Psychohygiene für Autoren – 20 Tipps für erfolgreiches kreatives Schreiben

Kreatives Schreiben – wie das erfolgreich geht, definiert am besten jeder für sich. Für die einen ist Kreatives Schreiben reine Privatsache, die anderen wollen mit ihren Texten an die Öffentlichkeit gehen. Wie auch immer – eine gute Psychohygiene, also ein wertschätzender, motivierender Umgang mit sich selbst, ist die Grundvoraussetzung, um dauerhaft erfolgreich zu schreiben!

Die folgenden Tipps für Kreatives Schreiben bieten praktische Ratschläge, die dir dabei helfen. So entwickelst du eine Haltung, die deinem kreativen Schreiben einen Erfolgsschub verpasst. Du grübelst dann nicht länger oder schreibst vergeblich gegen Widerstände an, sondern nutzt deine Energie produktiv für immer noch bessere Texte.

Extra: Psychohygiene für Autoren – Leitfaden ausdrucken und über den Schreibtisch hängen (Kreatives Schreiben Tipps und Ratschläge!)

Kreatives Schreiben – 20 Tipps

Schreibtipp 1: Nimm das Schreiben selbst in den Blick!

Vor allem größere Schreibprojekte können ganz schön furchteinflößend sein. Der Gedanke, fünfhundert Seiten schreiben zu müssen, kann uns den Atem rauben. Wie soll das jemals gelingen, wenn wir erst auf Seite drei sind? Dabei ist der Wunsch so groß, irgendwann das eigene Buch in den Händen zu halten. Doch wie ist das zu schaffen, wenn der Berg, den wir schreibend erklimmen, bis in die Wolken zu reichen scheint?

Hilfreicher als der Blick auf das fertige Buch ist die Fokussierung des Schreibens als Prozess. Um am Schreiben dranzubleiben solltest du Freude am Akt des Schreibens entwickeln. Eine fertige Erzählung oder gar ein vollendeter Roman als Motivation geht an der eigentlichen Sache vorbei. Hilfreicher ist es, Spaß am kreativen Umgang mit Sprache zu haben und die tägliche Zeit am Schreibtisch zu genießen. Wenn dabei dann noch etwas rauskommt, ist das schön, wenn nicht auch.

Schreibtipp 2: Schminke dir den Genie-Gedanken ab!

Gerade in Deutschland ist der Gedanke immer noch verbreitet, gutes Schreiben sei uns in die Wiege gelegt. In den letzten Jahren hat sich die Lage etwas verändert, wie diverse Studiengänge in kreativem Schreiben zeigen. Viele haben erkannt, dass auch literarisches Schreiben ein Handwerk ist, das man erlernen kann.

Dennoch hält sich der Mythos vom Schriftsteller-Genie immer noch hartnäckig in den Köpfen der Menschen. Die Vorstellung, große Literatur entstehe durch quasi-göttliche Eingebung, lässt dich an deinem Talent zweifeln und wird so zur Entschuldigung vor dir selbst. Wenn deine Texte nicht gut sind, bist du eben kein Genie. So brauchst du dir nicht eingestehen, dass du einfach noch nicht genügend Zeit mit dem Schreiben verbracht hast.

Viel hilfreicher, als an den Genie-Mythos zu glauben, ist es, sich die große Bedeutung des täglichen Schreibens vor Augen zu führen. Nur Übung macht den Meister und es ist noch kein Autor vom Himmel gefallen.

Schreibtipp 3: Denke in kleinen Etappen!

Der Blick auf das Endprodukt deines Schreibens kann nicht nur furchtbar demotivierend sein, er hindert dich auch daran, dein Schreiben sinnvoll zu strukturieren. Ganz egal, ob du einen Hammer-Blog, einen Killer-Roman oder ein Mega-Sachbuch schreiben möchtest – schlag dir das Ende erst einmal aus dem Kopf und mach dich Schritt für Schritt auf deinen Weg.

