Wieder anfangen zu schreiben – So klappt der Neustart!

Du willst wieder zu schreiben anfangen. Doch es klappt nicht.

Das kann 1000 Gründe haben. Vielleicht liegen die Ursachen in deinem aktuellen Schreibvorhaben. Oder es sind die Umstände, der Stress im Job, die Verpflichtungen in der Familie. Wie auch immer – das Ergebnis ist das selbe: Du hast seit Tagen oder sogar seit Wochen nicht geschrieben. Und je länger du den Zeitpunkt des Weiterschreibens hinauszögerst, um so schwerer wird es, dabei willst du endlich wieder anfangen zu schreiben.

Fang also am besten jetzt wieder an. Mit den folgenden 10 Wegen wird die scheinbare Hürde des Wiedereinstiegs für dich zum Spaziergang.

1. Die Gedankenreise

Wenn der Alltagsstress uns zu sehr einnimmt, kann es schwierig sein, den Kopf klar genug fürs Schreiben zu haben. Zu viele Gedanken und Sorgen beschäftigen uns. Oft schaffen wir es nicht loszulassen. Das ist aber notwendig, wenn es etwas werden soll mit dem Schreiben.

Gedankenreisen sind eine hilfreiche Methode, um Schritt für Schritt in einen Zustand zu wechseln, in dem Kreativität wieder möglich wird. Hierzu gibt es eine ganze Reihe interessanter Bücher, die kurze Texte anbieten, um diesen Effekt zu erzielen. Noch leichter fällt es vielen mit Hilfe von Hörspielen, sich auf die Worte einzulassen und so dem eigenen Geist zu erlauben, neue Welten zu betreten, während der Körper am selben Ort bleibt.

Sind wir einmal in dem erwünschten Zustand angekommen, fällt es oft viel leichter, die ersten Worte aufs Papier zu bringen.

2. Der Schreibtrottel

Der Erfolgsdruck, etwas Gutes schreiben zu wollen, kann hinderlich sein. Vor allem, wenn wir schon länger nicht geschrieben haben. Auf einmal ist Schreiben in unserem Inneren nicht mehr mit etwas Schönem verbunden, sondern mit Angst. Also zögern wir unseren Wiedereinstieg immer weiter hinaus.

Mach einfach den Schreibtrottel.

Da ist es hilfreich, uns diesen Druck von den Schultern zu schaffen. Mach einfach den Schreibtrottel. Tu so, als ob du gar nichts kannst. Schreib so schlecht es irgendwie geht. Wirf alles über Bord, was du bisher übers Schreiben gelernt hast.

Du kannst nicht versagen, denn alles ist erlaubt. Bring möglichst miese Sätze aufs Papier. Sammle Adjektive wie andere Leute Briefmarken. Forme Bandwurmsätze, die keiner lesen kann. Oder schreib zusammenhanglose Brocken.

Wenn du von dir erwartest, mit deinen Worten in die Fußstapfen eines Literaturnobelpreisträgers zu treten, ist es klar, dass der Anfang nicht leicht fällt. Wenn du jedoch versuchst den Schreibtrottel zu geben, sind Papier und Stift wieder deines. Du wirst sehen – in Nullkommanichts bist du wieder dabei!

3. Die Sinn-Strategie

Unzählige Impulse fordern in unserer schnelllebigen Welt Tag für Tag unsere Aufmerksamkeit. Da ist es manchmal schwierig ins Schreiben zu kommen, da wir die leisen Stimmen in unserem Inneren nicht mehr vernehmen. Unsere Gefühle, Gedanken und Empfindungen sind übertönt von zu vielen Dingen, die von Außen auf uns einprasseln. Es fällt uns schwer zur Ruhe zu kommen. Dabei brauchen wir sie für unser Schreiben.

Eine einfache Achtsamkeitsübung kann hier Wunder wirken. Dabei geht es darum, uns wieder ganz auf unsere Sinne zu fokussieren. Am besten verknüpfst du dies mit einem kleinen Spaziergang. Während du durch dein Stadtviertel oder durch die Natur schlenderst, versuchst du dabei so intensiv wie möglich aufzunehmen, was du siehst, hörst, riechst oder schmeckst. Alles andere ist egal.

Versuch mit allen Nuancen wahrzunehmen, was du empfindest.

Setz dich daraufhin an den Schreibtisch und fasse in Worte, was genau du wahrgenommen hast. Versuche möglichst genau zu notieren, was dir passiert ist, finde die treffenden Vergleiche oder Adjektive, die dein Erlebnis beschreiben. Wenn es gut läuft, bist du schon nach wenigen Worten wieder ganz bei dir und bei deinem Schreiben.

