Schriftsteller werden – Diese 9 Zeitkiller musst du vermeiden!

Träumst auch du von deinem eigenen Buch?  Möchtest du Schriftsteller werden? Oder daddelst du noch immer am PC rum und siehst Fernsehen? Na? Ertappt?

Auch wenn du genügend Ideen hast und dein Handwerkszeug beherrscht, gibt es höchst wahrscheinlich ein Problem. Diese eine Sache ist bei den meisten so rar geworden wie die Sumpfschildkröte in Mitteleuropa: das höchste Gut, die Zeit. Vermeide die folgenden 9 Zeitkiller und komm endlich wieder zum Schreiben. Egal ob du Hobbyautor bist oder von Beruf her schreiben möchtest – Dem Schriftstellerdasein steht so nichts mehr im Weg!

Zeitkiller 1: Unreflektiert Fernsehen

Wenn wir vor der Mattscheibe sitzen, scheint die Zeit stehen zu bleiben. Wir können uns berieseln lassen ohne etwas tun zu müssen. Wir müssen nicht einmal denken. Dies macht das Fernsehen für viele zu der beliebtesten Freizeitbeschäftigung um abzuschalten.

Kleine Fluchten

Wollen wir unserem Alltag entfliehen, ist es einfach verlockend, die Fernbedienung in die Hand zu nehmen, auf den Knopf zu drücken und die Flimmerkiste an- und das eigene Hirn abzuschalten. Da sitzen wir dann, erst ziehen die Minuten ins Land und am Ende stehen wir erst Stunden später wieder auf. Doch von Erholung keine Spur. Anstatt tatsächlich entspannter zu sein, ist uns schummrig. Statt eines klaren Gedankengangs schwappt nur Matsch-Suppe durch unseren Schädel. Dabei wollen wir doch eigentlich schrieben. Doch erstens ist es dafür jetzt zu spät und zweitens sind wir nicht mehr dazu in der Lage.

Doppelkiller

Unreflektiertes Fernsehen killt also in doppelter Weise unser Schreiben: Zum einen haben wir viel Zeit mit der Glotze verbracht, statt sie zum Schreiben zu nutzen. Zum anderen sind wir erst recht nicht erfrischt, sondern überhaupt nicht mehr kreativ. Also unbedingt merken: Willst du wirklich Schriftsteller werden, vermeide unreflektierten Fernsehkonsum! Sie lieber auf inspirierende Weise fern und komme so Ideen durchs Fernsehen! oder nutze andere tolle Möglichkeiten, um auf Themen für deine Geschichte zu kommen.

Zeitkiller 2: Nicht Nein sagen können.

Schreiben ist eine einsame Tätigkeit, zumindest meistens. Doch wir sind nun einmal soziale Wesen. Was wären wir ohne unsere Familie und unsere Freunde? Wie traurig wäre unser Leben, wenn wir den Spaß und die Sorgen nicht mit anderen teilten? Was würde passieren, wenn wir uns nicht gegenseitig unterstützten in dieser häufig so kalten Welt?

Bewusst allein sein

All dies müssen wir beim Schreiben regelmäßig ein Stück beiseite schieben, um in die Schreibruhe zu kommen, die wir so dringend brauchen. Natürlich ist es wichtig zu teilen. Wenn wir jedoch immer von anderen umgeben sind, kommen wir schlichtweg nicht zum Schreiben.

Nein sagen können

Wir müssen lernen, Nein zu sagen. Das kann auch manchmal bedeuten, Menschen vor den Kopf zu stoßen. Aber wenn wir immer und überall dabei sein wollen, finden wir nicht zu der nötigen Ruhe, ohne die es mit dem Schreiben nicht klappt.

Zeitkiller 3: Nichts aufgeben können

Wenn du alles machst, machst du nichts richtig. Wir brauchen den nötigen Fokus, wenn wir erfolgreich sein wollen.

Der Konzertpianist

Kannst du dir einen Pianisten vorstellen, der sich hin und wieder mal für ein Stündchen ans Klavier setzt, und dann auf einmal ein Klavierkonzert von Beethoven zum Besten gibt? Einen Tennisspieler, der ab und zu am Wochenende mit alten Schulfreunden zockt, und auf einmal im Finale von Wimbledon steht? Nein? Wieso bitte sollte es dann beim Schreiben so sein? Glaubst du, dass du ganz ohne Übung einen Erfolgsroman schreibst?

Fokus

Du musst dich aufs Schreiben fokussieren. Und dafür brauchst du regelmäßig Zeit fürs Schreiben, am besten täglich. Lerne also, Dinge aufzugeben, die nicht die oberste Priorität für dich haben, um endlich wieder Zeit für das Wesentliche zu haben.