Erstelle eine Struktur für dein Schreiben, ganz egal ob als Redaktionsplan für deinen Blog oder als Plot für deinen Roman, je nachdem was du vorhast. So fällt es dir Tag für Tag leicht anzufangen, da du weißt, was zu tun ist. Über Schreibblockaden kannst du dann meist lächeln, denn du musst nicht jeden Tag aufs neue das Rad neu erfinden. Manchmal reicht es auch schon aus, einfach weiterzumachen. Vor allem aber hast du es so in der Hand, dein großes Ziel tatsächlich erreichen zu können.

Schreibtipp 4: Setze dir SMARTe Ziele!

Eine Grundkompetenz für den persönlichen Erfolg besteht darin, sich SMARTe Ziele setzen zu können. Dabei geht es darum, Ziele so zu formulieren, dass wir mit ihnen etwas anfangen können und sie praktikabel sind. In diesem Sinn sollte ein Ziel nicht zu hoch gegriffen sein, eine realistische Einschätzung deiner Möglichkeiten ist also wichtig. Des Weiteren sollte es in deiner Macht stehen, das Ziel auch tatsächlich erreichen zu können. Schließlich benötigst du klare Kriterien, nach denen du entscheiden kannst, ob du erfolgreich warst oder nicht.

Wenig hilfreich ist es entsprechend, dir vorzunehmen, bis dann und dann ein Buch zu veröffentlichen oder gar einen Bestseller zu schreiben. Zum einen liegt das nicht allein in deiner Hand, zum anderen ist das reichlich hoch gegriffen. Entsprechend gute Ziele für dein Schreiben sind klare Vorhaben für jeden Tag. Nimm dir eine bestimmte Anzahl an Wörtern oder an Seiten vor und gib dich erst zufrieden, wenn du sie geschrieben hast.

Schreibtipp 5: Schreibe nicht für Anerkennung!

Das tägliche Schreiben kann ganz schön anstrengend sein, vor allem, wenn wir dazu gezwungen sind, auf andere Weise unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zu den Höhen und Tiefen des Schreibprozesses kommt dann die Herausforderung hinzu, den Alltag und das Schreiben miteinander in Einklang zu bringen. Es ist durchaus verständlich, sich Zuspruch zu wünschen und Verständnis für das, was man da tut. Und doch solltest du versuchen, nicht jedem von deinem Schreiben zu erzählen oder, wenn du es doch tust, zumindest kein Verständnis erwarten. Deine Entwicklung als Autor ist auf lange Zeit angelegt. Es geht nicht um kurzfristige Erfolge, schon gar nicht gemessen an veröffentlichten Texten oder gar Büchern.

Schreibe für dich und nicht für andere. Es mag herausfordernd sein, Zeit zum Schreiben zu finden. Es ist sicher nicht leicht, den Kopf frei zu bekommen, von all den Pflichten des Alltags. Doch du hast es so gewollt und dich für das Schreiben entschieden. Dafür darfst du auch das Abenteuer erleben, das die Arbeit an einem längeren Schreibprojekt bedeutet. Es ist deine freie Entscheidung, das Schreiben jederzeit wieder bleiben zu lassen. Keiner zwingt dich dazu. Mach dir dies bewusst, statt von den Anderen Anerkennung für dein Schreiben zu erwarten – so schreibt es sich leichter.

Schreibtipp 6: Such dir Unterstützung!

So wichtig es ist, nicht jedem deine Schreib-Ambitionen an die Nase zu binden, so wichtig ist es auch, sich wirklich hilfreiche Unterstützung zu suchen. Unabhängig davon, ob du dich allein auf das Schreiben konzentrieren kannst oder ob du auch noch einen Broterwerb hast, alleine wirst du es nicht schaffen, am Ball zu bleiben.

Wir sind soziale Wesen und unsere Beziehungen prägen unser Handeln. Such dir also Menschen, denen du vertrauen kannst und erkläre ihnen, wie sehr du deine Zeit und deine Ruhe brauchst, um beim Schreiben weiterzukommen.

