Besser schreiben – 6 kraftvolle Methoden

Bist du manchmal unzufrieden mit deinem Schreiben?

Möchtest du dich als Autor weiterentwickeln?

Willst du nicht einfach bloß schreiben, sondern besser schreiben als jetzt?

Dann hast du genau zwei Möglichkeiten:

  • 1. Du wartest ab, ob dich irgendwann die Muse küsst und vertreibst dir deine Zeit bis dahin mit anderen Dingen
  • 2. Du nimmst dein Schreibglück selbst in die Hand.

Solltest du dich für 2. entscheiden, so hilft dir dieser Artikel, dabei erfolgreich zu sein.

Besser schreiben – was soll das eigentlich heißen?

Nur weil wir dieselben Wörter verwenden, verstehen wir nicht unbedingt das Gleiche darunter.

Was bedeutet es für dich besser zu schreiben?

Im Folgenden findest du zehn unterschiedliche Auffassungen. Entwickle dein ganz persönliches Konzept, was es für dich heißt, besser zu schreiben. So legst du die Basis, um dich als Autor weiterzuentwickeln.

Zufriedener sein mit deinen Texten

Wie zufrieden bist du mit deinen Texten?

Dies ist das wohl wichtigste Kriterium dafür, ob du dein Schreiben tatsächlich verbessert hast. Denn was hilft es, wenn du irgendwelche Schreibtipps umsetzt, dir deine Texte am Ende jedoch selbst nicht gefallen?

Deine Leser besser erreichen

Schreibst du nicht nur für dich allein, so solltest du die Leser deiner Texte von Anfang an mitdenken.

Für wen schreibst du eigentlich?

Je klarer du das Bild von deinem idealen Leser vor Augen hast, um so besser wird es dir gelingen, für ihn zu schreiben.

Besser schreiben im literarischen Sinn

Selbstverständlich ist gut und schlecht auch Geschmacksfrage – aber nicht nur. Im literarischen Sinn lassen sich durchaus Kriterien festlegen, die literarisch hochwertige Texte auszeichnen.

Möchtest du bei Literaturpreisen absahnen und von den Feuilletonisten der Republik gefeiert werden? Dann ist dieser Weg, dein Schreiben zu verbessern, der richtige für dich.

Die Prinzipien deiner Textsorte überzeugend umsetzen

Eine brillante Doktorarbeit wird wohl kaum als gelungener Ratgeber durchgehen, ein fesselnder Krimi nicht als Liebesroman und ein guter Liebesroman wird einem Liebhaber von Psychothrillern eher weniger gefallen. Was gutes Schreiben bedeutet, hängt entscheidend davon ab, was du zu schreiben gedenkst.

Lerne zu verstehen, was deine Textsorte ausmacht, um besser zu werden.

Kommerziell erfolgreicher schreiben

Gut schreiben bedeutet noch lange nicht, damit viel Geld zu verdienen. Diese Einsicht mag banal sein – für dein Schreibglück ist sie entscheidend.

Möchtest du kommerziell erfolgreich schreiben, musst du eben in diesem – im kommerziellen – Sinn gut schreiben.

  • Für welche Themen gibt es ein Publikum?
  • Was will dieses Publikum lesen?
  • Was verkauft sich in deinem Bereich besonders gut?

Finde Antworten auf diese Fragen, um im kommerziellen Sinn besser zu schreiben.

Über ein größeres handwerkliches Repertoire verfügen

Schreibst du immer irgendwie ähnlich? Gefällt dir die Art und Weise, wie du schreibst, nicht so recht? Stößt du jedoch immer wieder an deine Grenzen, wenn du etwas Neues ausprobierst?

Es gibt viele Schreibstile und Erzählweisen. Lerne unterschiedliche Möglichkeiten kennen und übe sie ein. So erweiterst du dein handwerkliches Repertoire und schreibst in diesem Sinn besser: du kannst nun aus dem Vollen schöpfen.

Deinen eigenen Schreibsound finden

Schreiben hat immer mit dir als Person zu tun – bei manchen Texten mehr, bei anderen weniger.