4. Das Gruppenschreiben

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wenn es uns schwer fällt, nach einer längeren Pause wieder zu schreiben, kann das Schreiben mit anderen zusammen unserer Schreibmotivation einen regelrechten Boost verpassen. Dabei ist vieles möglich: Man kann mit seinem Partner schreiben, mit Freunden oder man kann sich für eine Schreibgruppe anmelden.

Es gibt unzählige Schreibübungen für Gruppen, die Spaß machen und bei denen man von der Gemeinschaft profitiert. Sei es bei regelmäßigen Treffen, sei es auf einem intensiven Schreibwochenende – Ist erst einmal wieder ein richtiger Schreibflow entstanden, fällt es leichter das Schreiben auch außerhalb der Gruppe in den Alltag zu integrieren.

5. Der Anfangssatz

Manchmal hält uns einfach die Vorstellung vom Schreiben ab, einen Anfang finden zu müssen. Der erste Satz kann so der schwerste sein, denn sollte er nicht möglichst gut sein? Wenn wir erst einmal im Schreiben sind, wird es schon fließen. Doch welche Worte sind wirklich gut genug, um ganz am Anfang zu stehen?

So grübeln wir und lassen den ersten Satz zu einem Scheinriesen anwachsen, der uns Angst macht. Dabei kann es so einfach sein: Wir wäre es, wenn du den ersten Satz überhaupt nicht zu schreiben brauchst, da er bereits geschrieben ist? Großartig? Doch wie soll das gehen?

Nimm einfach den ersten Satz einer anderen Geschichte und schreib deine eigene Geschichte dazu. Der Anfang fällt so viel leichter. Alles, was folgt, ist schließlich nicht so wichtig wie Satz Nummer eins.

Natürlich muss es nicht der erste Satz einer Geschichte sein, den du dir vorgibt. Es kann irgendein Satz sein. Und wenn dir diese Entscheidung schwer fällt, dann bitte eben einen Freund darum, dir einen Satz vorzugeben. Jedenfalls kommst du so wieder ins Schreiben, denn der zweite, dritte und vierte Satz schreibt sich garantiert leichter als der erste.

6. Der Schreibort

Manchmal bedeutet ein Ortswechsel nur den verzweifelten Versuch, vor den eigenen Problemen zu fliehen. Denn kaum ist man anderswo angekommen, stellt man häufig schon fest, dass die eigenen Herausforderungen genau dieselben geblieben sind. Wie soll es auch sonst sein. Schließlich trägt man sie mit sich herum.

Beim Schreiben kann es dennoch Wunder wirken, das Notizbuch oder den Laptop an einem ungewohnten Ort auszupacken. Die veränderte Umgebung hat einen Einfluss auf deine Stimmung. Sie kann neue Perspektiven eröffnen. Und das Schreiben kann wieder etwas Spielerischen und Leichtes bekommen, wenn du das nicht mit deinem Arbeitszimmer, sondern mit einem Abend in der Kneipe oder einem Sommernachmittag am Baggersee assoziierst. Hierzu findest du eine anregende Liste mit möglichen Schreiborten.

7. Der Plot

Gerade beim Schreiben von Geschichten im weitesten Sinn – seien es Romane oder kürzere Erzähltexte – wollen viele das Rad neu erfinden. Sie assoziieren das Schriftsteller-Dasein mit Geniehaftigkeit und erwarten von sich, aus dem Nichts auf eine zündende Idee zu kommen. Literarisches Schreiben wird so zum religiös-spirituellen Erlebnis verklärt.

Es geht um Inspiration, nicht um Duplikate.

Dabei gerät in Vergessenheit, dass Literatur immer in einer Tradition steht. Etwas Eigenes, Innovatives zu schreiben heißt nicht, dass man sich nicht an dem orientiert, was es schon gibt. Doch dies ist kein Aufruf dazu fremde Texte zu kopieren. Es geht um Inspiration, nicht um Duplikate. Denn selbst, wenn du mit der Erzähltradition brechen möchtest, musst du sie dazu erst einmal kennen.

Es ist ohnehin unmöglich, vollkommen frei und unabhängig von anderen Texten zu schreiben. Selbst wenn wir uns nicht dessen bewusst sind, ist unser Schreiben immer von dem geprägt, was wir bereits kennen. Wenn wir uns damit schwer tun, wieder ins Schreiben zu kommen, kann die bewusste Orientierung an typischen Handlungsmustern der Literatrurgeschichte nicht nur eine praktische Hilfestellung sein. Sie bietet uns darüber hinaus eine Art Erzählgerüst, das sich bereits vielfach bewährt hat, da es nunmal funktioniert. Lies am Beispiel der Textsorte Märchen, wie du im Einzelnen vorgehst.