Am besten ist es, du ziehst deine Familie und deine Freunde ins Vertrauen und beschreibst die Herausforderung deines Schreibens. Vielleicht kannst du sie umgekehrt auch in ihrem Leben unterstützen? Das Verständnis deiner engsten Menschen wird dir die Sicherheit geben, dich auf dein Schreiben konzentrieren zu können. Und wenn du einmal in einer Schreibkrise steckst, die es früher oder später geben wird, werden sie dich unterstützen, damit es wieder weitergeht.

Schreibtipp 7: Gönne dir Phasen der Inspiration!

Um das Schreiben erfolgreich in unseren Alltag zu integrieren, benötigen wir ein gutes Selbstmanagement. Nicht nur zeitlich stellt uns dies vor Herausforderungen, auch die innere Ruhe und das kreative Einlassen auf das Schreiben stehen im Widerspruch zu den üblichen Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Hinzu kommen die Pflichten im Haushalt, die Familie, die Freunde. Das Schreiben nicht zu vernachlässigen erfordert also einen Haufen Disziplin. Da ist es kein Wunder, wenn du jede freie Minute effektiv nutzen möchtest, um mit deinen Texten weiterzukommen.

Die Gefahr ist groß, vor lauter Selbstoptimierung die wichtigste Ressource zu vernachlässigen, die wir als Autoren haben: unsere Kreativität. Wenn wir immer nur von einer Sache zur anderen hetzen und auch unser künstlerisches Schaffen in unseren Alltag eintakten wie einen Zahnarzttermin, kann es leicht passieren, dass uns innere Leere und Uninspiriertheit überkommt. Klar, ein gutes Zeitmanagement ist wichtig, um zum Schreiben zu kommen.

Um den eigenen Geist dabei frisch zu halten, brauchen wir jedoch genauso Phasen der Inspiration, die nicht vom Zwang erfüllt sind etwas zu schaffen. Hier dürfen wir unseren Geist schweifen lassen, egal ob bei einem Spaziergang, bei einem guten Film oder bei der Lektüre. Es ist wichtig, uns diese Phasen scheinbaren Nichts-Tuns einzugestehen, denn nur durch sie bleiben wir kreativ und entwickeln uns weiter.

Schreibtipp 8: Heiße deine Selbstzweifel willkommen!

Wer kennt sie nicht, die Zweifel am eigenen Schaffen? Solange sie sich auf ein konkretes Projekt beziehen, geht es ja noch. Doch manchmal wachsen sie weit darüber hinaus. Du steckst fest beim Schreiben deines Romans, deine Hauptfigur benimmt sich z.B. nicht, wie du dir das eigentlich vorgestellt hast, oder dein Plot funktioniert nicht. Du willst das wieder gerade biegen, doch irgendwie klappt es nicht. Und auf einmal zweifelst du nicht nur an deinem Vorhaben, sondern an deiner grundsätzlichen Eignung als Autor. Du willst deine Zweifel loswerden, doch je mehr du versuchst sie zu verdrängen, umso stärker nagen sie an dir.

Der erste Schritt, um mit deinen Selbstzweifeln besser klar zu kommen, besteht darin, sie zu akzeptieren. Sie sind nun einmal da, wenn du das nicht annehmen kannst, machst du sie nur noch größer. Nutze sie stattdessen produktiv. Horche in dich hinein. Am besten gelingt das mit Stift und Papier. Notiere dir, woran du zweifelst, was genau die Stimmen sagen, die an dir nagen und wie es sich anfühlt nicht an dich zu glauben. Meist bist du schon allein dadurch vom Schlimmsten befreit. Und manchmal findet sich sogar in deinen Notizen ein Hinweis darauf, was genau dich zum Zweifeln gebracht hat. So kannst du dich mit neuen Kräften und Einsichten wieder an dein Projekt machen oder ein neues beginnen.

Im Umgang mit Selbstzweifeln und Ängsten kann das Schreiben selbst wunderbar als Methode genutzt werden. Nutze es als Selbstcoaching-Instrument und setze dich so effektiv mit deinen inneren Baustellen auseinander.

Schreibtipp 9: Sieh deinen Brotberuf als Hilfe!