Zeitkiller 4: Immer 100 % erreichen wollen

Der Hang zum Perfektionismus kann uns im richtigen Moment ganz nach vorne bringen und uns zu außergewöhnlichen Leistungen antreiben. Leben wir ihn jedoch im falschen Moment, stiehlt er uns ganz einfach die Zeit.

An der eigenen Sprache feilen

Man kann ziemlich lange an einem Satz feilen, bis er perfekt ist. Und vielleicht wird er es nie so richtig. Das Ganze lässt sich auch auf größere Elemente ausdehnen, auf Absätze oder Kapitel oder auch schon bei einzelnen Wörtern beobachten. Doch hilfreich ist das nicht immer.

Schreibflow gegen Schreibblockaden

Bist du beim Schreiben im Flow, blockierst du dich nur selbst, wenn du erwartest, dass alles perfekt ist. Leidest du unter Schreibblockaden, erst recht. Beim Überarbeiten, wenn du dir deine Texte als dein eigener Leser noch einmal vornimmst, kann es wichtig sein, jedes einzelne Wort auf die Waagschale zu legen. Beim Schreiben selbst ist es jedoch oft hilfreicher, einfach zu schreiben. Der Drang nach Perfektion bringt dir meist nichts und kostet nur Zeit.

Zeitkiller 5: Immer erreichbar sein

Wir sind immer vernetzt. Wir teilen jeden Moment unseres Lebens immer sofort, mit Hilfe von Kurzkommentaren, Fotos, Videos oder Smileys. Es piepst, klingelt und vibriert unaufhörlich, und wenn wir nicht gleich antworten, ist der Sender der Nachricht beleidigt.

Unterbrechungen

Gut, vielleicht ist diese Beschreibung leicht übertrieben. Doch wir leben in einer Welt, in der viele von uns erwarten, ständig erreichbar zu sein. Wenn wir jedoch bei jeder Nachricht an unser Handy gehen, reißt uns das aus dem, was wir gerade tun. Dies ist nicht nur ein Problem, wenn wir in dem Moment gerade schreiben. Unser ganzes Leben und Denken wird davon beeinflusst und unsere Vorankommen als Autor leidet.

Reifen braucht Zeit

Längere literarische Werke müssen reifen, unser Kopf arbeitet weiter, auch wenn wir gerade nicht am Schreibtisch sitzen. Wenn wir immer erreichbar sind, stellen wir uns also unserer Entwicklung selbst in den Weg. Und am Ende dauert alles nur länger.

Zeitkiller 6: Zu viel nachdenken, zu wenig schreiben

Der Gedanke kommt häufig als Zeitsparer getarnt daher: Fang am besten erst dann an zu schreiben, wenn du genau weißt, worum es geht.

Warten

Auf den ersten Blick leuchtet eine perfekte Vorausplanung ein. Statt unsere Zeit mit Texten zu verschwenden, die am Ende nicht gut sind, warten wir ab, bis die eine Idee kommt, für die es sich zu schreiben lohnt. Dabei vergessen wir allerdings eins: Die besten Ideen kommen häufig beim Schreiben selbst.

Schreiben als Prozess

Ein guter Text entsteht eben meist nicht auf Anhieb, sondern erst als Ergebnis eines langen Schreibprozesses. Da hilft es auch nicht, vor dem leeren Blatt darauf zu warten, dass ein Wunder in Form eines Geistesblitzes auf uns niederfährt. Fang einfach an, auch wenn du noch nicht weißt, worum es geht. Sonst verlierst du nur unnötig Zeit. Lerne, deine Schreibblockade zu überwinden.

Zeitkiller 7: Zu wenig schlafen

Erst scheint es ein kluger Gedanke zu sein: Eine Stunde weniger Schlaf bedeutet eine Stunde mehr Zeit fürs Schreiben. Und in manchen Kreisen gilt es regelrecht als schick, wenig zu schlafen, denn das könnten wir immer noch, wenn wir tot sind – man kennt diese Sprüche.

Milchmädchenrechnung

Die Rechnung des wenigen Schlafes geht leider nicht auf. Kurzfristig gesehen kann es sein, dass wir ein klein wenig Zeit gewinnen. Doch mittel- und langfristig gesehen schlägt wenig Schlaf auf unsere Laune und letztlich leidet die Produktivität. Wir werden unausgeglichen, fühlen uns müde und am Ende verlieren wir noch viel mehr Zeit, da wir so nichts auf die Reihe bekommen. Schlaf lieber genug und widme dich wach und ausgeruht deinen Texten.

Zeitkiller 8: Schreiben ohne Struktur

So hilfreich es oft sein kann einfach loszuschreiben, so hinderlich ist es, wenn wir es damit übertreiben. Vor allem bei längeren Schreibprojekten gibt es Momente, in denen wir innehalten sollten, um ein wenig Abstand zu unseren Texten zu bekommen.

