Krimiautor werden – ein Fahrplan zum Erfolg

Hast du Lust, Krimis zu schreiben und sie in einem Publikumsverlag unter die Leute zu bringen? Dann ist das hier für dich. Monika Mansour hat es nämlich geschafft. In ihrem neuen Sachbuch Businessplan Mord erläutert sie die größten Herausforderungen auf ihrem Weg und teilt ihre Erfolgsrezepte mit dir.

 Schriftsteller werden

Über weite Strecken handelt es sich bei dem Buch um eine Art Erfahrungsbericht. Manchmal ist dies für werdende Krimiautoren nur bedingt interessant. An vielen Stellen können diese jedoch auch wertvolle Impulse für das eigene Schreiben bekommen.

Schreiben als Akt der Empathie

Mansour räumt mit Vorurteilen auf. So ist es ihrer Ansicht nach weniger die Lebenserfahrung, die zum packenden Schreiben qualifiziert. Vielmehr ist es unsere Empathiefähigkeit. Denn nur durch sie können wir uns in unsere Figuren hineinversetzen.

Wir stärken das Repertoire, aus dem wir dabei schöpfen, indem wir unsere eigene Gefühls-Biographie schreiben. Was verbinden wir persönlich mit Angst? Was mit Freude? Der Weg zur Schriftstellerei besteht nach dieser Auffassung zu großen Stücken daraus, sich Zugang zu den eigenen kreativen Ressourcen zu verschaffen.

Ein nicht ganz leichter Weg

Allerdings ist der Weg zum erfolgreichen Schriftsteller meist kein leichter. Das Bücherschreiben lässt sich in diesem Sinn mit dem Bauen eines Hauses vergleichen. Es gibt so viele Details zu beachten. Mit einer gelungenen Planung ist es bei Weitem nicht getan.

Entsprechend ist die wohl wichtigste Kompetenz, um den Weg erfolgreich zu gehen, mit Misserfolgen umgehen zu können. Mansour stellt wunderbar heraus, welche Kritik wir in diesen Situationen an uns abperlen lassen sollten. Und welche für unsere Entwicklung sehr hilfreich sein kann.

Eine ganz besondere Beziehung

Wenn du Autor wirst, heiratest du nach Mansours Auffassung gewissermaßen das Schreiben. Und wie in jeder Ehe schlägt auch hier spätestens nach den Flitterwochen der Alltag erbarmungslos zu. Es läuft eben nicht immer nur super.

Doch auch in diesem Fall hat die Autorin eine ganz neue, heilsame Perspektive auf ein altbekanntes Phänomen parat. Schreibblockaden gibt es nämlich Ihrer Ansicht nach nicht. Es mag ja sein, dass wir uns manchmal nicht in der Lage fühlen, gute Texte zu Stande zu bringen. Aber rein technisch werden wir doch wohl immer in der Lage sein, irgendwelche Wörter in die Tasten zu hämmern. Und sei das Ergebnis auch noch so schlecht.

„Dann schreibe ich eben ein paar Wochen lang schlechte Texte“

Monika Mansour, Businessplan Mord, S.60

Das Schönste an dieser besonderen Beziehung ist jedoch, dass niemals so wirklich Routine einkehren wird, wie Mansour treffend bemerkt. Denn jedes neue Schreibprojekt lässt sich als neue Hochzeitsreise begreifen.

Krimis schreiben

Der zweite Teil des Sachbuchs ist konkreter auf das Schreiben von Kriminalromanen bezogen. Hier komponiert die Autorin Grundlagen des Kreativen Schreibens, persönliche Erfahrungen und hilfreiche Tipps aus der Schreibpraxis zu einer ganz eigenen Mischung.

Schreibwerkstatt für Krimiautoren

Mansour bietet zahlreiche Anregungen, wie genau du deinen Plan vom eigenen Krimi in die Realität umsetzen kannst. So schlägt sie vor, zwischen dem eher oberflächlichen Inhalt und der eigentlichen Frage zu unterscheiden, die hinter einem Krimi steckt.