Viele, die schreiben, und dazu einem Brotberuf nachgehen, kennen das Gefühl, zwischen zwei Welten zerrissen zu sein. Hätten sie nur mehr Zeit zum Schreiben! Könnten sie ihren Kopf nur bei ihrem Romanprojekt lassen! Müssten sie nur nicht so viele Stunden mit einer Arbeit zubringen, die für sie mehr Pflicht ist als Kür! Diese Haltung frisst ungemein viel Energie. Bei vielen kommt schlechte Laune auf, wenn sie das Gefühl haben, sich nicht verwirklichen zu können. Und letztlich wird es so nur schwerer, beim eigenen Schreiben voranzukommen.

Viel sinnvoller ist es, den Brotberuf als etwas nützliches zu sehen. Immerhin bietet er dir finanzielle Sicherheit und damit die Basis, um dich dem Schreiben widmen zu können. Des Weiteren zwingt er dich dazu, in deiner freien Zeit produktiv zu sein. Wer weiß, vielleicht würde es dir überhaupt nicht so leicht fallen dich zu disziplinieren ohne den Zwang, auf das Wochenende und die Ferien auszuweichen. Und letztlich ermöglicht dir dein Job auch ein riesiges Maß an Lebenserfahrung, die du dringend brauchst für dein Schreiben. Mit dieser Einstellung fasst du deinen Brotberuf nicht länger nur als Hürde auf, sondern versuchst, das Beste aus ihm zu machen.

Schreibtipp 10: Gib den Spaß nicht auf!

Auf den ersten Moment scheint es logisch: Zum Schreiben braucht man Zeit. Wenn du also wirklich erfolgreich sein willst mit deinem Schreiben, liegt es nahe, möglichst alles andere, worauf du verzichten kannst, aus deinem Leben zu eliminieren. Als erstes müssen die Beschäftigungen dran glauben, die allein für dein Vergnügen bestehen. Du verschenkst also deinen Fernseher, gehst nicht mehr länger zum Fußball-Training und beschließt, dass ab jetzt nach einem Bier Schluss ist. Und tatsächlich merkst du, wie du auf einmal viel mehr Zeit zum Schreiben hast. Nur sitzt du nun am Schreibtisch und fühlst dich irgendwie uninspiriert. Du fängst an dich zu beschimpfen, denn jetzt gibt es ja keinen Grund mehr nicht zu schreiben, und mit jedem Tag sinkt deine Laune.

Natürlich müssen wir uns Zeit nehmen für’s Schreiben. Wenn wir dafür allerdings alles aufgeben, was uns Spaß und Freude bereitet, tappen wir in eine Falle. Natürlich können wir nicht jedem Spaß nachgehen, wenn wir genügend Zeit haben wollen. Doch andersherum ist es auch nicht sinnvoll, auf alles zu verzichten, nur weil es uns auf den ersten Blick nichts bringt. Wähle aus deinen Freizeitbeschäftigungen die Dinge aus, die dir am meisten Spaß machen, und lass nur die Zweit- und Drittrangigen weg. Nur wenn du ausgeglichen bleibst und das Leben genießt, wirst du über lange Strecken hinweg am Schreibtisch erfolgreich sein können.

Schreibtipp 11: Setze einen klaren Fokus auf’s Schreiben!

Es ist schön, wenn wir vielfältige Interessen haben. Gerade für das Schreiben liegt darin ein großes Gut. Denn wenn uns nichts interessiert, ist es schwierig, sich für Themen zu begeistern, die auch über die Dauer eines längeren Schreibprojekts hinweg tragen. Deshalb ist es auch für unser Schreiben wichtig, unsere sonstigen Interessen zu pflegen. Dennoch liegt darin auch eine große Gefahr.