Du nutzt deinen Erfahrungsschatz und deine Ausdrucksweise. Deine persönlichen Gedanken und Perspektiven auf die Welt fließen in deine Texte ein.

Je besser dir das gelingt, um so mehr sind deine Texte Ausdruck deiner ganz eigenen Weise zu schreiben – und damit etwas Besonderes.

Die Schreibfreude vergrößern

Wozu tun wir, was wir tun?

Letzten Endes, so die Meinung nicht weniger Philosophen, um glücklich zu sein. Behalte dieses Ziel im Hinterkopf, wenn du dein Schreiben verbessern möchtest.

Besser schreiben kann auch bedeuten, mehr Spaß und Freude beim Schreiben zu haben.

Damit nimmst du dein Empfinden ernst und nutzt es als wichtigen Indikator. Das führt am Ende zu besseren Texten.

Mit Herausforderungen besser umgehen

In jedem ernsthaften Schreibprozess wirst du auf Hindernisse und Probleme stoßen.

Manche Recherche ist knackig und stellt dich vor Widersprüche. Die Erzählperspektive, die du gewählt hast, ist gar nicht so einfach umzusetzen. Oder eine Romanfigur widersetzt sich deiner Story und fängt an, ein Eigenleben zu führen.

Nun kannst du angesichts dieser Herausforderungen erstarren und verzweifeln.

Oder du lernst, in ihnen die Chancen zu sehen, anstatt die Probleme. Denn jede Schwierigkeit ist ein wundervolle Möglichkeit für dich, als Autor zu wachsen.

Schreiben und Leben miteinander vereinen

Besser schreiben bedeutet auch, dein Schreiben gekonnt in dein Leben zu integrieren.

Immerzu dafür kämpfen zu müssen, genügend Zeit zum Schreiben zu haben, kann einem ganz schön die Schreiblaune verderben. Nicht zum Leben kommen, da du dein Schreibprojekt zu Ende bringen musst, auch.

Bring Schreiben und Leben miteinander in Einklang: So dient dir dein Leben als Inspiration und dein Schreiben wird zu einer besonders intensiven Form des Lebens.

6 Methoden, um besser zu schreiben

Einen guten Stil entwickeln

Es gibt nicht den einen guten Stil. Was als gut oder schlecht gilt, hängt vielmehr von vielen Faktoren ab. Wichtig sind dafür unter anderem:

  • Textart bzw. Gattung
  • bei Erzählliteratur das Genre
  • die Zielgruppe
  • deine Autorenpersönlichkeit
  • das Thema

Um deinen Schreibstil voranzubringen und in diesem Sinn besser zu schreiben, solltest du dir erst einmal dessen bewusst werden, was genau du damit meinst. Lerne dann mögliche Prinzipien guten Stils kennen, um deine Schwachstellen zu erkennen und zu beheben.

Geschichten erzählen

Wir begreifen uns und unser Leben am besten in Geschichten. Damit sind deren Strukturen eine grundlegende Weise für uns Menschen, Sinn zu generieren.

Storytelling spielt nicht nur in der Erzählliteratur eine zentrale Rolle. Auch in Sachtexten kann es bedeutsam sein.

  • Wer ist dein Held?
  • Vor welcher Herausforderung steht er?
  • Wie begegnet er dieser und was passiert dann?

Beantworte diese Frage und erlange so Klarheit für die Story, die du erzählen willst. Das Ergebnis sind bessere Texte.

Feedback einholen und nutzen

Gutes Feedback ermöglicht es dir, enorme Entwicklungsschritte als Autor zu machen. Die Betonung liegt auf “gutes”. Schlechtes Feedback kann dir nämlich schaden, indem es dich verunsichert und demotiviert.

Was also ist zu beachten, damit dir Feedback dabei hilft, dein Schreiben zu verbessern?

Feedback sollte immer wertschätzend erfolgen und möglichst konkret sein. Das bedeutet, dass sowohl positive Punkte genannt werden, als auch mögliche Verbesserungsmöglichkeiten, und zwar am Besten mit Beispielen.

