind.

Was macht ein gutes Ziel aus?

Es sollte klar definiert sein, realistisch sowie motivierend. Des Weiteren solltest du es in der Hand haben, das Ziel zu erreichen.

Kein besonders gelungenes Ziel für deine Schreibzeit wäre entsprechend: jeden Tag drei Stunden lang so viel wie möglich schreiben.

Ein geeigneteres Ziel wäre: Jeden Tag drei Seiten schreiben, bevor du irgendetwas anderes tust.

Schreibzeit-Methode 6: Schreibzeit als Genusszeit

Falls du dich vor dem Schreiben drückst, hat das gute Gründe. Es ist durchaus menschlich, dass wir Unangenehmes meiden. Viele von uns haben gelernt, dass Arbeit hart zu sein hat und Erfolg mit Blut Schweiß und Tränen zu erkämpfen seien. Somit verbinden wir mit einer erfolgreichen Schreibzeit häufig übermäßige Anstrengung.

Doch das muss so nicht sein!

Mach aus deiner Schreibzeit eine Genusszeit. Alles, was deine Schreibzeit zu einem freudigen Erlebnis macht, ist erlaubt. Das kann Unterschiedliches sein.

Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Freies Schreiben: Beim Freien Schreiben schreibst du einfach drauflos. Du versetzt dich in einen Schreibfluss, zensiert dich nicht, sondern lässt die Worte einfach so aufs Papier fließen. Dies hat den Vorteil, dass du den inneren Kritiker ausschaltest. Es gibt kein richtig oder falsch. Hauptsache du schreibst. Das heißt zwar noch lange nicht, dass es gut ist, was du zu Papier bringst. Doch du erschaffst auf lustvolle Weise Material, mit dem du später weiterarbeiten kannst.
  • Dein leibliches Wohl: Nicht zu unterschätzen ist, wie es uns während des Schreibens körperlich geht. Verknüpf deine Schreibzeit mit kulinarischem Genuss aller Art. Das muss nicht immer die Tafel Schokolade sein. Auf Dauer wäre das wohl etwas ungesund. Wie wäre es stattdessen mit einer Tasse leckeren Tee? Oder mit ein paar Karotten zum Knabbern? Was auch immer es ist, das dich kulinarisch erfreut, ohne dabei für zu viel Hüftgold oder Müdigkeit zu sorgen, lass es deine Schreibzeit bereichern!
  • Bewegung: Der Mensch ist nicht dafür gemacht, die ganze Zeit still am Schreibtisch zu sitzen. Stattdessen solltest du dich regelmäßig bewegen. Dies beinhaltet sowohl den einstündigen Spaziergang, als auch kurze Bewegungseinschübe mit Kniebeugen oder Liegestützen. Nimm dir konkrete Phasen vor, in denen du schreibst, und solche, in denen du etwas anderes tust. Eine bewährte Aufteilung ist zum Beispiel: 50 Minuten konzentrierte Arbeit, 10 Minuten Pause, 50 Minuten konzentrierte Arbeit, eine halbe Stunde Pause und dann wieder von vorn. So bleibt dein Geist frisch.
  • Der passende Soundtrack: Es ist sicherlich nicht für jeden etwas, beim Schreiben Musik zu hören. Manchen Menschen, die sich dadurch nicht konzentrieren können, ist davor sogar abzuraten. Doch es gibt viele, die sich bei dezenter Hintergrundmusik sogar besser fokussieren können. Probier einmal aus, ob dir leise Musik etwas bringt. Je nach Schreibprojekt kannst du dich so auch ganz subtil in die passende Stimmung hineinversetzen. Stell dir deinen passenden Soundtrack zusammen. Wenn du zu Beginn deiner Schreibzeit auf Play drückst, bist du sogleich mit Herz und Seele dabei.
  • Sprechen statt Schreiben: Gerade extrovertierte Menschen können Gedanken häufig sprechend leichter in Worte fassen als sie zu schreiben. Zumindest geht dies häufig bedeutend schneller. Spracherkennungssoftware hilft dabei, das gesprochene Wort in Schrift zu verwandeln. Die Ergebnisse, die hierbei in kürzester Zeit erzielt werden, sind teilweise atemberaubend. So schnell hast du noch nie zuvor einen Artikel geschrieben. Dies motiviert ungemein und kann seinen Teil dazu beitragen, deine Schreibzeit zu einem positiven Erlebnis zu machen.

Schreibzeit-Methode 7: Geheimwaffe Visualisierung

Visualisierung kann auf mehrfache Weise dazu dienen, deine Schreibzeit zu etablieren.

Hänge dir einen Kalender an die Wand, in dem du jeweils markierst, wenn du deine Schreibzeit erfolgreich absolviert hast. So hast du deinen Erfolg immer vor Augen und kannst dich ein Stück weit selbst kontrollieren.

Wähle ein Symbol, das das Schreiben für dich symbolisiert. Platziere es an einem ausgewählten Ort. So erinnert es dich an dein Schreiben und daran, dass deine Schreibzeit noch ansteht.

Du kannst für dein konkretes Schreibvorhaben – also zum Beispiel die angestrebte Seitenzahl – auch eine konkrete Vergegenständlichung nutzen. Nimm zum Beispiel ein Glas, in das du für jede zu schreibende Seite einen Stein legst. Pro Seite, die du geschrieben hast, nimmst du nun einen Stein aus dem Glas.

Welche weiteren Methoden der Visualisierung fallen dir noch ein?

Schreibzeit als Kern deines Autorenlebens

Hast du deine Schreibzeit erst einmal etabliert, verteidige sie mit Klauen und Zähnen. Mach sie zum Kern deines Autorenlebens!

Was macht einen Schriftsteller aus?

Ist es jemand, der ein Buch veröffentlicht hat? Ist es jemand, der mehrere Bücher veröffentlicht hat? Ist es jemand, der Bestsellerautor ist?

Nein!

Ein Schriftsteller ist jemand, der schreibt.

Mit diesem Mindset sollte dir klar werden, welch große Bedeutung deine Schreibzeit für dich haben hat. Wenn du immer nur vom Schreiben träumst, jedoch niemals dazu kommst, ist das Schreiben ein rein theoretisches Konstrukt.

Etablierst du jedoch die Schreibzeit als festes Element in deinem Leben, so bist du gegen vielfaches Störfeuer gewappnet, das dein Schreiben behindert. Sei es Ablenkung von außen, sei es konkrete Kritik, sei es der innere Kritiker in deinem Inneren – setz alldem deine Schreibzeit entgegen!

Je länger du das Schreiben im Sinn einer regelmäßigen Schreibzeit betreibst, umso selbstverständlicher wird es für dich. Es wird zu einem Teil deiner Identität. Zu einer Zeit, in der du dich mit dir und deinen Gedanken auseinandersetzt.

Manchmal schafft man es nicht allein, die eigene Schreibzeit im Leben zu etablieren. Dann hilft vielleicht nur noch ein Schreib- oder Autorencoach. Hier blickt ihr gemeinsam auf deine Vision, deine Ziele und die Hürden, die dir im Weg stehen. Und ihr entwickelt konkrete Methoden, um deine Schreibzeit zur Gewohnheit werden zu lassen.

Letztlich liegt in deiner regelmäßigen Schreibzeit auch ein großes Stück Selbstwertschätzung. Du nimmst deine Anliegen und Ideen ernst. Deine Schreibzeit wird so hoffentlich zu einer der schönsten Zeiten des Tages.

Hast du deine persönliche Schreibzeit bereits etabliert?

Berichte von deiner Erfahrung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.