Je mehr Bereiche unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, umso leichter kann es passieren, das Wichtigste aus dem Blick zu verlieren. Wenn wir unseren unterschiedlichen Passionen den gleichen Rang einräumen, wird es schwierig, beim Schreiben wirklich voranzukommen. Wir schaffen es nicht häufig genug, Zeit zum Schreiben zu finden, und verzetteln uns. Oder wir entwickeln ein schlechtes Gewissen, wenn wir zu viel Zeit beim Schreiben verbringen, da wir dann beginnen, die anderen Bereiche zu vernachlässigen. Es ist also wichtig, Prioritäten zu setzen. Das bedeutet nicht, alles andere aufzugeben. Wenn du jedoch den Fokus klar auf das Schreiben setzt, wirst du dich nicht mehr so zerrissen fühlen. Die anderen Interessen sind dann nicht länger Konkurrenten des Schreiben, sondern Mitstreiter bei deinen Ambitionen als Autor. Und wenn du einmal zu nichts anderem kommst, als zum Schreiben, ist das vollkommen in Ordnung. Schließlich liegt darauf deine Priorität.

Schreibtipp 12: Gib dir die Zeit, die du brauchst!

Wir können nur richtig gut in einer Sache werden, wenn wir die Zeit haben, unsere Fähigkeiten zu entwickeln. Neben dem Fokus auf’s Schreiben ist dafür auch eine sinnvolle zeitliche Perspektive entscheidend. Viele Menschen unterschätzen, was sie in einem Jahr hinbekommen können, und überschätzen, was ihnen in drei, fünf oder zehn Jahren möglich ist. Viele sind ungeduldig. Der Wunsch nach einem eigenen Buch, der Traum vom Leben als Schriftsteller soll am Besten sofort in Erfüllung gehen. Wenn dann beim Schreiben irgendetwas nicht klappt, macht sich schnell Enttäuschung breit und die Selbstzweifel beginnen, den Traum in ein Hirngespinst zu verwandeln. Gib nicht auf, sondern gönne deinem Schreiben die Zeit, die es braucht, sich zu entwickeln. Denke in längeren Zeiträumen und erwarte keine unmöglichen Erfolge in zu kurzer Zeit, denn letztlich führt das nur weg vom Schreiben, statt dich zu motivieren.

Schreibtipp 13: Feire deine Erfolge!

Motivationstrainer können ein Lied davon singen: Es ist häufig viel hilfreicher, das Positive in den Blick zu rücken, als sich immer auf die Schattenseiten unseres Daseins zu konzentrieren. Dies lässt sich wunderbar auf das Schreiben übertragen. Wenn du dir ständig vor Augen führst, dass du am liebsten schon einen Bestseller geschrieben hättest, dir dies aber immer noch nicht gelungen ist, kann dich das nur demotivieren. Oder auch weniger hoch gestapelt: Wenn du eine Geschichte von dir erwartest, deren Buchstaben die Leser vor Spannung nur so in sich aufsaugen, wird dich jede kritische Meinung deprimieren. Mach dir stattdessen klar, was du schon geschafft hast. Jede geschriebene Seite ist erst einmal eine Leistung, jede produktive Stunde am Schreibtisch etwas, das nicht von alleine geschieht. Sei stolz auf alles, was du erreichst. Keine Sorge, dies führt gewöhnlich nicht zu Übermut oder zu einer unkritischen Haltung. Im Gegenteil – so gibst du dir selbst die Wertschätzung, die du brauchst, um dranzubleiben und deine Texte immer besser werden zu lassen.

Schreibtipp 14: Tausch dich mit anderen Autoren aus!

Schreiben ist eine einsame Tätigkeit. Es ist wichtig, Freude daran zu haben alleine zu arbeiten. Doch wenn du es damit übertreibst, und nie mit anderen über dein Schreiben sprichst, droht die Gefahr, sich beim Schreiben zu verirren. Der Austausch mit anderen Autoren kann für alle Ebenen des Schreibens gewinnbringend sein: Gemeinsam gibt man sich in einer Schreibwerkstatt  oder in einer Schreibgruppe Impulse für neue Ideen. So erhält man kompetente Kritik zu fertigen Texten und findet Gleichgesinnte, um sich zu allen Irrungen und Wirrungen des Schreibprozesses auszutauschen.

Vor allem verhindert der Austausch mit anderen Autoren die Gefahr, sich isoliert zu fühlen. Gerade, wenn es einmal nicht so läuft, kann die Arbeit alleine am Schreibtisch zur psychischen Belastung werden. Bist du jedoch gut vernetzt, brauchst du dich nicht länger als Einzelkämpfer zu fühlen, sondern hast Mitstreiter, die so wie du Tag für Tag das Abenteuer Schreiben leben.