So wird der Wiedereinstieg einfach. Beim nächsten Schreibversuch kannst du dich dann immer noch an freiere Herangehensweisen wagen und so dein Genie unter Beweis stellen.

8. Der Trick

Gerade bei hartnäckigen Schreibkrisen fällt es schwer, wieder mit dem Schreiben zu beginnen. Da hier meistens mehr dahinter steckt, als nur eine akute Motivationslosigkeit, kann es hilfreich sein, der Sache auf den Grund zu gehen.

Ein Perspektivwechsel kann dabei helfen zu verstehen, was genau passieren muss, damit du weiterschreiben kannst. Da Schreibkrisen jedoch eine höchst individuelle Angelegenheit sind, kann es hier kein Pauschalrezept geben. Doch es gibt einen Trick, mit dem du deinen eigenen Weg aufspüren kannst.

Stell dir also vor, du hast es nicht nur geschaft, wieder weiterzuschreiben. Stell dir vor, dies gelingt dir besser als jemals zuvor. Du bist in einem so eindrucksvollen Schreibflow wie noch nie. Vielleicht hast du sogar eine Erzählung oder einen Roman beendet und bist vollauf mit dir zufrieden. Mal dir aus, wie sich das anfühlt. Spür in dich hinein und achte auf deine Körperempfindung. Und jetzt stell dir diese zwei Fragen:

Wie hast du es hierher geschafft?

Welche Schritte musstest du gehen, um an diesen Punkt zu gelangen?

Notiere dir deine persönliche Antwort. Sie weist dir nicht nur den Weg aus der Schreibkrise, sondern bringt dich auf ein ganz neues Schreiblevel, indem du in die Tat umsetzt, was du notierst.

9. Das Stocken

Wenn wirklich gar nichts mehr geht und die Frustration darüber, nicht schreiben zu können, zu groß wird, hilft wahrscheinlich keiner der bisher behandelten Wege. Dann gilt es den Stier bei den Hörnern zu packen.

Formuliere scharf wie ein Dolch und bring die spitzesten Vergleiche für dein Scheitern.

Gib also auf, etwas schreiben zu wollen. Kämpfe nicht länger, wenn es gerade nicht läuft. Versuch erst gar nicht, eine neue Geschichte zu beginnen.

Notiere lieber, warum es nicht klappt.

Aber notiere genau. Formuliere scharf wie ein Dolch und bring die spitzesten Vergleiche für dein Scheitern. Mach es ausführlich und schilder in allen Details, warum es nicht klappt.

Wenn du dann eins, zwei Seiten geschrieben hast, kannst du nicht länger behaupten, nicht mehr ins Schreiben zu kommen. Dann bist du längst schon wieder dabei.

10. Die Zeit

Wenn wir schon länger nichts geschrieben haben, schieben wir den Neuanfang gerne vor uns her. Doch je länger wir warten, umso enttäuschter sind wir von uns selbst. Zugleich wächst unsere Erwartung, da wir unsere Enttäuschung ja wettmachen wollen. Eine einfache Mehtode, um in solchen Fällen wieder ins Schreiben zu kommen besteht darin, die Erwartungen bewusst herunterzuschrauben.
Dazu kann es hilfreich sein, die Schreibzeit erst einmal stark zu beschränken. Nimm dir vor, die nächsten 15 Minuten lang irgendetwas zu schreiben, undzwar ganz egal was. Das Prinzip des Freien Schreibens hilft dir dabei. Und falls dir das immer noch zu viel erscheint, beschränke die Schreibzeit auf zehn oder fünf Minuten.

Fünf Minuten irgendetwas schreiben – das schaffst du auf jeden Fall! Und du wirst sehen: Wenn du das erst geschafft hast, wird es dir bedeutend leicher fallen, dein Schreibrpojekt wieder aufzugreifen oder ein Neues zu beginnen.

Fazit

Es gibt viele Wege, um wieder ins Schreiben zu kommen, wenn es mal nicht so läuft. Und sicherlich ist nicht jeder Weg für jeden Autor gleichermaßen geeignet. Und auch jede Situation ist anders.

Was dir einmal geholfen hat, ist beim nächsten Mal vielleicht so effektiv wie ein abgebrochener Bleistift. Gerade deshalb ist es so wichtig, verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl zu haben, um sich selbst wieder ins Schreiben zu bringen.

Jetzt bist du gewappnet, wenn der Neuanfang einmal schwer fällt. Probier die Wege aus und du wirst sehen, wie einfach es sein kann, wieder ins Schreiben zu kommen.

Und wie kommst du wieder ins Schreiben?

Kennst du einen weiteren Weg?

3 Kommentare, sei der nächste!

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