Die Klärung dieser Frage könne ein wichtiger Orientierungspunkt während des Schreibens sein. Ebenso wie die Zusammenfassung des Plots sollte ihrer Ansicht nach auch diese Frage vor dem eigentlichen Schreibprozess geklärt werden.

Rundumschlag nicht nur für Krimiautoren

Neben eher auf das Krimigenre bezogenen Ratschlägen kommen mit diesem Buch auch Romanautoren im Allgemeinen auf ihre Kosten. Vieles ist hier weder neu noch besonders innovativ dargestellt. Nichtsdestotrotz bietet Mansour einen guten Überblick von der Ideenfindung und der Figurengestaltung bis hin zu unterschiedlichen Plotstrukturen für Romane.

Wahre Spannung

Mansour beweist ein feines Gespür für den Unterschied zwischen sogenannter Schundliteratur und dem anspruchsvollen Kriminalroman. Sie geht der Spannung auf den Grund und weist darauf hin, welch immens große Rolle das Innenleben der Figuren spielt.

Dabei stellt sie heraus, wie sehr wir als Leser mit den Entscheidungen des Helden mitfiebern. Die Frage, ob dieser zu Hause bleibt oder sich in den Kampf wagt, kann eben bedeutend stärker für Spannung sorgen als eine Actionszene nach der anderen.

Zwischen Selbstgespräch und Schreibratgeber

Die Autorin plaudert in diesem Sachbuch freimütig über ihr eigenes Autorenleben. Sie geizt nicht mit Einblicken in die Prinzipien ihres Schaffens. In dieser Offenheit liegen die größte Stärke des Ratgebers und zugleich die größte Gefahr.

Allgemeine Wahrheiten?

Der persönliche Arbeitsstil der Autorin kommt allzu häufig als die einzige Wahrheit beim Romanschreiben daher. Dies wird schon in den Formulierungen deutlich, indem diese zwischen Ich-Aussagen und Imperativen, wie beim Schreien zu verfahren sei, hin- und herwechseln. Nicht immer ist diese unterschiedliche Leseransprache inhaltlich begründet.

Des Weiteren finden sich an einigen Stellen begriffliche Unklarheiten und Abweichungen zum sonst üblichen Gebrauch. Etwa wenn es um die Unterscheidung zwischen Prämisse, Plot in einem Satz und der Kernfrage eines Romans geht.

Business à la dogmatisch

An manchen Stellen beginnt die Business-Allegorie des Buches auch gehörig zu nerven. Das Schreiben scheint hier allzu sehr auf den Zweck des Verkaufens ausgerichtet zu sein.

Andererseits weist die Autorin selbst mehrfach darauf hin, dass Romanautoren wohl eher keine Reichtümer anhäufen werden. Wozu dann die festen Vorstellungen, wie ein Krimi zu sein hat? Und wie man ihn zu schreiben hat?

So wirkt dieser Ratgeber leider ab und an recht dogmatisch. Alternative Herangehensweisen beim Schreiben und unterschiedliche Blickweisen darauf werden nur an wenigen Stellen aufgezeigt.

Was du für dich mitnehmen kannst

Wenn du vorhast, einen Krimi zu schreiben, und nicht genau weißt, wie du dabei vorgehen sollst, ist dieses Buch das richtige für dich. Es lässt dich mit den vielfältigen Herausforderungen nicht allein, sondern bietet dir eine gute Übersicht von der Ideenfindung bis zur Überarbeitung deines Kriminalromans. Auch die praktischen Arbeitsblätter am Ende werden dir dabei eine wertvolle Hilfe sein.

Wer das Schreiben als ganz persönliche, künstlerische Entwicklung begreift, greift mit dem Buch eher daneben. Wer jedoch einen handfesten Fahrplan benötigt, um erfolgreich Krimis zu schreiben, bekommt dafür einen hilfreichen Begleiter an die Hand.

Monika Mansour: Businessplan Mord (2017) ist im Arisverlag erschienen und kostet 26 Euro.

 

 

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