Schreibtipp 15: Lies die Autobiographien erfolgreicher Autoren!

Was sollen uns das Leben und Schreiben anderer Autoren bringen, wenn es doch um unsere eigene Entwicklung geht? Sehr viel, und zwar auf mehrfache Weise!

Der Werdegang berühmter Autoren kann uns motivieren, um beim Schreiben dranzubleiben. Jeder hat einmal klein begonnen und auch die scheinbar größten Genies kochen bei näherem Hinsehen nur mit Wasser oder sagen wir Tinte. So können wir auch ein Gefühl dafür entwickeln, wie es möglich ist Schreibkrisen zu überwinden. Und wir finden wichtige Hinweise, wie sich ein Leben als Autor gestalten lässt, wie sich z.B. ein Brotberuf mit dem Schreiben vereinbaren lässt oder wie das Schreiben bei persönlichen Krisen hilfreich eingesetzt werden kann. Die biographischen Schriften großer Autoren machen sie zu unseren Brüdern und Schwestern im Geiste. Sie heben sie vom Sockel der Ehrendenkmäler herab und lassen sie als Menschen erscheinen.

Sei es Kafka, Mann, Schiller, Goethe, Dürrenmatt und Frisch oder einer der vielen anderen, die ihr Schriftstellerleben durch autobiografische Notizen begleitet haben: Wir bekommen hier einen wertvollen Einblick in die Schreibwerkstätten berühmter Autoren und lernen so für unser eigenes Schreiben von den ganz Großen.

Schreibtipp 16: Trenne die Phasen zwischen Schreiben und Lektorieren!

Der kritische Blick auf die eigenen Texte ist genauso wichtig wie der Schreibflow, bei dem alles erlaubt ist und man dem Stift auf den Blatt seinen Lauf lässt. Doch wenn du beides vermischt, gerät dein Schreiben in Gefahr.

Jeder Satz lässt sich hinterfragen. Jede geschriebene Seite lässt sich mit den Augen des Kritikers sehen. Jedes Kapitel eines Buches lässt sich in der Luft zerfetzen, wenn man möchte. Und all dies ist auch ungemein hilfreich, um deine Texte besser zu machen. Wichtig ist nur, dass du dies auf eine zweite Phase, die Phase des Lektorierens verschiebst.

Während des Schreibens ist es wichtig, nicht allzu kritisch zu sein, sondern alles Willkommen zu heißen. Funkt dein innerer Kritiker zu oft dazwischen, ist er in der Lage, den gesamten Schreibprozess zu gefährden. Also lieber erst einmal schreiben und alles annehmen, so wie es kommt. Und dann, wenn es vollbracht ist, die Brille des Kritikers aufsetzen, die Schwachstellen des Textes benennen, um das Ergebnis noch besser zu machen.

Schreibtipp 17: Setze dir zeitliche Grenzen!

Man könnte meinen, es sei ein Luxusproblem: zu viel Zeit. Denn meistens sehnen wir uns danach, überhaupt wieder Zeit zum Schreiben zu haben. Wir sollten also froh und glücklich sein, wenn wir endlich mal einen ganzen Tag, ein Wochenende oder sogar einen Urlaub vor uns haben, und diese Zeit nur für das Schreiben reserviert ist. Und doch wird manchmal diese große Menge an Schreibzeit, die es zu füllen gilt, zu einem Problem, indem sie Gefahren potenziert.

Da wäre die Schwierigkeit, einen Anfang zu finden. Wenn wir quasi unbeschränkt Zeit haben, grübeln wir immer weiter, da immer noch ein besserer Einfall kommen kann. Wenn wir ein ungeliebtes Schreibprojekt vor uns herschieben, tun wir das nun erst recht, denn wir haben ja genug Zeit, es später zu schreiben. Und wenn uns gerade nichts wirklich Geniales einzufallen scheint, ist es nicht so schlimm, wenn wir erst einmal weiter grübeln statt zu schreiben. Schließlich haben wir ja noch den ganzen Tag. Doch Zeitkiller schlagen schneller zu, als uns lieb ist.