Bereite dich auf das Feedback vor, indem du Fragen an die Feedback-Geber hast. Und suche dir vor allem Menschen aus, denen du vertraust. Bist du nicht mit anderen Autoren befreundet, so könnte dir ein Schreibcoach weiterhelfen.

Schreibpläne erstellen

Frei schreiben – für manche Autoren ist das genau das Richtige. Sie entdecken schreibend, worum es ihnen eigentlich geht. Die meisten jedoch benötigen mehr oder weniger viel Planung.

Was genau es im Einzelfall heißt, einen Schreibplan zu erstellen, hängt von mehreren Punkten ab. Entscheidend ist erst einmal dein eigenes Bedürfnis. Wie viel Struktur brauchst du? Wie frei möchtest du während des Schreibens sein?

Je nach Textsorte ist es mehr oder weniger wichtig, viel vorauszuplanen. Ein komplexer Agententhriller muss vermutlich im Vorfeld geplottet werden, ein kurze Kolumne eher nicht. Insgesamt eröffnen dir Schreibpläne eine riesige Chance: Sie helfen dir dabei, gedankliche Klarheit zu erlangen und sinnvoll aufgebaute Texten zu verfassen.

Bildung durch Lesen

Lesen bildet auf vielfache Weise: Du kannst etwas über dir fremde Zeiten, Kulturen, Menschen oder Theorien lernen. Vor allem jedoch entwickelst du dich sprachlich weiter. Dies spielt eine besondere Rolle, wenn es darum geht, wie Lesen dein Schreiben voranbringt.

Auf folgenden Ebenen kannst du unter anderem von deinen literarischen Vorbildern lernen:

  • Ausdrucksweise
  • Stil
  • Aufbau von Gedankengängen
  • spezifische Konventionen der Textsorte oder des Genres
  • rhetorische Stilmittel
  • erzählerische Gestaltung.

Tipp: Lies eine besonders gelungene Textpassage deines Lieblingsautors. Leg das Buch dann zur Seite und versuche, seine Schreibweise zu imitieren.

Die Macht der Überarbeitung

“So wie der/die schreiben – das schaffe ich nie!”

Das denken viele, wenn sie die Bücher ihrer Lieblingsautoren in den Händen halten. Dabei ist es ganz wichtig zu unterscheiden: ein Erstentwurf ist etwas ganz anderes, als ein veröffentlichungsreifes Manuskript. Häufig wird vergessen, welch sorgfältige Überarbeitung (hoffentlich) in veröffentlichten Texten steckt.

Diese Unterscheidung ist letztlich auch für dein Selbstbild als Autor relevant. Denn nur, wenn du begreifst, welche Bedeutung einer sorgfältigen Überarbeitung zukommt, hörst du auf, dich auf demotivierende Weise zu vergleichen.

Die Überarbeitung ist zeitlich meist mindestens so aufwendig wie der eigentliche Schreibprozess. Und auch genauso herausfordernd.

Werde Mitglied in einer Schreibgruppe oder buche die Teilnahme an einem Schreibseminar. Hier bekommst du Feedback zu deinen Texten – eine wichtige Voraussetzung, um sie zu überarbeiten.

Wer täglich schreibt, verbessert sich

Der beste Weg, um besser zu schreiben, ist immer noch: schreiben.

Am besten: täglich schreiben.

Das klingt banal und ist doch für viele schwierig umzusetzen.

Anstatt die persönlichen Baustellen, Selbstzweifel und Unzulänglichkeiten zu registrieren, anzunehmen und zu beseitigen, indem sie weiterschreiben, hören viele Autoren damit auf. Schreibblockade – so nennt man das.

Wie sich gezeigt hat, ist täglich zu schreiben nicht das Einzige, was du tun kannst. Je nachdem, wo deine Problemstellen liegen, solltest du die hier vorgestellten Methoden nutzen. Vertraue jedoch vor allem darauf, dass du dich als Autor weiterentwickelst und besser wirst, wenn du regelmäßig schreibst – das lässt sich dann nämlich gar nicht vermeiden.

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