Mächtige Fragen

Fragen, die uns weiterhelfen, wenn wir beim Schreiben innehalten sind:

  • Wo wollen wir mit ihnen hin?
  • In welche Richtung scheint das Ganze zu gehen?
  • Welche Tendenzen wollen wir verstärken, welche sind eher hinderlich für die Geschichte?
  • Welche Struktur wollen wir ihr verleihen?

Timing

Der richtige Moment, um diese Frage zu stellen, ist sicherlich nicht der, bevor du überhaupt anfängst. Viel wichtiger ist es, erst einmal ins Schreiben zu kommen. Doch wenn du mittendrin steckst und nicht mehr genau weißt, wo es lang geht, ist der Blick auf die Struktur ein wichtiges Werkzeug, damit du dich nicht zu sehr verzettelst.

Zeitkiller 9: Nur schreiben, wenn es gerade passt

Natürlich können wir schreiben, wann immer es uns in den Sinn kommt. Wenn wir allerdings nur dann schreiben, kann es leicht passieren, dass wir nie dazu kommen.

Pflichten

Der Alltag ist bei den meisten von uns fordernd genug. Der Brotjob oder die Familie beanspruchen unsere Zeit. Und wenn es gerade nichts zu tun gibt, sind da die Medien, die uns an jeder Ecke dazu auffordern zu konsumieren.

So ziehen die Tage und Wochen ins Land und jeder Gedanke daran, dass wir mal wieder schreiben könnten, wird zugleich von einem anderen Reiz überlagert. So wird das nichts. Wir verschwenden wertvolle Zeit mit Nichtigkeiten, anstatt sie für unseren Schreibweg zu nutzen.

Selbstdisziplin leicht gemacht

Die meisten schaffen es nur durch klare Schreibzeiten und Routinen, dem Schreiben einen festen Platz im Alltag zuzuweisen. Wir müssen auch dann schreiben, wenn wir es uns vorgenommen haben, und nicht nur dann, wenn es zufällig passt. So eröffnen wir einen Zeitraum, der uns unabhängiger vom Alltag macht, und unser Schreiben voranbringt.

Schriftsteller werden

Schriftsteller von Beruf sein – Natürlich ist es nicht nur der richtige Umgang mit der Zeit, der das ermöglicht. Es gibt noch viele weitere Erfolgsfaktoren, die dafür entscheidend sind. Besonders wichtig hierbei sind die Einstellungen von Autoren, die sich als Geheimnisse zusammenfassen lassen, die du unbedingt kennen solltest.

Zeit als Grundlage

Trotz allem ist der Faktor Zeit ist die Grundlage um Bücher zu schreiben! Ohne ihn nutzt dir das ganze Schreib-Know-how wenig. Lerne also die Zeitkiller zu bändigen, die uns auch noch die letzte halbe Stunde rauben können. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Äußere Faktoren wie Termine und Alltagsstress und innere Faktoren wie Disziplinlosigkeit und mangelnde Fokussierung gehen meistens Hand in Hand.

Deine persönlichen Zeitkiller

Nimm dir die Zeitkiller vor, bei denen du dich besonders angesprochen gefühlt hast. Fang am besten mit einem an und eliminiere ihn aus deinem Alltag. Nimm dir dann den nächsten vor. Werde so langsam wieder der Chef deines Schreibtags!

Kennst du weitere wichtige Zeitkiller, die vom Schreiben abhalten? Teile sie mit uns in den Kommentaren!

14 Kommentare, sei der nächste!

  1. Internet ist mein Zeitkiller Nr. 1. Das Handy ist stumm geschaltet, ich sitze am Rechner und arbeite. Halt schnell mal das und das recherchieren. Ups, jetzt bin ich bei twitter. Ah, dieser Beitrag zu Zeitfressern ist interessant. Schnell kommentieren … 🙂

  2. Moin, Andreas, ich fühle mich durchschaut!
    Gibt mir doch einige fette Anstösse die, ÜBERRASCHUNG!, tatsächlich drauf hinaus laufen: Just do it!
    Ich lese derzeit Haruki Murakami „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“.
    Er verknüpft die Erfahrungen beim Langlauf mit denen des Schriftstellers – hochinteressant und im Kern identisch mit deinen Anregungen!
    LG Klaus

    1. Moin Klaus,

      Haruki Murakami habe ich unbedingt auf der Liste, bin ich noch nicht dazu gekommen bisher. Du bestärkst mich aber darin, ihn unbedingt bald mal lesen zu müssen!
      Einfach machen ist natürlich immer der Schluss am Ende, aber so einfach ist es eben nicht immer. Zumindest nicht ohne stetige Übung. Wie eben bei sportlicher Betätigung – schöner Vergleich! Schreibsport eben.

      Schöne Grüße
      Andreas

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