Es gibt ein einfaches Mittel, dieser Gefahren zu entgehen: Zeitmanagement! Teile dir deinen Tag ein und nimm dir auch noch etwas anderes vor, als nur zu schreiben. Schaff dir Schreibphasen von zwei, drei Stunden, in denen du etwas hinbekommen möchtest. Begrenze die Zeit, um ihr die Bedrohlichkeit zu nehmen. Und schon wirst du erleben, wie deine Motivation steigt etwas hinzubekommen. Denn wenn du dir dessen bewusst ist, wie schnell die Zeit verstreicht, tappst du nicht in die trügerische Falle und glaubst fälschlicherweise, du hättest unendlich viel davon zur Verfügung.

Schreibtipp 18: Mach mit etwas anderem weiter!

Dein Schreibprojekt schien dir am Anfang äußerst vielversprechend zu sein. Doch nach und nach ergeben sich Probleme und auf einmal kommt ein Punkt, an dem du nicht weiter weißt. Du versuchst dich nicht zu kritisieren und trotzdem weiterzuschreiben. Doch das will einfach nicht gelingen, denn du weißt, dass dein Text nicht funktioniert. Und du weißt auch, dass du kein Wort mehr aufs Papier bringen wirst, bis du nicht herausgefunden hast, wo die Probleme liegen.

Ist es einmal so weit, ist es wichtig, im Schreiben zu bleiben. Schreiben ist ein Handwerk und deine Werkzeuge sollten nicht einrosten, denn das hilft auch deinem aktuellen Projekt überhaupt nicht. Mach also erst einmal mit etwas anderem weiter. Das verhindert auf jeden Fall, dass aus der Krise deines aktuellen Projektes eine umfassende Schreibkrise wird, die dich in ihre Lethargie zieht. Und manchmal entsteht, indem man an etwas ganz anderem weitermacht, sogar eine Idee für das Projekt, das nicht funktioniert. So, wie wenn einem ein Wort auf der Zunge liegt, und es hilft, an etwas anderes zu denken.

Schreibtipp 19: Akzeptiere Schreibblockaden!

Die einen leiden unter ihnen, die anderen bestreiten, dass es sie überhaupt gibt. Doch manch einem Autor haben Schreibblockaden schon das Leben schwer gemacht. Und falls sie nur eingebildet sein sollten, macht sie das nicht besser. Was sollen sie denn auch sonst sein?

Das gemeinste an ihnen ist allerdings, dass sie Scheinriesen sind. Sie wachsen, je stärker du gegen sie vorgehst. Wenn du den Kampf aufnimmst und nicht akzeptierst, dass sich gerade ein riesiger fieser Felsblock in deinen Schreibweg gelegt hat und die Weiterfahrt verhindert, wird er nur größer und größer, bis überhaupt nichts mehr geht. Wenn du hingegen akzeptierst, dass er da ist, schrumpft er vor deinen Augen zu einem Kieselstein zusammen, den du als Erinnerung an ein Schreibabenteuer in der Hosentasche mitnehmen kannst.

Schreibblockaden bieten immer einen Hinweis auf irgendetwas, das nicht funktioniert. Heiße sie also herzlich willkommen, halte inne und schau genau hin, woran es liegt, wenn es einmal nicht weitergehen sollte. Akzeptiere Schreibblockaden als Teil des Prozesses. So machst du sie zu einem wichtigen Werkzeug, zu einer Art Messgerät, das dich auf Unstimmigkeiten in deinem Schreiben hinweist.

Schreibtipp 20: Nimm Hohn und Zweifel als Ansporn!

Es ist schön, Ambitionen zu haben. Vielleicht willst du hoch hinaus mit deinem Schreiben und träumst von einem Leben als Autor. Vielleicht wünscht du dir auch nur, irgendwann dein eigenes Buch in den Händen zu halten. Wie dem auch sei – du musst darauf gefasst sein, bei anderen Menschen auf Unverständnis zu stoßen. Die Arbeit am eigenen sprachlichen Ausdruck, das Schreiben von Büchern gehört nicht unbedingt zu den typischen Zielen in unserer Gesellschaft. Für viele Menschen sind Ruhm und Geld der einzig verständliche Antrieb. Und wenn du schon so etwas Exotisches wie ein Schriftsteller-Dasein anstrebst, dann wollen viele die Erfolge sehen, wenn du ihnen davon erzählst.

Wenn man jedoch ernsthaft zu schreiben beabsichtigt, benötigt man oft viele Jahre, um sich als Autor zu entwickeln. In dieser langen Zeit ist der Erfolg höchst ungewiss. Es ist notwendig, sich dem Schreiben zu verschreiben, um darin wirklich gut zu werden, doch Garantien gibt es keine. Dieser Umstand verwandelt das Unverständnis mancher Zeitgenossen in Spott und Hohn. Es erscheint wie der blanke Wahnsinn, einen großen Teil seines Lebens dem Schreiben zu widmen, ohne damit rechnen zu können, jemals damit erfolgreich zu sein.

Nutze den Zweifel deiner Zeitgenossen als Ansporn. Die, die nicht schreiben, wissen nicht, was sie verpassen. Erfreue dich daran, etwas für dich gefunden zu haben, das du mit Wenigen teilst. Fühle dich in deinem Vorhaben bestärkt. Wenn jeder verstehen würde, was es heißt, das eigene Schreiben zu entwickeln und dafür Zeit und Kraft zu investieren, dann wäre es nichts Besonderes mehr. Schreiben kann eine Insel sein in unserer schnelllebigen Welt. Der Hohn und die Zweifel an dem, was wir tun, kann uns also eine Bestätigung sein, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

20 Tipps zum kreativen Schreiben – eine Haltung!

Die 20 angeführten Tipps für kreatives Schreiben stehen für eine einzige Haltung, die uns das Schreiben erleichtert. Es sind natürlich nicht die einzigen Schreibtipps, die man im Netz finden kann. Statt an der Haltung lässt sich auch an eher handwerklichen Aspekten wie z.B. dem Spannungsaufbau arbeiten.

Denoch – für das kreative Schreiben ist die richtige Haltung die Basis. Und vielleicht der beste Tipp!

Wenn wir Kreatives Schreiben als Abenteuer verstehen, als Herausforderung im Umgang mit uns selbst, sind wir dafür gewappnet, auch möglichen Schwierigkeiten zu begegnen. So genießen wir den Schreibprozess, konzentrieren uns auf uns selbst und suchen zugleich den positiven Austausch mit anderen. Durch die richtige Psychohygiene geben wir uns beim Schreiben die Chance, erfolgreich zu werden.

Und wie gelingt für dich erfolgreiches kreatives Schreiben?

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13 Kommentare, sei der nächste!

  1. Juhuuu! Noch jemand außer mir, der auf die richtige Haltung zum Schreiben Wert legt! 🙂
    Ich nenne es zwar die ‚Beziehung zum Schreiben‘ aber im Grunde läuft es etwa auf das Selbe heraus.
    Danke für diesen tollen und umfassenden Beitrag, der so viele verschiedene Punkte anreißt und doch zu einem Ganzen zusammenfügt.
    Mir gefällt ganz besonders, dass du auf der einen Seite Mut zum Träumen machst, andererseits aber auch Verständnis dafür zeigst, dass die meisten Menschen auf dem Weg zum Autor-Sein eben noch zusätzlich mit den Facetten des Alltags zu kämpfen haben und mit vielen gut gemeinten ‚Vollzeitautoren-Sprüchen‘ einfach nichts anzufangen wissen.

    Wunderbar, weiter so!
    Alles Liebe,
    Marie

    1. Liebe Marie,

      vielen herzlichen Dank für deine motivierenden Worte! Beziehung zum Schreiben ist auch wunderbar. Was schreibst du denn?
      Ja, ein Schreiber-Leben ist vielseitig und mit dem Schreiben selbst ist es nicht getan…

      Schöne Schreibgrüße

      Andreas

      P.S.: Sind Schwellentrolle mit Stollentrollen verwandt?

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